3. Advent

Die letzte Woche verlief recht ruhig und entspannt.

Der Mann hatte Urlaub und das bedeutet für mich auch immer ein bisschen Urlaub. Er sorgte für die Mahlzeiten und kaufte ein.

Den Nikolaus zelebrierten wir den ganzen Tag. Morgens gab es eine Kleinigkeit vor der Schule. Ich hatte allerdings die Gaben auf dem Tisch im Esszimmer platziert, weil sie nicht in die Stiefel passten. Aber das gab Punktabzüge. Die Kinder wollen das Zeug IN den Stiefeln. Also nächstes Jahr dann wieder korrekt verabreichen! Verstanden.

Nach der Schule wartete ein großer Teller mit Lebkuchen und Plätzchen auf die Kinder. 

Und später kamen Oma und Opa noch auf einen kleinen Nikolauskaffee vorbei und brachten auch noch ein paar Sachen vom Dickelmaus mit.

Die Zweitklässlern klagte wohl am nächsten Tag über leichte Übelkeit, weshalb ich sie zur Beobachtung zu Hause behielt. Ich denke, es lag möglicherweise (wahrscheinlich) an etwas zu viel Süßigkeitenkonsum. Es ging ihr auch schnell wieder besser  und so spielte sie wunderbar mit der Hummel. Die beiden sind sowieso ein sensationelles Spielteam. Das Highlight dieser Woche war das Spiel: „Rentier mit Schlitten, Geschenken und Dickelmaus.“  Zwei Einkaufstaschen wurden aneinander geknotet. Die hintere Tasche wurde mit „Geschenken“ (Kissen und Spielzeug) beladen und in der vorderen Tasche saß der „Dickelmaus“ (die Hummel) und das Rentier war die Zweitklässlerin. So sausten sie munter um die Kücheninsel. Continue reading…

2. Advent 2021

Die letzte Woche war für mich schwierig. Meine Lunte ist kurz.

Die Kinder bemerken meine unausgewogene Stimmung und scheinen deshalb meine Nähe besonders zu suchen, was wiederum kontraproduktiv für mein derzeitiges Bedürfnis nach etwas Abstand von allem ist. 

Nachdem ich am Dienstag Abend vor der Judohalle kurz in Tränen ausgebrochen war, weil mir alles zu viel war, habe ich mir zu Hause ein kleines Gläschen Rum eingegossen, ganz laut Musik aufgedreht und sehr expressiv getanzt. Die Kinder waren etwas verstört. Der Hummel war es auch zu laut. Was mich kurz nochmal verzweifelt ließ, denn wann soll ich denn dann mal Musik aufdrehen??? Kopfhörer mag ich übrigens nicht. Ich habe noch keinen Kopfhörer gefunden, der mir nicht unangenehm an oder in den Ohren drückt. Mal davon abgesehen spüre ich den Bass gerne mit dem ganzen Körper. Wenn dieses Kack-Scheiß-Coronasache nicht wäre, könnt ich ja wenigstens mal ordentlich ne Nacht in einen Club entschwinden.  Continue reading…

Advent, Advent,…ich weiß gerade auch nicht

Zuversichtlich und resigniert zugleich purzeln wir in den zweiten Pandemiewinter.

Ich gestehe, gestern habe ich wild ein paar Hemden nebst Kleiderbügeln hin und her geschleudert, um sie dann fluchend in eine Ecke zu pfeffern. Nicht ohne mich hinterher darüber zu ärgern, dass ich den Mist wieder ordnen muss. Scheiß Haushalt. Er kommt mir an den Ohren raus!

Meine Laune schwankt zwischen: „Ach, wir haben es doch eigentlich gemütlich und ich habe Lust auf heimelige und ruhige Bastel,-Film-, und Spieletage mit den Kindern.“ und „Verdammte Scheiße, ich brauch ne PAUSE von ALLEM!“

Ich mein, wer denkt das nicht gerade?

(Die Realität sieht übrigens so aus, dass die Kinder vornehmlich von der Idee Filmegucken begeistert sind und alles andere nur murrend tun wollen. Meine Bastelleidenschaft haben sie leider alle nicht geerbt. Tja. Kannst te dir nicht aussuchen.) Continue reading…

Ziviler Ungehorsam versus Ich bringe die Brut durch

Während Marc Raschke vor wenigen Tagen mehrfach auf Instagram anmerkte, Eltern sollten mal mit ihren „Protestchen“ aufhören und endlich laut und deutlich mit „zivilem Ungehorsam“ aufbegehren, versuchen tausende von Eltern, so gut sie es kräftemäßig noch können, ihren Alltag zu bestreiten und die Kinder halbwegs gesund (physisch UND psychisch) durch diesen zweiten Pandemiewinter zu buxieren.

Es wäre sehr hilfreich, würden sich Leute wie Marc Raschke einfach mal laut für die Familien stark machen, anstatt auch noch drauf rum zu trampeln und illusorisch hohe Hürden als machbar aufzuzeigen.

