Sommerferien Review

Wie waren unsere Sommerferien?

Irgendwie anders als gedacht. 

Es war ein Sommer, der auf Grund nur mäßiger Temperaturen einige Ausflüge und Unternehmungen erlaubte, die bei Hitze nicht möglich gewesen wären. 

Dazu zählte über einige Wochen auch die Mittagsspazierrunde mit K4, die nur so in den noch wichtigen Mittagsschlaf fand. Bei Gluthitze wäre ich niemals mittags spazieren gegangen.

Es war auch ein Sommer, in dem wir recht viel Autofuhren und wir alle nun textsicher das aktuelle Album von Danger Dan mitsingen können. Irgendwie mögen es hier alle und so forderten die Kinder es im Auto immer ein. Laut wurde auf der Rückbank mitgesungen und sogar K4 macht in einem lustigen Kauderwelsch mit.  Nebeneffekt war, dass unsere Kinder nun wissen was Sextouristen sind, was ein Konjunktiv ist und wie es sich um die politische Einstellung gewisser Personen verhält. 

Es war ein Sommer, dessen moderate Temperaturen uns deutlich weniger Zeit am Wasser bescherte als gedacht. (Aber es kam ja genug Wasser von oben, muss man ja leider sagen. Für die Natur gut, wo es nicht zu Überflutung und Zerstörung gekommen ist, fürs Gemüt eher solala.)

Es war auch ein weiterer Sommer ohne Reisepläne. Irgendwie kommen wir die letzten Jahre da nicht in die Pötte aus unterschiedlichsten Gründen, aber nicht zuletzt auch wegen der Pandemie.

Es war ein Sommer, in dem der Mann und ich und alle wichtigen Erwachsenen um uns herum ihren vollen Impfschutz erlangten, was uns deutlich entspannte.

Was haben wir also gemacht?

Es war ein Sommer mit in den Tag hinein leben, im Garten zelten, Fahrradtouren zum Rhein, zu Spielplätzen und zum Eisessen machen. Ein Sommer mit Freunde und Verwandte treffen, Geburtstag feiern, Schwimmkurs machen und auch Wasser aus dem Keller schippen. Ein Sommer mit Eisenbahnmuseum, Affen-und Vogelpark Eckenhagen, Glessener Mühlenhof besuchen, Kurzurlaub mit Übernachtung bei Freunden auf dem Land, leckerem Essen, Lagerfeuer und Sternegucken.

Hier und da waren wir verabredet mit Freunden, Verwandten und Kindern. 

An meinem Geburtstag waren wir dann zum ersten Mal als Familie im Phantasialand. Oma und Opa begleiteten uns. Der Tag ist eine eigene Geschichte für sich.

Es war aber auch ein Sommer mit einwöchigem Klettercamp für die drei großen Kinder. Diese Woche war für die Kinder definitiv ein Highlight. Was mich sehr freut.

Am Badesee waren wir hingegen nur zweimal. Und das Planschbecken hat auch selten im Garten gestanden.

Es war auch ein Sommer, in dem ich eine Erkenntnis erlangte und mich auf Grund dessen in ein speziellen Thema gründlich einlas /einlese. Ein Thema worüber ich erstmal nicht öffentlich schreiben werde, was aber unsere Familie tatsächlich sehr beeinflusst. Unwissend schon seit Anbeginn. Aber jetzt haben ich das Gefühl einer Erleuchtung und damit einer Erleichterung. Emotional wühlt es mich etwas auf.

Nun hat die Schule wieder begonnen, der Sommer will auch nicht so richtig ein richtiger Spätsommer sein und passt sein Wetter sehr dem aktuellen Weltgeschehen und der damit verbundenen Stimmung an. Von wechselhafter Laune begleite ich nun einen Fünftklässler, eine Viertklässlerin, eine Zweitklässlerin und ein zweijähriges Kleinkind durch die Unwegsamkeiten, die dieses Jahr noch so im Petto haben wird. 

