Homeschooling ist voll „einfach“

So. Da ist er also der zweite dicke Lockdown. Es war zu erwarten und mir schwant nichts Gutes, wenn schon angedeutet wird, er würde eventuell über den 10. Januar hinaus gehen. Es wird wohl an uns allen liegen, wie schnell wir wieder Lockerungen erwarten können. 

Aus diesem Grund nutzen wir für unsere Kinder ab heute auch die Befreiung vom Präsenzunterricht. Es ist uns möglich, deshalb machen wir das. Es entlastet ja auch all die, die da das System am laufen halten und alle die, die die Kinder eben nicht zu Hause behalten können.

Vornehmlich nutze ich das aber auch aus egoistischen Gründen, weil ich ganz klar, keine Hiobsbotschaften mehr ertrage. Es reicht erstmal. So sind erstmal alle mehr oder weniger save zu hause im Kokon.

Der Mann ist auch seit dem Wochenende zu Hause (nicht ganz planmäßig, aber durchaus jetzt eine große Erleichterung für ALLE und ALLES. Emotional, organisatorisch und überhaupt…)

Das bedeutet aber nicht, dass in unserer überaus komfortablen Situation alles glatt läuft und davon möchte ich erzählen.

Abgesehen von unserer beiden Anwesenheit, sind wir zusätzlich in der überaus privilegierten Situation genug Endgerät zur Verfügung zu haben, um die Kinder auch digital am Unterricht teilnehmen lassen zu können. Ginge allerdings auch nicht, müssten wir am Tag homeofficen.  Außerdem haben wir eine sensationell gut organisierte Schule, die sogar digital arbeiten kann. In dem Rahmen jedenfalls, den die W-Lan-Verbindungen zu lassen. Manchmal stürzt halt auch was ab. Continue reading…

Völlig „verwichtelt“

Kennt ihr diesen amerikanischen Brauch vom Elf on the Shelf?

Er war mir hier und da auf den Sozialmediakanälen schon begegnet und ich fand das süß und lustig, aber wollte den Kindern nicht noch einen weiteren Weihnachts-Zauber/Bären aufbinden und kümmerte mich nicht weiter drum.

Dann kam die Erstklässlerin in dieser ersten Dezemberwoche aus der Schule zurück und erzählte beim Mittagessen in den blumigsten Worten, aufgeregt, nahezu elektrisiert von einem Wichtel, der bei einem Mitschüler eingezogen sei. Das Kind mit der größten Fantasie in diesem Haus ging buchtsäblich steil. Die Geschwister wurden mit den Bann gezogen und ich konnte überhaupt nichts tun, um diesen Hype aufzuhalten. Die Kinder unterhielten sich darüber, quetschten die Schwester aus. Die Erstklässlerin wollte so dann denn Mitschüler am nächsten Tag noch genauer Interviewen und noch mehr erfahren und offenbar hatte der Mitschüler ihr auch ein Foto gezeigt. Das Kind konnte den Wichtel genauestens beschreiben. Deshalb wusste ich, es muss the Elf on the Shelf sein.

Da die Kinder so fasziniert waren und sich die Erstklässlerin dingend auch so einen Wichtel wünschte, orderte ich sofort über den „Blitzversandt beim Kaufhaus des Grauens“ einen Elf on the Shelf, damit der an Nikolaus bei uns einzöge. So n Elf ist gar nicht so einfach zu beschaffen! Und ich hatte nur noch 4 Tage Zeit. Der Blitzversandt würde es richten. Dachte ich. Continue reading…

Die Hummel „räumt auf“.

Die Hummel ist nun 16 Monate alt und überaus mobil. Trepp auf, Trepp ab geht es fortan. Allein! Das hat sie geübt. Immer und überall. Auch gern an fremden Hauseingängen. Da steh ich dann und starre Löcher in die Luft und warte und friere irgendwann. Ich konnte mich noch nicht überwinden es der Hummel gleich zu tun und irgendwas zu trainieren.

Wobei es sicherlich unterhaltsam wäre, wenn ich da so mitten im Wohngebiet auf dem Gehweg auf der Stelle joggte und dann ein paar dieser neumodischen Planks hinterher schöbe. Vor allem weil ich letztere genau nur 3 Sekunden lang kann.

