Schneeausflug

Wir waren auch mal im Schnee. 

Nachdem wir fast 4 Wochen ausschließlich unter uns und nur zu Hause oder auf den Pfaden rund ums Haus unterwegs waren, gaben wir den Wünschen der Kinder nach Schnee und Rodeln nach.

Wir sind extra unter der Woche los gefahren und auch extra dahin, wo keiner ist.

Der Mann ist in der Eifel überaus ortskundig und fand ein lauschiges einsames Plätzchen. Um ehrlich zu sein ist mir das auch ohne Corona lieber. Es kam mir also sehr gelegen, dass wir in die winterliche Einsamkeit fahren würden.

Und so begann ich vormittags alles zusammen zu kramen, was nötig war. Schneefeste Kleidung für die Hummel. Und schneefeste Schuhe für alle.

Da wir hier im Rheinland selten sehr kalte Winter und noch seltener Schnee haben, wir außerdem nicht zu den Winterurlaubern gehören (also der Mann würde schon, ich aber eher nicht, gar nicht um genau zu sein), habe ich nicht Schneezeug in allen Größen da. 

Die Hummel konnte ich von Kopf bis Fuß versorgen. Die Erstklässlerin passte noch in eine wasserfeste Überhose. Die Großen mussten halt auf ihre Jeans acht geben. Mützen, Schals, Handschuhe….Das wilde Mädchen bekam meine Schneestiefel. (Ja, die passen ihr mit dicken Socken schon). Dem Sohn fettete ich seine robusten Lederstiefeletten gründlich ein. Mir auch. So musste es gehen. 

Etwas Proviant gehörte natürlich auch dazu. Wechselsachen für die Heimfahrt, falls die Kinder durchnässt wären. Wickelsachen für die Hummel. Obsgläschen, Löffel, Getränke….Der Kinderwagen, zwei Schlitten….Der Mann schmierte Brötchen, ich delegierte die großen Kinder ihre Wasserflaschen selbst aufzufüllen und ihre Wechselsachen heran zu tragen. Die Schlitten mussten sie auch aus dem Keller holen. Ich weigere mich nämlich die Dienstbotin zu spielen. Die sind alt genug. Die können und üben das somit schon mal.

Als Kind und Kegel im Auto verstaut waren, stand ich selbst trotz des Delegierens immer noch nur in der Thermoleggins und einem Pulli da. Weiter war ich mit dem Ankleiden meiner selbst noch nicht gekommen. Mentalload…

Mittlerweile ist es so, dass ich alles aus dem Haus raus scheuche und selbst als Letzte nochmal ins Haus gehe. Nochmal auf Toilette gehe, etwas trinke und alles, was mich betrifft einsammele. Gestern kleidetet ich mich also auch noch zu Ende an. Verlasse ich als Letzte das Haus, dann schaffe ich es zumeist auch an alles für mich zu denken.

Auf der Fahrt war es zunächst noch trist und grau und schneelos. Aber als wir erste weiße Stellen entdeckten, eskalierten die Kinder völlig. Total aus dem Häuschen waren sie.

Als wir schließlich im einsamen Winterwonderland ankamen, waren sie außer sich vor Freude und taten diese unmissverständlich laut kund. Was ein Kreischen…Welch Freude…. 😀

Einen richtigen Rodelberg gab es nicht. Wir rodelten ein Stück leicht abschüssigen Weg ein. Nach ein paar Abfahrten hatten die Schlitten ihre Spur gefunden. Es ging nur langsam, reichte für die unerfahrenen Stadtkinder aber. Unsere Hummel kippte zweimal in Zeitlupe vom Schlitten in den dicken Schnee. Unsere Erstklässlerin saß zwar mit auf dem Schlitten, kippte aber mit um. Das fand die Hummel absolut doof und wollte dann nur noch getragen werden.