Spenden für Opfer der Flutkatastrophe-aktualisiert

Ich schrieb letzte Woche:

Bevor ich hier in Kürze einen Abriss zu unserer letzten drei Ferienwochen gebe, habe ich noch ein Anliegen an euch.

Die Flutkatastrophe hat neben den medial weit verbreiteten Schauplätzen auch noch kleinere Schauplätze hinterlassen und obgleich große Summen von großen Organisationen gesammelt wurden, kommt davon bei den einzelnen Betroffenen nicht unbedingt etwas an. Viele haben einfach ALLES verloren oder aber so viel, dass die Unkosten sehr hoch sind. Versicherungen zahlen oft nicht, weil ein bestimmter Passus nicht drin stand oder aber man gar keine Versicherung hatte.

Dazu kommen psychische Belastungen. Es ist ja nicht nur die Zerstörung durch die Flut, die Spuren hinterlässt. Es sind auch Freunde gestorben und der Wiederaufbau dauert.

Eine Freundin in Kall erlebt gerade mit ihrer Familie dieses Szenario und ich kann nur erahnen, wie unfassbar belastend die gesamte Situation ist. Nicht nur, weil ihr Haus und das Haus ihrer Eltern saniert werden müssen, sondern auch, weil im nahen Freundeskreis Menschen einfach alles verloren haben. Ein guter Freund ist gar bei einer Rettungsaktion ums Leben gekommen.

Ich habe einen MoneyPool bei PayPal eingerichtet und würde dort gerne Geld sammeln und an meine Freundin überweisen. Ich weiß, sie wird es klug verwenden und ich hoffe sogar, dass sie nicht alles an andere Betroffene weiter gibt, sondern es auch für ihre Familie nutzt.

Wer also noch nicht irgendwo gespendet hat und/oder noch etwas übrig hat, kann an dieser Stelle sicher sein, die Spende kommt genau da an, wo sie gebraucht wird.

Hier stand ein link zu einem PayPal Moneypool, der am letzten Montag abgelaufen ist.

Aktueller Stand, heute am 18.8.2021:

Die Sammelaktion hat stolze 611 Euro zusammen getragen. Hinzu kommen 150 Euro einer ganz zauberhaften Aktion von ein paar Kindern hier aus dem Ort. Die Kinder haben aus Stoffresten kleine Täschlein genäht und diese in ihrer Nachbarschaft verkauft und den Erlös gespendet. Die Beträge sind bereits an meine Freundin in Kall überwiesen.

Ich hoffe sehr, dass es hilft und freue mich unbändig über Eure Mithilfe! Wirklich: Vielen vielen Dank!!!!❤️ Ihr seid toll!

Zu mehr Schreiberei reicht gerade meine Zeit nicht. Jetzt muss erstmal hier der Schulalltag wieder vernünftig anrollen. Aber nächste Woche gibt es wieder frischen Lesestoff!

Gedanken beim Autofahren-Juli 2021

Von zu viel Wasser und Corona und Befindlichkeiten

Da sitz ich also und fühle mich nur mäßig beschwingt, obwohl ich mit den Kindern einen spontanen Ausflug mache. 

Ist es überhaupt ok meinen Familienferienalltag ganz normal zu führen, obwohl nicht weit weg von uns Leute ihre Existenzen und ihr zu Hause verloren haben? 

….

Ja, es ist trotzdem ok „normal“ weiter zu leben. Denn im Grunde gibt es ständig irgendwo auf diesem Planeten Katatstrophen. Und es ist niemandem damit geholfen, wenn ich mich nun im Dauerzustand deprimiert in eine Ecke setze und durch meine Gedanken selbst auslauge. Dann bin ich sozusagen Grundlos auch nicht mehr einsatzfähig.