Wenn das Kind dann nicht gerade Treppen steigen trainiert, freihändig, dann versucht sie mit Begeisterung mit meinem Haustürschlüssel andere Türen aufzuschließen. Ich warte auf den Tag, an dem sie einen Schlüssel ernsthaft versenkt und er stecken bleibt. Auch beeile ich mich stets die Hummel um Gullys herum zu lotsen, immer ein wachsames Auge auf den Schlüsselbund.

Im Haus selbst kommt sie nun auch an die Klinke der Haustüre. Wir können an diesem Modell nicht einfach die Klinke anders herum montieren und müssen mit Abschließen kontern.

Das lustige und zumeist sehr zufriedene Hummelchen hält mich mit ihrem Erkundungsdrang ganz schön auf Trab. Ich komm nicht hinterher. Den Herd schaltete sie mir auch ständig aus beim Kochen und ich wundere mich ein ums andere Mal, dass das Nudelwasser noch nicht kocht. Oder aber sie schaltet ihn an, was auch nicht ohne ist. Immer wachsam sein. Immer auf Zack. Alle Empfänger auf ON. Continue reading…

Über den Ausnahmezustand und Zuversicht

Es ist gerade für alle eine sehr fordernde Zeit. Ich bin sehr dankbar, dass ich hier lebe, wo ich lebe und ich mich im Vergleich mit vielen anderen Menschen auf diesem Planeten als äußerst privilegiert betrachten kann.

Trotzdem hat die Pandemie auch für mich/für uns besondere Herausforderungen parat.

Wir haben allerdings als Familie schon ein paar knifflige Situationen in den letzten Jahren überwunden. Es war nicht immer einfach.

Aber ich denke, wir sind alle daran gewachsen und das hat uns für diese Zeit jetzt auch gestärkt.

Ich finde nämlich, dass die Kinder mit der gesamten aktuellen Situation erstaunlich gut zurecht kommen. Meine Kinder jedenfalls. Es kann daran liegen, dass sie nun auch zu viert sind und sie sich nicht als Einzelkind mit der Mama langweilen müssen. 

Aber vielleicht geht unser Plan, den Kindern möglichst viel Resilienz mitzugeben auch auf. Keine Ahnung. Vielleicht ist es auch ihre Grundkonfiguration oder eine Kombination aus allem.

Mir ist auf jeden Fall seit je her wichtig, dass die Kinder mit allen schwierigen Situation möglichst gut umgehen können. So brauchte es nicht erst eine weltweite Pandemie, die aufzeigt, dass eben nicht immer alles nach Plan läuft. Auch davor hat es immer wieder Umstände gegeben, die Gewohnheiten oder Pläne durcheinander würfelten. 

Krankheiten, Umwelteinflüsse, externe Umstände….das alles kann Pläne über Bord werfen und Frust entfachen.

Und so gibt es jetzt auch ständig Dinge, die nicht laufen können wie gewohnt, gewünscht, erhofft, geplant. Continue reading…

Viel zu sagen und zu nix gekommen.

Ich würde für euch, für m i c h gerne mehr aufschreiben. Ganz viel sogar. Es kommt mir gerade vor, als läuft ein Stau auf. Ich komme nicht dazu. 

Es geht einfach nicht.

Kaum setzte ich mich am Tag an den Rechner quakt ein Kind nach mir. Dass das Kleinkind das natürlich nicht aushalten kann, wenn ich still und stumm vor einem Bildschirm sitze, ist logisch. Vormittags kann ich also definitiv nichts schreiben.

Vor allem aber sind es die großen Kinder, die mich dann am Nachmittag pausenlos unterbrechen. Ich tippe zwei Sätze, dann tönt es: “Maaamaaa, wo sind die Haferflocken? Maaaaamaaaa!“

Ich stehe irgendwann entnervt auf, nachdem ich schon vergessen habe, woran ich gerade geschrieben habe, und hole die Haferflocken aus dem Schrank, sehe aber dabei, dass sich das fragende Kind schon ein Brot geschmiert hat. „Wieso fragst du mich nach Haferflocken, wenn du ein Brot isst?“, frage ich dann. „Weil ich wissen wollte wo die sind! Vielleicht für morgen.“🥳 Continue reading…