Wir fanden einen einsamen Baum mit einer Schaukel. Da saß ich mit der Hummel und genoss die Winterlandschaft. Der Mann wies die Kinder in die „Geheimnisse“ der Schlittenfahrerei ein. Die Geschwister trauten sich dann eine Wiese runter zu rodeln. Ging auch nicht schnell, aber etwas flotter als der Weg. Der Schnee war halt überhaupt nicht festgetreten oder gefahren. War aber nicht schlimm. So konnte sich auch niemand verletzten.

Schließlich waren alle Hosen nass, alle Hände kalt, alle hungrig und die Hummel irgendwie verstimmt. Ich trug das maulende Kind zum Auto zurück. Die anderen stapften etwas ermattet neben uns her. Irgendwie waren wir alle müde. 

Wir dachten zunächst nach unserem Picknick und kleinen Aufwärmen könnten wir eine zweite Runde wagen. Der Wille der großen Mädchen und des Mannes war da. Der Sohn und ich hatten eher genug. Ich raffte mich aber auf und manövrierte das motzende Hummelchen in den Kinderwagen, der sich zwar nur mäßig schieben ließ, aber das war besser, als das schwere und in den Wintersachen rutschige Kind zu tragen. Allerdings missfiel ihr das alles. Da war nix zu machen. Ich denke, ihr war kalt. Vor allem an den Füßen. Und unsere Erstklässlerin beklagte kalte Hände und fragte, ob denn hier nie Sommer würde. 

Was die kalten Hände anging…unsere Kinder kannten den Trick nicht, Schnee an den Handschuhen schnell einfach abzuklopfen bevor er schmilzt und die Handschuhe durchnässt.  Dass es keine gute Idee ist mit offener Jacke einen Schneehügel hinab zu rollen, wussten sie auch nicht. 😀 

Wir haben also einen vergnüglichen Ausflug mit anschaulicher Allgemeinbildung absolviert. 

Da die Stimmung dann einfach durch war, kramte ich die Hummel wieder umständlich aus dem Kinderwagen und der obersten Klamottenschicht heraus, damit sie im Auto nicht vor Hitze zerfließen müsste. (Das ist für mich ja das Anstrengende im Winter. Diese Millionen Klamottenschichten, Handschuhe, Schals, Mützen… dieses Zeug. Ohne das friert man, also ICH definitiv immer. Und dann kramt man die Kinder uns sich selbst da rein und ist ist unbeweglich wie Michelinmännchen und braucht auch genauso lange um sich dem Zeug wieder zu entledigen. Umständlich. Ich liebe es einfach in ein paar Schlappen steigen zu können und jut is.) Die großen Kinder entledigten sich auch aller nassen Sachen und wir fuhren wieder nach Hause.

Auf der Fahrt drehten die Kinder jedoch wieder auf. Gut gelaunt zwar, aber lauuuuut! Zu laut. Der Mann und ich überlegten ernsthaft nachträglich eine Schlallschutzscheibe einbauen zu lassen. uiuiuiui

Als wir zu Hause ankamen, war es schon fast dunkel, wir machen Abendbrot und die Kinder gingen einen Ticken früher als sonst, aber ohne Murren zu Bett. Vor allem die Hummel war völlig erledigt. 

Die Erstklässlerin sagte heute morgen: Also das Tolle ist ja, dass ich den Schnee gestern in meiner Erinnerung gefangen habe. Die ist jetzt immer da! Die geht auch nicht mehr weg! Da kommt aber immer was Schönes dazu!

 

❤️ So soll es sein. 

  2Comments

  1. Avatar Jana   •  

    Das ist doch das Beste an solchen Ausflügen, wenn die Kinder danach glücklich sind und total erschöpft, friedlich ins Bett gehen. 😀

  2. Avatar Franka   •  

    Ja, das kenne ich, als Mama einiges zu delegieren, bevor der Ausflug startet. Ich genieße die Ruhe, wenn alle schon raus sind und ziehe mich an. Dann vergesse ich auch nix. Dafür bin ich gern die letzte.

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