Es wäre allerdings jemandem damit geholfen, packte ich mit an beim Aufräumen. Aber wer soll dann meine Kinder beaufsichtigen? Ich könnte die Kinder von Betroffenen der Wassermassen mit beaufsichtigen. Aber die anderen Kinder kennen mich nicht und sind vielleicht lieber bei Freunden untergebracht, weil ja ohnehin gerade alles ganz ungewiss für sie ist. Wenn das Vertraute schon so zerrüttet ist, ist ein möglichst vertrautes Umfeld sehr wahrscheinlich das Beste. Mal davon abgesehen…..meinen Energie reicht gerade für unsere 4 Kinder so aus. Das letzte Jahr hat geschlaucht. Und ein paar Entwicklungen hier schlauchen auch. 

Aber ich müsste….ach verdammt, jetzt fangen die da hinten an zu streiten. Muss das immer so laut sein? Die Hummel wäre fast eingeschlafen. Oh, nein, jetzt wird es immer wilder….ich kann nirgendwo anhalten. Kack Stau. Wo wollen die Leute alle hin? 

Ich will ja aber auch irgendwo hin. Mit dem Auto. Ok, wir sind 5 Leute im Auto und die Strecke hätten wir mit dem Fahrrad nicht geschafft. Also, ich alleine schon…, aber die Kinder nicht. Und in den anderen Autos sitzt immer nur EINER. 

Aaaaaaahhh! Hört auf zu schreien und euch zu kloppen dahinten! Wir machen doch einen AUSFLUG!!!! Scheiße, wieso kommt hier nicht mal ein Randstreifen??? Kack Individualverkehr.

Ist es überhaupt nötig, dass ich meine Kinder mit dem Auto irgendwo hinkarre? Früher musste man auch in seiner näheren Umgebung unterwegs sein. Da hatte keiner ein Auto. Aber ich will doch auch mal was anderes sehen. Nicht immer den selben Trott. Die Kinder müssen doch auch mal raus. Müssen sie das wirklich? Oder muss ICH das nur, damit ich das Gezanke mal ein Weilchen nicht erleben muss?

Wie haben das die Menschen früher nur ausgehalten immer am selben Fleck? Oder sind wir heute einfach nur verwöhnt? Vielleicht war es früher auch idyllischer? Ne. Nicht überall. Eher sogar nicht. Das sind ja romantisch verklärte Geschichten, die ich da in meinem Kopf abrufe. Das Leben war kurz und hart. Die meisten hatten gar keine Zeit über Ausflüge auch nur nachzudenken. Geschweige denn über Reisen. Denk mal an die Oma und ihre Kindheit…

Aber Reisen bildet. Ausflüge manchmal auch. 

ICH DREH GLEICH WIEDER UM, KINDER!

Ne, kacke. Scheiß Idee. Zu Hause streiten sie weiter. Auswärts besteht die Chance, dass es ganz gut wird. 

Mist, jetzt ist die Kack Ampel auch schon wieder rot. WO wollen die alle hin? Und ihr da hinten gebt endlich RUHE, sonst habt ihr Fernsehverbot!

Also, wie soll das gehen mit der Umwelt und dem Klimawandel? Was kommt da noch alles auf uns, bzw unsere Kinder zu? Wir müssen uns so oder so vorbereiten und was tun.

Ach, das Lied ist so schön. Würde ich gerne in Ruhe hören.

Ruhe dahinten!

Prima. Da hinten qualmen die Schlote der RWE. Da muss ich gleich wieder an Laschet denken. Da krieg ich Puls. Haut ruhig raus die Kacke! Grabt noch größere Löcher. Verheizt den Planeten.

Und zündet doch auch ruhig weiter den Regenwald an.

Das hat doch alles keinen Sinn!

Und Ausflüge….RUHE DAHINTEN!…kann man wegen Corona nicht einfach so ungeniert machen. Jede Pups Unternehmung, jede Verabredung wälze ich gedanklich mehrfach durch.

KINDER BITTE! Und du da vorne fahr doch einfach. Fahr!

Werde ich eigentlich neurotisch? BIN ich schon neurotisch? Komm ich da wieder raus?

Wo muss ich nochmal abbiegen? Hier? Oder eins weiter? Der Mann sagt, ich hätte mich ökomäßig radikalisiert. Finde ich nicht. Und wenn, irgendwer muss doch die Klappe aufreißen für die Umwelt. Einfach Schulterzuckend stillschweigen kann nicht die Lösung sein. 