Es erinnert mich an mein Studium. Einige Mitstreiterinnen und ich hatten nicht genug im Atelier der Kunstakademie gearbeitet und wurden zur Seite zitiert. Wir erklärten, dass wir aus finanziellen Gründen zum einen neben dem Studium jobben mussten und damit das Studium nicht zu sehr über die Regelstudienzeit hinaus ginge, mussten wir die Pflichtkurse der anderen Fächer halt auch besuchen. Wir hatten deshalb merklich zu wenig Zeit und Ressourcen für kreatives Arbeiten, was uns natürlich selbst frustrierte. Man schlug uns eine Bewerbung zu einem Stipendium vor. Aber erstens sind Plätze für ein Stipendium rar und hätten maximal einer von uns geholfen. Zum anderen war die Abgabefrist schon bald und auch dafür hätte eine ordentliche Mappe mit guten Arbeiten eingereicht werden müssen. Wir wollten es alle gerne, aber die Hürde war zu hoch. Egal wie sehr wir uns auch angestrengt hätten. (Die Person, welche das Stipendium vorschlug, war einst selbst in den Genuss gekommen, stammte aber nach eigenen Angaben aus durchaus solventen Verhältnissen.)

Anstatt mich aber länger über privilegierte Menschen aufzuregen, versuche ich hier alle bei Laune zu halten. Inklusive meiner Wenigkeit.  Continue reading…

November, Pooltests und Halloween

Nach den Ferien beruhigte sich die unrunde Stimmung in diesem Haus wieder. Das war sehr angenehm. Aber kaum ging die Schule los und kaum war beschlossen, dass die Maskenpflicht im Klassenraum am Sitzplatz wegfallen sollte, waren sofort zwei Pooltests positiv. Ich muss sagen, dass in unserer Stadt alle Zuständigkeiten auf Zack sind und damit die Kommunikation recht zügig und zuverlässlich funktioniert, bisher und zum Glück jedenfalls. Ferner waren sich die Eltern überwiegend einig, dass die Kinder freiwillig die Masken am Sitzplatz anbehalten. 

Damit bleibt der komplette Totalausflall hoffentlich aus.

Die erste Pooltestbenachrichtugung ereilte mich am Nachmittag, als gerade zwei Freunde vom Sohn zu Gast waren. Kurz zuckte ich zusammen und dachte: „Na toll! Jetzt sind wir hier ein Superspreaderevent.“

Aber ich besann mich schnell, schob dem betroffenen Kind mal gründlich einen Schnelltest in die Nase und wartete das Ergebnis ab. Negativ. Damit war ich wieder entspannt. Auch wenn die Schnelltests keine 100%tige Sicherheit geben. Was mich an der Sache viel mehr ärgerte, war die Tatsache, dass ich eine Verabredung zum Frühstück mit einer Freundin absagen musste. Es wäre die erste Verabredung für uns beiden Mamas nur mit Kleinkindern seit Mooooonaten gewesen. 

Nun denn. Am nächsten Morgen brachte ich dann den Einzeltest zur Schule und beaufsichtigte das gelangweilte und fitte Kind. Gemeinsam warteten wir dann wieder auf die Benachrichtigung aus dem Labor. Am nachmittag wussten wir dann, der Test war negativ. Am nächsten Tag ging’s wieder zur Schule. Mit meiner Freundin machte ich hoffnungsvoll einen neuen Frühstückstermin für Freitags aus.

Aber auch diesen musste ich wieder absagen, weil Donnerstag nachmittag erneut der Poltest positiv war. Also gleiches Spiel wie ein paar Tage zuvor. Verabredung absagen, Einzeltest in die Schule bringen, das gelangweilte und fitte Kind beaufsichtigen und dabei selbst ordentlich abbauen. Ich hatte mich bei der erkälteten Hummel angesteckt. (….habt ihr schon mal einen Text geschrieben, bei dem ihr zwischendurch im 50 Sekundentakt Bruchrechnen im Allgemeinen und Besonderen erklären müsste und euch dabei ein Kleinkind in den Haaren wühlt?)

Also, ich wurde kränklich und legte mich ab Freitag nachmittag inklusive den kompletten Samstag ermattet auf die Couch oder ins Bett. Die Kinder waren gnädig, so dass ich Sonntags schon wieder ganz gut beisammen war. 

So konnte ich die Zweitklässlerin zu einem Geburtstag fahren, das wilde Mädchen zu einem Tagesausflug mit einer Freundin verabschieden, die Zweitklässlern wieder abholen und dann den Sohn zu einer Halloweenparty bringen. 

Dazwischen habe ich nochmal geruht, mich mit Einbruch der Dunkelheit in eine Hexe verwandelt und den Sohn wieder abgeholt. Seine Worte waren: Du siehst peinlich aus. Tja, nun.  Continue reading…