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...und was es sonst noch gibt #coronaeltern

Erste Schulwoche 2021-ein wackliges Unterfangen

Wie lief nun die erste Woche?

Sehr gemischt, würde ich sagen. 

Das Eine ist die extrem wohltuende Situation, wenn mal ein paar Kinder weniger zu Hause lernen müssen, das Andere ist die tägliche neue Situation.

An 3 Tagen waren die beiden großen Mädels aus dem Haus, was extrem entspannt für den Vormittag hier war. Am Montag war ich glatt völlig irritiert und wusste gar nicht womit ich anfangen soll bei so viel Zeit. Die Hummel war dank des schönen Wetters nämlich recht entspannt im Garten und der Sohn hatte sich zum „Lernen“ in sein Zimmer verkrümelt.

Die Vormittage an denen die Mädchen nicht in der Schule waren, waren extrem nervig, weil sie sich grundsätzlich laut und überflüssigerweise stritten. Aber keine von beiden wollte in ihrem Zimmer  arbeiten. Auch mein Schreibtisch konnte keine Abhilfe schaffen. Ich musste also die ganze Zeit schlichten. Jedenfalls versuchte ich es. Und wenn sie nicht stritten, verkrümelte sich die eine immer zum Spielen und arbeitete nicht weiter. Und die andere „brauchte ständig meine Hilfe.“

Erleichterung brachten dann die Nachmittage, an denen wegen des tollen Wetters alle draußen sein konnten. Die Kinder waren mit Freund:innen unterwegs.

Blöd war, dass eines meiner Kinder in das hiesige, kleine (stinkend, weil absolut mausetotes Wasser mit Faulschlamm am Grund) Fließgewässer gefallen war. So komplett. Die Klamotten riechen nach zweimaligem Waschen mit Vor-und Hauptwäsche immer noch nach dem Wasser. Das Kind möchte nun auch die neuen Schuhe, welche just an diesem Tag im Einsatz waren nicht mehr tragen. Dabei stinken die Schuhe tatsächlich und zum Glück gar nicht. Oooooaaaar! 

Ich war wegen der Sache ohnehin verstimmt, denn das Kind war in einem halbherzig abgesperrten Bereich unterwegs gewesen. 

Dann waren alle Kinder groß darin mit verdreckten Schuhen vorne und hinten herum ins Haus zu laufen. Ferner eröffneten die Mädchen auch noch die Picknicksaison und verlegten auf dem gerade stark strapazierten Rasen (Kann man schon nicht mehr Rasen nennen. Pure Erde ist nur noch auf den Laufwegen zu sehen) die Kuscheldecken aus dem Wohnzimmer. Obwohl ich es zuvor schon untersagt hatte, schließlich eingeknickt war und nur EINE Decke erlaubt hatte, konnte ich nicht mehr rechtzeitig einschreiten, bevor die Hummel mit schlammigen Stiefeln und mit einem krümeligen Gebäck über alle 3 verlegten Decken und zwei Kissen stapfte. 

So ganz nebenbei hatte ich begonnen das Gartenhaus aufzuräumen und hatte mit dem Mann einen Baum zurück geschnitten und einen anderen gefällt. (Dabei handelte es sich um eine völlig nutzlose und hässliche Konifere, die rund um sich herum alles veröden ließ. Wir schaffen jetzt Platz für heimische und ökologisch nützliche Pflanzen.)

Die Arbeit im Garten tat mir sehr gut. Aber wie immer: Wenn ich da im Garten hantiere, haben die Kinder Ideen und wollen mithelfen. Die Aufgaben, die sie gut erledigen können, wollen sie aber nicht. Sie wollen mit Spitzhacke und Axt hantieren, streiten sich dann und gefährden sich und andere.

Auch ohne Gartenwerkzeug. 

Eines der Kinder verpasste in einem Anflug von Entdeckerdrang der Hummel fast ein Schleudertrauma. Nicht absichtlich, nur unfassbar unüberlegt. Die Schaukel und ein großer Stock in Kombination….

Man hörte mich diese Woche im Garten sehr oft schimpfen.