Und jetzt sind auch noch 3 andere Ausflugsziele nicht mehr gut zu erreichen, wegen dem scheiß Regen letzte Woche. Wie kommt man derzeit überhaupt in die Region jenseits der Erft?….Luxusprobleme. Luxusprobleme. Hör auf dich zu beschweren. Es gibt Schlimmeres, als drei nicht erreichbare Ausflugsziele. Es gibt Leute, die stehen buchstäblich Knietief in der Scheiße. Da ist gar nix mit Ausflügen und Ferien und so. Nicht mal mehr ein zu Hause haben die oder gar Klamotten. Naja, gibt auf diesem Planeten noch andere Menschen ohne nix. Und die werden dann sogar noch scheiße behandelt…Aber was weit weg ist, kann man gut ausblenden. Traurig.

Mist, jetzt bin ich an der Abzweigung vorbei gefahren. Wenden. Wo kann ich wenden?

FERNSEHVERBOT FÜR ALLE!

Ich dreh jetzt die Musik so laut auf, dass ich die Kinder nicht mehr höre. Vielleicht klappt es. „Das Viktoria Gymnasium in Aaaaaachen, schmückt sich auf Wikipedia mit meinem Namen…“

Jaaaa! Ich bin eins zu weit gefahren, ich muss WENDEN. Wir sind aber gleich da!

Dieses Corona Ding…..Ich wollte in diesen Ferien die Kinder und mich so gut es geht auftanken, damit wir den nächsten Corona Herbst nochmal einigermaßen durchhalten. Aber irgendwie….das Wetter ist so semi, die Ausflugsziele schwierig, die Stimmung auch schwierig. Meine Stimmung ist schwierig. 

Aber hej, komm, die Kinder hatten schon ne Woche Schwimmkurs, bald gehen sie klettern und auch sonst gibt es noch ein paar kleine schöne Unternehmungen. Wenn es nicht wieder Sturzbäche regnet. 

Wir sind da. Na mal schauen, wie der Tag so wird. Immerhin scheint es nicht voll zu sein. Wir parken da hinten im Schatten. Pinkeln muss ich auch mal. Dringend.

Kinder wartet mal.

Rückfahrt.

Der Tag war besser als gedacht. Gemütlich. Keine Streitereien mehr. Wunderbar. Kinder ausgepowert. Aber irgendwie bin ich auch platt. Vom auf der Bank rum sitzen und meinen Gedanken.

Ich glaub, ich fahr nochmal am Supermarkt vorbei und kaufe was Leckeres fürs Abendbrot. Da könnte ich auch gleich noch dies und jenes und welches einkaufen. Ach ja, Eier. Und Quark auch noch. Und…

Schon wieder so Autolawienen. Das war doch früher nicht so. Autofahren macht keinen Spaß, wenn die Straßen so verstopft sind. Das ist doch kacke. Aber klar, wegen Corona fahren alle lieber mit dem Auto. Ich ja auch. Aber eigentlich fahren in den letzten Jahren immer mehr Menschen Auto. Auch schon vor Corona. In meinem Heimatdorf, weiß man ja auch schon nicht mehr, wo man parken kann. Was ne Entwicklung. JEDER hat ne Karre.

Anstatt mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, fahren die Leute mit dem Auto dann auch noch ins Fitnessstudio. Ergibt doch irgendwie keinen Sinn. 

Kinder, ich halte gleich noch am Supermarkt. Habt ihr Essenwünsche für heute Abend?

Hoffentlich schläft die Hummel jetzt nicht mehr ein. 

Ach, die beiden Karren gehören aber keinem Elter. Is klar, dass die trotzdem auf dem Elternparkplatz stehen. Ich parke ganz dahinten. Das ist eh entspannter zum einpacken gleich. Hab ich auch noch 15 Schritte meine Ruhe, bevor ich den Supermarkt betrete. Bestimmt finde ich wieder nicht alles. Der Supermarkt hier ist ja anders sortiert, als seine Artgenossen an anderen Standorten. Ich hasse Einkaufen.

