Willkommen 2020

Während die Kinder fröhlich als Einhörner und mit neuen Wackelzähnen durch die Wohnung rennen, denke ich daran, was das Jahr 2020 bringen wird. Ich mag die Jahreszahl irgendwie gern. Dabei bin ich da sonst eher leidenschaftslos. Sind halt Jahreszahlen. Selbst dem Jahr 2000 konnte ich nichts sonderlich abgewinnen. Ich erinnere mich nur an das Silvester 1999/2000, dem Hype darum und an den dann eher schwierigen Abend.

Der Abend gestern war nicht schwierig. Er war eher einer der ruhigsten Abende in unserem Elterndasein. Wir hatten auch schon muntere Partys hier so unter uns. Aber egal. Die Erwartungen für Silvester habe ich spätestens zum Jahreswechsel 1999/2000 für immer über Bord geworfen. Alles kann, nichts muss.

Das Baby blieb gestern gut gelaunt mehr oder weniger wach in der Trage und ist das erste Baby von den 4ren, welches nicht einfach alles im Bettchen verschlief, als sei nichts (während draußen damals, noch mitten in der Stadt, ein akustischer Bürgerkrieg in den Straßen tobte). Die Kinder durften Limonade trinken und so lange DVD schauen, wie sie wollten (sie hatten keine Lust auf Spiele) und der Mann und ich hörten ein bisschen Musik und unterhielten uns. 

Über das letzte Jahr sprachen wir kaum. Ich hatte auch keine Lust nochmal genauer darüber nachzudenken. Es war ein seltsames Jahr mit sehr schwierigen Abschnitten. Wir haben viel geredet und in unser beider Innenleben gewühlt. Die Umstände um uns herum brachen ein paar Dinge auf, die nun heilsam bearbeitet werden. Der überaus positive Höhepunkt war die Geburt unseres 4. Kindes, was insgesamt für mehr Ruhe und Entspannung sorgte und auch nochmal neue Gedanken und Prioritätensetzungen in Gang brachte.

Ich kann nicht sagen, dass 2019 ein schlechtes Jahr war. Es war überaus schwierig und hat dadurch etwas in Gang gebracht, was ich aktuell als sehr positiv empfinde und uns als Kernfamilie noch mehr zusammen rücken lässt. 

Und so wie ich meine Erwartungen an Jahreswechsel verworfen habe, so habe ich auch keine großen Erwartungen an das neue Jahr. Ich hoffe wir können weiter heilsam an dem arbeiten, was da letztes Jahr begonnen hat. 

Wenn ich mir jedoch für 2020 etwas wünschen dürfte, dann sind es folgten Dinge:

Ich wünsche mir, dass die Menschen wach werden und alle ein Bewusstsein für unseren Planten und unser Miteinander entwickeln. Denn mit dem Bewusstsein ist es nicht so weit fortgeschritten, wie es sein könnte. Vieles haben wir nicht wirklich in der Hand, aber einiges können wir selbst tun. Angefangen damit nicht Unmengen Silvesterböller zu zünden. Man könnte ja einfach weniger Feuerwerk machen. Man muss ja nicht komplett verzichten. Hier im Ort sah es dieses Jahr so aus, als würde dahingehende ein Umdenken stattfinden.

Wir leben aktuell in einer Welt, in der mal platt gesprochen, die meisten durch die Landschaft trampeln und achtlos Schmutz, Zerstörung und Verwüstung hinterlassen. Vor allem die westliche Welt. Und vor allem die, die genug von allem haben. So nach dem Motto: Nach mir die Sintflut. Und immer auf der Suche nach innerer Zufriedenheit und Glück, scheint der Konsum ein Heilmittel.

Vor lauter Selbstoptimierung und Anhäufung von überflüssigen Wohlstandskonsumartikeln, wird das wichtigste aus den Augen verloren. Wir können nur alle glücklich und friedlich auf diesem Planeten leben, wenn wir ihn pflegen.

