Zeitnot aus Gründen

Es ist 6:05 Uhr.

Eine Uhrzeit, zu der ich normalerweise noch nicht denken kann. Es sei denn, ich hatte einen 1,5 Stündigen Vorlauf. Wie heute. Keine Ahnung was los war. Die Hummel erwachte schlecht gelaunt, machte mich mit nachhaltigem Gemotze dann auch wach, um final wieder einzuschlafen. 

Ich nutze diesen Moment dann doch einfach mal, um meinen gerade verwaisenden Blog nochmal zu füttern. Ich komme gerade nicht dazu viel zu schreiben, obgleich es die ein oder andere erheiternde Situation gegeben hat in den letzten Wochen.

Zum einen bin ich derzeit latent überfordert mit dem Tempo und der Termindichte der aktuellen Lockerungen und Erleichterung des Pandiemiegeschehens, gleichzeitig etwas ungeübt im wieder Auflebenlassen sozialer Kontakte im Reallife. Eine Art Fremdeln mit allem. Und dann bin ich immer öfter mit Recherchen beschäftigt. Nach einem Jahr eingefrorener Sozialkontakte, treffe ich nun öfter Menschen, die mich mit Informationen konfrontieren, bei denen ich imaginär den Mund auf und zu klappe, denke DAS stimmt doch nicht. Aber ich bin im Thema nicht drin und kann gar nichts Fundiertes erwidern. Ich bin bisher auch immer so irritiert, dass ich hinterher erst denke, ich hätte wenigstens nach der Quelle dieser Information fragen sollen. Das muss ich mir jetzt mal angewöhnen.  Und weil mich diese irritierenden Informationen dann beschäftigen, muss ich das nachlesen. Bisher stellen sich diese „Informationen“ immer als Halbwahrheiten heraus. Ich fürchte die Socialmediafakenewsverschwörungsblase greift schlimmer um sich, als man glauben möchte.

Dann laufen hier auch wieder ein paar „Hintergrundprogramme“ rund ums Familienleben, die immer mal Zeit brauchen. Aufregung kurz vor den Sommerferien. Aufregung wegen dem letzten Grundschultag. Aufregung wegen der weiterführenden Schule. Zeugnisse, Geburtstage, Orgakram, ein größeres Projekt…..und alles noch mit den Pandemienachwirkungen und den Pandemie-Ausblicken für den Herbst.

Unsere Hummel ist passend zu der ganzen Aufregung mit vollem Karacho in einem dicken Schub angekommen und damit auch in der NEIN-Phase, in der „Mama, Arm“-Phase, in der ICH-kann-das-allein-Phase, in der Ich-will-nicht-allein-Phase, in der Ich will-nicht-schlafen,bin-aber-müde Phase, in der Ich-habe-keinen-Hunger-Phase, in der der Ich-weiß-doch-auch-nicht-Phase etc pp

Sie schläft mal viel, mal wenig. Den Mittagsschlaf möchte sie gerne nicht machen, schafft es aber definitiv noch nicht bis abends durchzuhalten und schläft dann am späten Nachmittag ein, was wiederum verheerend für meinen Feierabend ist. Ich hab dann nämlich keinen.

Beim Sohn gab es diese Phase auch, nur etwas früher und da konnte ich mich mit ihm Mittags hinlegen und ihn zur Ruhe und zum Schlafen bringen. Da blieb der Tagesablauf dann relativ konstant. Jetzt aber fällt die ursprüngliche Mittagsschlafzeit der Hummel in die Mittagszeit in der die Großen nach hause kommen und es Essen gibt. Ich kann mich also nicht mit hinlegen. Das bedeutet, ich muss die Hummel gewähren lassen. 

Manchmal schläft sie vormittags ganz früh um 10 auf der Couch oder dem Boden oder der Esszimmerbank ein. Und dann nochmal am späten nachmittag.

Erst gestern nachmittag schlief sie auf einem Spielplatz auf meinem Arm ein. Möp.

Und weil nicht schon ohnehin genug zu tun ist, wurden zwei komplette Vormittage noch mit Arztbesuchen zu Nichte gemacht. Einmal musste ich mit einem wirklich schlimm gebeutelten Heuschnupfenkind zum Kinderarzt. Und an einem morgen warf sich die Hummel die Treppe runter. Zum Glück ist es eine Holztreppe mit runden Kanten. Aber die Beule auf der Stirn nahm sofort beängstigende Ausmaße an und der Mann, zum Glück noch zugegen, und ich saßen dann schon im Auto Richtung Kindernotfallambulanz. Im Endeffekt sind wir doch nicht hin gefahren, denn das Kind war munter erfreut, dass wir Auto fuhren und wir beriefen uns dann auf unsere bereits mehrfach gemacht Erfahrung mit Kopfstürzen bei den anderen Kindern. Dennoch saß mir der Schreck in den schlotternden Gliedern.

Und wenn dann nachmittags mal alle Kinder irgendwie beschäftigt oder unterwegs sind, kommt die Hummel und sagt: „Mama, ick!“ Klopft auf einen Stuhl, weist mich an die Beine hochzulegen und legt sich dann lang ausgestreckt auf meine hochgelegten Beine und schläft ein. Dann sitze ich da. Wenn das Kind mir vorher wenigstens einen Kaffee dazu machen und meinen Lesestoff dazu legte, würde ich es glatt genießen. 

So, ein Blick auf die Uhr sagt: Ich kann jetzt mal richtig aufstehen, mich ankleiden und die Letzter-Schultag-vor-der-Sommerferien-Kinder wecken.

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