Wo ist meine Maske?

Was ne wirre Woche

Die Woche begann mit meiner zweiten Impfung…Erleichterung…

Und der zufälligen Feststellung, dass eine Nachbarin und ich, beide unwissend, vor über 12 Jahren mal zusammen auf einer Bühne gestanden haben. Achtung: in Erfststadt! Kein Witz. (Kam durch einen Zufall raus, es gibt sogar ein Foto auf dem wir beide direkt nebeneinander drauf sind.)

Und die Woche begann auch mit der Aussicht auf Dauerregen. Sommer-Pause. möp

Ich stellte mich also auf Regen und auf Nebenwirkungen ein und erlaubte den Kindern mehr Medienzeit.

Tatsächlich blieb es am nächsten Tag draußen noch trocken und ich fühlte mich lediglich etwas matschig und dümpelte auf dem Sofa rum. Die Einstichstelle zwiebelte. Abends wurde ich wieder munter und fragte mich, ob ich vielleicht nur müde vom Rumliegen gewesen sei. 

Am nächsten Tag wollte ich wieder durchstarten. Das Wetter schlug mir aber aufs Gemüt. Es regnete ohne Unterlass. Der Mann meinte, bevor er zur Arbeit fuhr, ich solle zwischendurch mal einen Blick in den Keller werfen. Bei starkem Regen wird es manchmal in einer Ecke etwas feucht. Und für den aberwitzigen Fall eines stärkeren Wassereinfalls, kramte ich die kürzlich neu erworbenen Gartenpumpe aus dem Gartenhäuschen. Die sollte eigentlich zum Entleeren unseres Planschbeckens sein, damit ich nicht alle drei Tage mit den Gießkannen hantieren muss. 

Obwohl der Sohn schon ab vormittags einen Freund zum Spielen da hatte, erlaubte ich den Kindern nahezu ausufernde Medienzeit. Es war einfach zu deprimierend da draußen und ich hatte irgendwie keinen Nerv auf Diskussionen. 5 Kinder und ich starrten abwechselnd auf den Bildschirm oder aus dem Fenster. Im Garten bildeten sich Tümpel. Im Keller ein paar feuchte Flecken.

Ich machte mit K4 am späteren Nachmittag dann noch eine kleine Runde zum Briefkasten und wir beide bestaunten das weiterhin pausenlose Prasseln des Regens, die Rinnsale und kleinen Bäche, welche sich über Straßen und Gehwege bewegten und fröhlich plätschernd in die Kanalisation ergossen. Wir waren trotz Regenschirmen schnell nass.

Der Spielkamerad wurde alsbald abgeholt und ich sah nochmal im Keller nach. Da waren dann aber keine nassen Flecken mehr, sondern Pfützen. Etwas konfus kramte ich ein paar Dinge hin und her, in der Hoffnung, sie blieben trocken. Ich rief den Mann an. Aber das Mobilfunknetz sponn. Die Verbindung wurde unterbrochen. 

Die Kinder kamen auch in den Keller und waren erstaunt, aufgeregt aber auch ängstlich. Vor allem eines der Kinder bekam Angst, denn was wäre, wenn der Keller ganz voller Wasser liefe. (Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir nicht, was andernorts bereits für Dramen passierten.) 

Ich beruhigte, besprach aber auch, was im Falle einer richtigen Überflutung zu tun wäre. Ein bisschen aufgeregt war ich auch. Der Garten war nun zur Hälfte Knöcheltief unter Wasser.

Dem Wetterbericht entnahm ich dann, dass es gegen 21 Uhr aufhören würde zu regnen und bekam am Rande mit, das ein Autobahnkreuz, an dem der Mann definitiv auf seinem Heimweg vorbei müsste, halb gesperrt sei. 

