Der Zirkus- ein Lichtblick im angespannten Pandemiefamilienalltag

 

Die Grundschule meiner Mädchen hatte in der letzten Woche Zirkusprojektwoche.

Mit vorsichtiger Freude und Hoffnung ging es in die Zirkuswoche. Zu ungewiss ist täglich, ob nicht doch jemand positiv getestet wird und man deshalb mehr oder weniger als Familie komplett raus ist aus dem gesellschaftlichen Leben. Gerade bei drei Schulkindern liege ich weiterhin auf der Lauer.

Aber es blieben zu unserer aller Freude alle negativ und soweit ich das mitbekommen konnte, lief insgesamt und zum Glück die Zirkusprojektwoche sehr stabil. Nicht zuletzt durch die bravouröse Organisation des ganzen Ablaufes, der ja obendrein mitten in der Woche und völlig kurzfristig nochmal in der Testroutine seitens der Landesregierung umgestellt wurde. Ich habe keine Ahnung, wie das Lehrerinnenkollegium es geschafft hat ohne Nervenzusammenbruch diese Ausnahmewoche in der Ausnahmesituation zu managen. Respekt!

Und so kam der Freitag mit der Galavorstellung. Unsere beiden Mädchen waren beide in der ersten von drei Vorstellungen eingeteilt. Das war sehr gut für das Nervenkostüm, aber auch logistisch eine kleine Aufgabe.

Am Freitag morgen verteilte ich noch diverse kleine wichtige Aufträge an die Schulkinder, sowie Zeugnishüllen. Außerdem die Order, es mögen alle sofort und ohne Trödelei nach der Schule nach Hause kommen, damit wir unser minikleinen Zeitfenster möglichst ohne Stress nutzen könnten.

Während die Mädels morgens noch Generalprobe im Zirkus hatten, düste ich mit der Hummel schon zum Amt, etwas erledigen und dann zu einem Testzentrum, in dem ich uns schon angemeldet hatte. Denn auch die Hummel musste für den Zirkusbesuch einen offiziellen negativen Test vorlegen. Der Andrang war recht groß, zum Glück blieb die Hummel gelassen und ließ sich auch den kitzligen Nasenabstrich gefallen. 

Zu Hause angekommen trudelten schon die Zirkusmädchen ein und aßen eine Kleinigkeit. Bald darauf kam der Sohn aus der Schule. Der Mann und der Sohn zogen prompt los, um sich auch testen zu lassen. Die Hummel, die beiden Mädchen und ich machten die Fahrräder startklar und radelten knapp 30 Minuten lang zum Zirkus. Die Mädchen mussten um 12.30 schon wieder am Zelt sein, zwecks Vorbereitungen. Ob mit Auto oder Rad, es hätte sich für mich nicht gelohnt wieder zurück zu fahren. Zum Glück war das Wetter ein Traum und die Hummel und ich machten einen kleinen Erkundungsgang durch den Ort. Die Zeit verging schnell und zurück am Zirkus, trafen wir auf den Mann, den Sohn und meine Eltern. Wir wurden dann alle gründlich bzgl unserer Testnachweise kontrolliert und durften ins Zelt. Um 14 Uhr begann die Vorstellung.

Schon immer (also auch lange bevor ich Mutter wurde) muss ich immer weinen, wenn Kinder etwas aufführen. Es überkommt mich einfach. Ich bin unglaublich gerührt. Und so war es diesmal natürlich auch. Vielleicht habe ich es diesmal auch noch intensiver gefühlt, weil wir alle ja seit zwei Jahren nur wenig Höhepunkte im Alltag erleben. Um so schöner und wichtiger war, dass diese Zirkuswoche und auch die Vorstellung stattfinden konnte. Ich hatte wirklich so viel Spaß wie lange nicht. Ich hab das voll gefeiert und nicht nur, weil meine eigenen Kinder teilnahmen.

Ich weiß gar nicht, wie ich diese zwei verzauberten Stunden in Worte fassen soll. Die Vorstellung war mit so viel Liebe und Herzblut zusammengestellt und die Kinder sind zum Teil wirklich über sich hinaus gewachsen. Mir hat gefallen, dass den Kinder auch wirklich etwas zugetraut wurde. Es wurde u.a. Feuer gespuckt, gezaubert, tolle Bodenakrobatik und Ponysdressur gezeigt, auf dem Seil getanzt und am Trapez geturnt. 

Letzteres hat mich besonders beeindruckt. Es war hoch, es war wackelig, es war mutig. Die Kinder waren großartig!  Vor allem trauten sie sich ungesichert in der Höhe Sachen….mir ist jetzt noch schwindelig. Nun muss man sagen, dass der Zirkusdirektor selbst Trapezkünstler war und den dringende Eindruck erweckte, er könne zur Not auch 4 abstürzende Kinder gleichzeitig auffangen. Und das dann noch elegant, als sei nichts gewesen. 

Die Clownnummern haben mir auch sehr gefallen. Clowns finde ich persönlich meistens eher doof. Aber die Clownnummern waren wirklich sehr erheiternd. Die Kinder haben das so toll und überzeugend gemacht.

Ein rundes Gesamtbild ergab auch, dass wirklich alle Kinder komplett kostümiert, frisiert und geschminkt waren. Eben wie richtige Artisten.

Insgesamt war es ganz ganz großartig und verblüffend und ein prägendes Erlebnis für Kinder und Eltern. 

Ich habe auch die ganze Zeit Laute des Erstaunens von mir gegeben und geklatscht. Außerdem war ich froh, dass unter der Maske niemand meine völlig entgleisten Gesichtszüge sehen konnte. 😀 Ich hatte wirklich Spaß, wie lange nicht mehr.

Und so trägt uns dieser Höhepunkt hoffentlich bis in den Frühling. Ich freue mich auch schon, wenn wir in circa zwei Wochen eine DVD mit der kompletten Zirkusvorstellung bekommen. Dann genießen wir diesen Nachmittag nochmal und frischen die Erinnerung auf.

 

Wer mehr über den Zirkus wissen möchte, findet bei folgendem Link alle Informationen:

Circus Jonny Casselly

 

 

 

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