Anstatt im Sommer energiefressende Klimageräte anzuschließen, weil sich die Hitze auf den zubetonierten Vorgärten (für die Ordnung und die Sauberkeit 🙄)  staut, wünsche ich mir wilde, nur wenig aufgeräumte, grüne Gärten. Sie bringen Kühlung!, Heimat für nützlich Insekten und Vögel und auch Freude fürs Auge. Gleichzeitig könnten dort Früchte, Kräuter und Gemüse für den Eigenbedarf angebaut werden. Es wäre ein kleiner, aber in der Masse großer Beitrag für unser aller Klima. Wäre es nicht schön, wenn wir alle einen verwunschenen Garten hätten, in dem wir von Bienen umsummt auf einer Gartenbank im Halbschatten sitzen könnten? Die Sommerhitze wäre sehr viel erträglicher. Versprochen!

Anstatt vertrocknete kurz geschorene Grünstreifen und Verkehrsinseln in den Städten und Kommunen, wünsche ich mir blühende Wiesen.

Anstatt uns in endlosen Autolawinen in die Städte zu wälzen, wünsche ich mir mehr Radfahrer. Es wäre nicht nur für den Verkehr besser, sondern auch für die Luft und die eigenen Fitness. Und wenn mehr Menschen mit dem Fahrrad fahren, dann ist auch der Autoverkehr nicht mehr so massiv und weniger gefährlich für Radfahrer.

Anstatt Zigarettenstummel überall in die Umwelt zu werfen, wünsche ich mir, dass die Raucher, wenn sie das Rauchen an sich schon nicht lassen könne, ihre Zigarettenstummel wenigstens einsammeln und in den Müll schmeißen!

Ich wünsche mir auch, dass, wer es kann, langlebige und zeitlose Produkte kauft. Es gibt Kleidung und Gebrauchsgegenstände, die müssen nicht aus billigem Plastik in Fernost mit heißer Nadel zusammengeflickt werden. Das geht auch anders. Das kostet dann einmal etwas mehr, aber auf die Dauer gesehen ist es sogar billiger. Und was man flicken und reparieren kann, muss man nicht wegschmeißen. Die schnelllebige Mode braucht doch auch niemand! Wirklich nicht.

Und dann wünsche ich mir natürlich auch größere Dinge. Zum Beispiel, dass die weltweite Politik endlich und nachhaltig tätig hinsichtlich sämtlicher Umweltthemen wird! Aber das wird sie nur, wenn die Bevölkerung Druck ausübt und die Politik nicht im Hintergrund von großen Konzernen gesteuert wird, die nicht an das Wohl aller, sondern nur an das eigene Bankkonto denkt.

Da wünsche ich mir auch, dass alle, die Angst vor Überfremdung und ähnlich „gefährlichen“ Strömungen haben, mal die Augen auf machen und sehen, dass die Klimaerwärmung langfristig noch ganz andere Probleme bringt. Und die Klimaerwärmung lässt sich nicht mehr weg diskutieren. Wer Angst vor Veränderungen hat, schafft sich mit konservativen Gedanken langfristig mehr Probleme, als im Hier und Jetzt mal mit wachem Verstand die Ärmel hochzukrempeln und sinnvolle Veränderungen möglich zu machen.

Die Frage lautet: 

Was brauchen wir alle, damit wir alle im Einklang mit einer maximal gesunden Umwelt ein gutes Leben führen können und wie können wir das umsetzen? Gemeinsam. Für alle gerecht. Und für die nachfolgenden Generationen.

Und damit wünsche ich uns allen ein positives Jahr 2020.

Eine schöne Zahl. 🙂

  1 Kommentar

  1. Avatar Kalinka   •  

    Vielen Dank für die schöne Zusammenfassung und das du deine Gedanken so großzügig teilst und damit gerade den Familien immer ein bisschen Hoffnung in der verrückten Zeit gibts. Ich kann mich deinen Zeilen nur anschließen und wünsche auch ein 2020, indem die uns alle betreffenden Themen aktiv angegangen werden 🙂

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