Im Keller wurden die Pfützen größer. Ein paar noch verschlossene Pakete mit Regalen für den Keller standen (eigentlich trocken) nun im Wasser und waren schon so aufgeweicht, dass ich sie nicht anheben konnte, ohne dass unten der Inhalt herausfiel. Alles, was da im Keller so lagert, ist auch so schwer. 

Ich rief den Mann nochmal an, ob er nicht früher kommen könnte und informierte ihn über die Teilsperrung des Autobahnkreuzes. Die mobile Verbindung war eine Katastrophe und unsere Hummel motze und weinte pausenlos. Sie war müde, überdreht und spürte die Aufregung.

Der Mann fuhr dann zwar früher los, aber es dauerte. Ich ließ den Keller erstmal Keller sein und versuchte die Kinder mit Essen zu versorgen und Ruhe herzustellen. Weinende Kleinkinder und ängstliche größere Kinder und Ausnahmesituationen sind ganz ungünstig zusammen.

Im Keller wurden die Pfützen größer und tiefer und zwar in allen Räumen. Ich tauschte meine Latschen gegen Gummistiefel und vergewisserte mich, dass alle Stromleitungen und Steckdosen im Keller hoch genug lagen und ich nicht etwa in Kürze mit einem Stromschlag rechnen müsste. 

Der Garten stand mittlerweile komplett unter Wasser. Ein bisschen ratlos war ich. Ein Kind hatte weiter Angst. Ich erklärte wieder alles, was theoretisch passieren könnte und wie man dieses Problem dann löst. 

Ich beauftragte die Geschwister auf die Hummel aufzupassen  Auf der Straße vor dem Haus floss das Regenwasser weiter zuverlässig in den Kanal. Die Nachbarn von Gegenüber beklagten auch einen Wassereinbruch im Keller. 

Als der Mann nach gefühlten Ewigkeiten ankam, war er sehr aufgekratzt. Die Fahrt war das reinste Abenteuer gewesen, mehrfach hatte er befürchtet, er käme gar nicht mehr zu Hause an. Straßenunterführungen waren teilweise schon nicht mehr befahrbar. Straßen standen grenzwertig hoch unter Wasser. Überall sprudelte es. Am Anfang unserer Straße sprudelte wohl auch das Wasser schon aus den Gullies heraus. Unsere Smartphones bekamen gefühlt halbstündig Warnnachrichten.

Etwas hektisch räumten wir dann zusammen einige für uns wertvolle Dinge aus dem Keller nach oben. Denn, wenn der Kanal auch auf unserem Straßenabschnitt überliefe, dann würde der Keller schnell volllaufen. Es nässte schon am Kanalbfluss an der Wand.

Wir haben einen alten Keller und dort gibt es noch eine Sickergrube, welche sich als sehr nützlich erwies. Das Wasser der anderen Räume floss in kleinen Bächlein Richtung Sickergrube. Die alte Pumpe darin war länger nicht in Gebrauch gewesen, da die Sickergrube von uns nicht wirklich gebraucht wird. Also nahmen wir die neue Gartenpumpe dazu.

Den Gartenschlauch schlossen wir an die Pumpe an und legten ihn ganz hinten in unseren Garten, denn vorne der Kanal schien ja schon kurz vorm Kollaps. Als wir die Kellertür nach draußen öffneten, stand da auch das Wasser schon und lief gleich munter zur Tür herein. 

Die Gartenpumpe war super. Schneller als es in die Sickergrube nachfloss, leerte die Pumpe. Wir fegten und schoben zusammen nachlaufendes Wasser Richtung Sickergrube. 

Die Kinder übernahmen das Fegen. Der Mann delegierte und bewachte die Pumpen. Ich brachte die Hummel ins Bett. Der Regen hörte auf.

Das war der Moment, an dem die Kinder Spaß an der Arbeit im Keller fanden. Sie sahen es funktionierte das Wasser so auf niedrigem Niveaus zu halten. Sie konnten mithelfen den Keller unseres zu Hauses vor dem Ärgsten zu bewahren. Wenn es weiter geregnet hätte, hätte das alles sehr wahrscheinlich nicht mehr geholfen. 