Das andere Manko der Gartenarbeit: Im Haus bleibt alles liegen. Und so fand die Freundin und Klassenkameradin unserer Erstklässlerin unseren chaotischen Garten (in dem überall Geäst und Grünschnitt rumlag) und eine völlig verwüstete Küche vor, als die Kinder sich ein paar Birnen für ein Picknick schnippeln wollten.

Noch gestern war ich am Nachmittag äußerst gereizt. Die Kinder hatten bereits morgens non stopp Forderungen und maulten im Wechsel auf mich ein. Einerseits hatte ich ein bisschen Papierkram erledigen können, wofür ich natürlich doppelt so lange gebraucht hatte als normal, weil….MAAAAAMAAAAAA!

Am Nachmittag wollte dann die Hummel dringend draußen spazieren. Sie hatte sich am Garten satt gesehen und gespielt. Und sie wird dann richtig eilig mit dem Aufbruch. Ich zog mich noch flott um, sammelte ein Päckchen, was noch weggebracht werden wollte, und Geld zusammen und fand dann meinen Haustürschlüssel nicht. Der Sohn wollte uns begleiten, ein Eis abstauben und sollte mal kurz die Hummel beaufsichtige, die schon ständig an der Haustüre zog.

Ich suchte fluchend nach dem Schlüssel. Ich suchte überall und fand ihn schließlich im Puppenwagen.

Als ich dann endlich draußen angekommen war, hatte ich das Päckchen vergessen. Der Sohn maulte auf mich ein, er wolle Eis, was ich ja schon längst bejaht hatte.

Im Paketsshop wollte ich dann eigentlich auch noch einen Ersatzmüllsack für den Restmüll holen, weil unsere Tonne diese Woche wegen Ausmisterei zu voll wurde. Den Müllsack vergaß ich, weil der Sohn draußen Mühe hatte, die Hummel von der Straße fern zu halten.

Obwohl ich gestern mehrfach alle Kinder bat ihre Schultaschen zu packen, was sie angeblich auch getan hatten, ereilten mich heute morgen Zurufe: Mama, ich brauche noch Dies und Jenes. Nun, das Dies-und-Jenes-Finden überließ ich den Verantwortlichen selbst. Wem morgens einfällt, dass was fehlt und es selbst nicht finden kann, hat Pech gehabt.

Ich musste mich anmotzen lassen, während ich Schulbrote schmierte und frische Masken für alle bereit legte. Die Hummel kreischte gar auf, weil sie die Körnchen in ihrem Brötchen für Käfer hielt.  Auf fortwährendes Maulen seitens der Großen reagierte ich mit hilflosem lauten Schimpfen. 

Das jeden Tag neu sortieren strengt mich an. Heute geht der, morgen die, dann alle, dann keiner zur Schule….und nächtse Woche nochmal anders…..

Heute steht noch Geburtstagskuchebacken auf dem Plan, denn morgen wird die Erstklässlerin 7. Der Biskuit ist schon gebacken und kühlt nun aus.

Als wir den Baum gestern final fällten, ergab sich übrigens der Moment, in dem ich auf den noch sehr unter Spannung stehenden Baumstumpf kletterte, während der Mann ihn zu Boden drückte. Ich hatte kurz Angst, der Mann könne aus Versehen los lassen. Dann wäre ich nämlich ungelogen über Nachbars Zaun geflogen, wie ne Rakete.

Ähnlich wie mein Gemütszustand. Diese ganze Situation fühlt sich permanent an, wie unter voller Spannung und wenn einer der Beteiligten loslässt, kollabiert das System. 

(Diesen Text konnte ich schreiben, weil die Hummel unerwartete neben meinem Kramen in der Küche auf dem Esszimmerfußboden eingeschlafen ist. Ich habe sie natürlich in den Kinderwagen umgebettet.)

Eine Antwort auf „Erste Schulwoche 2021-ein wackliges Unterfangen“

Ich fürchte leider, dass uns das Thema Corona & Schule noch einige Zeit verfolgen wird … sieht bei meinen Kindern genauso aus. Irgendwie ist man froh, dass man mal wieder ein paar Minuten für sich hat aber ganz wohl ist mir bei dem Gedanken auch nicht, dass mein Sohn das Virus mit nach Hause schleppen könnte 🙁

Man kann nur abwarten und hoffen, dass das Virus bald vollkommen im Griff ist. Vor allem für die Kinder wäre es ein Segen.

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