Als das Wasser nur noch langsam nachlief, schickten wir die Kinder auch ins Bett und machten selbst erstmal eine Pause. Dann kam die Warnung eines Gefahrenstoffaustritts im Ort, was uns wahrscheinlich aber nicht direkt betreffen würde. Der Wetterbericht meldete mögliche weitere heftige Regenfälle zwischen 12 Uhr und 2 Uhr nachts.

Wir blieben noch lange wach und bewachten das Geschehen im Keller. Die Nacht blieb dann aber ruhig. Es kam kein Regen und auch keine Warnung mehr.

Als ich am nächsten Tag die Nachrichten las, wurde mir ganz schwindelig. Während wir in unserem kleinen Heim ganz mit uns beschäftigt gewesen waren, war andernorts die Katastrophe hereingebrochen. Unfassbar. Da war unser Abend lediglich ein kleines nahezu vergnügliches Abenteuer gewesen. 

Ganz geheuer ist mir das seit dem nicht. Wir hören ständig Feuerwehrsirenen und Hubschrauber. Das sind Geräusche, die mich tendenziell nervös machen. Erftstadt ist nicht weit. Die Erft selbst ist „eine alte Bekannte“ von mir, in der ich unfreiwillig als 4 Jährige „ein Bad“ nahm und von der ich Jahre lang regelmäßig Alpträume hatte. Ein bisschen ist es so, als bekäme mein Unbehagen ob dieses an vielen Stellen immer noch begradigten Gewässers nun eine zusätzliche Berechtigung. 

Gefühlt ist um uns herum überall irgendwie gerade zu viel Wasser. Wir sind hier sicher. Aber die Bilder aus den Katastrophengebieten sind erschlagend. 

Ich war vorgestern auch nicht so entspannt, als der Mann zur Arbeit fuhr. Was weiß ich, wo noch alles im Nachgang ne Straße unterspült wird.

Mal davon abgesehen sind neben den ganz krassen Überschwemmungsgebieten auch viele Leute betroffen in Stadtteilen oder Orten, die in den Nachrichten gar nicht groß oder sogar überhaupt nicht erwähnt werden und deren Häuser ebenso für länger unbewohnbar geworden sind. Schlimm! 

Wir trocknen dann jetzt die feuchten Kellerwände und Böden und werden wohl auch noch das ein oder andere Teil dem Sperrmüll zuführen müssen. Aber das ist nahezu egal. Ich ärgere mich nicht. 

Ich hoffe sehr, es euch geht allen gut!

Zeitnot aus Gründen

Es ist 6:05 Uhr.

Eine Uhrzeit, zu der ich normalerweise noch nicht denken kann. Es sei denn, ich hatte einen 1,5 Stündigen Vorlauf. Wie heute. Keine Ahnung was los war. Die Hummel erwachte schlecht gelaunt, machte mich mit nachhaltigem Gemotze dann auch wach, um final wieder einzuschlafen. 

Ich nutze diesen Moment dann doch einfach mal, um meinen gerade verwaisenden Blog nochmal zu füttern. Ich komme gerade nicht dazu viel zu schreiben, obgleich es die ein oder andere erheiternde Situation gegeben hat in den letzten Wochen.

Zum einen bin ich derzeit latent überfordert mit dem Tempo und der Termindichte der aktuellen Lockerungen und Erleichterung des Pandiemiegeschehens, gleichzeitig etwas ungeübt im wieder Auflebenlassen sozialer Kontakte im Reallife. Eine Art Fremdeln mit allem. Und dann bin ich immer öfter mit Recherchen beschäftigt. Nach einem Jahr eingefrorener Sozialkontakte, treffe ich nun öfter Menschen, die mich mit Informationen konfrontieren, bei denen ich imaginär den Mund auf und zu klappe, denke DAS stimmt doch nicht. Aber ich bin im Thema nicht drin und kann gar nichts Fundiertes erwidern. Ich bin bisher auch immer so irritiert, dass ich hinterher erst denke, ich hätte wenigstens nach der Quelle dieser Information fragen sollen. Das muss ich mir jetzt mal angewöhnen.  Und weil mich diese irritierenden Informationen dann beschäftigen, muss ich das nachlesen. Bisher stellen sich diese „Informationen“ immer als Halbwahrheiten heraus. Ich fürchte die Socialmediafakenewsverschwörungsblase greift schlimmer um sich, als man glauben möchte.

Dann laufen hier auch wieder ein paar „Hintergrundprogramme“ rund ums Familienleben, die immer mal Zeit brauchen. Aufregung kurz vor den Sommerferien. Aufregung wegen dem letzten Grundschultag. Aufregung wegen der weiterführenden Schule. Zeugnisse, Geburtstage, Orgakram, ein größeres Projekt…..und alles noch mit den Pandemienachwirkungen und den Pandemie-Ausblicken für den Herbst.

Unsere Hummel ist passend zu der ganzen Aufregung mit vollem Karacho in einem dicken Schub angekommen und damit auch in der NEIN-Phase, in der „Mama, Arm“-Phase, in der ICH-kann-das-allein-Phase, in der Ich-will-nicht-allein-Phase, in der Ich will-nicht-schlafen,bin-aber-müde Phase, in der Ich-habe-keinen-Hunger-Phase, in der der Ich-weiß-doch-auch-nicht-Phase etc pp

Sie schläft mal viel, mal wenig. Den Mittagsschlaf möchte sie gerne nicht machen, schafft es aber definitiv noch nicht bis abends durchzuhalten und schläft dann am späten Nachmittag ein, was wiederum verheerend für meinen Feierabend ist. Ich hab dann nämlich keinen.

Beim Sohn gab es diese Phase auch, nur etwas früher und da konnte ich mich mit ihm Mittags hinlegen und ihn zur Ruhe und zum Schlafen bringen. Da blieb der Tagesablauf dann relativ konstant. Jetzt aber fällt die ursprüngliche Mittagsschlafzeit der Hummel in die Mittagszeit in der die Großen nach hause kommen und es Essen gibt. Ich kann mich also nicht mit hinlegen. Das bedeutet, ich muss die Hummel gewähren lassen. 

Manchmal schläft sie vormittags ganz früh um 10 auf der Couch oder dem Boden oder der Esszimmerbank ein. Und dann nochmal am späten nachmittag.

Erst gestern nachmittag schlief sie auf einem Spielplatz auf meinem Arm ein. Möp.

Und weil nicht schon ohnehin genug zu tun ist, wurden zwei komplette Vormittage noch mit Arztbesuchen zu Nichte gemacht. Einmal musste ich mit einem wirklich schlimm gebeutelten Heuschnupfenkind zum Kinderarzt. Und an einem morgen warf sich die Hummel die Treppe runter. Zum Glück ist es eine Holztreppe mit runden Kanten. Aber die Beule auf der Stirn nahm sofort beängstigende Ausmaße an und der Mann, zum Glück noch zugegen, und ich saßen dann schon im Auto Richtung Kindernotfallambulanz. Im Endeffekt sind wir doch nicht hin gefahren, denn das Kind war munter erfreut, dass wir Auto fuhren und wir beriefen uns dann auf unsere bereits mehrfach gemacht Erfahrung mit Kopfstürzen bei den anderen Kindern. Dennoch saß mir der Schreck in den schlotternden Gliedern.

Und wenn dann nachmittags mal alle Kinder irgendwie beschäftigt oder unterwegs sind, kommt die Hummel und sagt: „Mama, ick!“ Klopft auf einen Stuhl, weist mich an die Beine hochzulegen und legt sich dann lang ausgestreckt auf meine hochgelegten Beine und schläft ein. Dann sitze ich da. Wenn das Kind mir vorher wenigstens einen Kaffee dazu machen und meinen Lesestoff dazu legte, würde ich es glatt genießen. 

So, ein Blick auf die Uhr sagt: Ich kann jetzt mal richtig aufstehen, mich ankleiden und die Letzter-Schultag-vor-der-Sommerferien-Kinder wecken.