Viel zu sagen und zu nix gekommen.

Ich würde für euch, für m i c h gerne mehr aufschreiben. Ganz viel sogar. Es kommt mir gerade vor, als läuft ein Stau auf. Ich komme nicht dazu. 

Es geht einfach nicht.

Kaum setzte ich mich am Tag an den Rechner quakt ein Kind nach mir. Dass das Kleinkind das natürlich nicht aushalten kann, wenn ich still und stumm vor einem Bildschirm sitze, ist logisch. Vormittags kann ich also definitiv nichts schreiben.

Vor allem aber sind es die großen Kinder, die mich dann am Nachmittag pausenlos unterbrechen. Ich tippe zwei Sätze, dann tönt es: “Maaamaaa, wo sind die Haferflocken? Maaaaamaaaa!“

Ich stehe irgendwann entnervt auf, nachdem ich schon vergessen habe, woran ich gerade geschrieben habe, und hole die Haferflocken aus dem Schrank, sehe aber dabei, dass sich das fragende Kind schon ein Brot geschmiert hat. „Wieso fragst du mich nach Haferflocken, wenn du ein Brot isst?“, frage ich dann. „Weil ich wissen wollte wo die sind! Vielleicht für morgen.“🥳

Ich setzte mich wieder an den Schreibtisch und beginne eine völlig neue „Geschichte“ in meinem bereits begonnen Text zu tippen. Das fällt mir aber erst auf, nachdem ich mein Schreiben wieder unterbrechen musste, weil die Erstklässlerin pausenlos auf mich einplappert und der Sohn mit mir diskutiert, ob und wann er wieder mal was zocken darf. Nach seinem Gefühl darf er nie. Nach meinem Gefühl täte er nichts anderes, würde ich ihn nicht reglementieren.

Wo war ich also? Ach, ich les nochmal kurz quer….mmmmmh jetzt hab ich zwei Themen vermischt, denke ich dann, und wo ich das gerade lese, da fällt mir noch was ein…!

“Maaaaaamaaaaaa,…….!“

Ach kacke. Ich lass es einfach. Heute abend, da geht es bestimmt.

Möööp. 

Am Abend bin ich Gemüse. Frittiert.

Ich kann nicht mehr denken und auch der letzte kreative Funke ist aus mir gewichen. Nicht mal ne Zeichnung (und ich habe derzeit 3 gute Ideen) will und kann ich machen. Das Gerät, welches mir das digitale Zeichnen ermöglicht, hat dann der Mann unter Beschlag. Aber ich wäre eh zu müde. 

Ich tätigte kürzlich aus diesem Grund zwei Frusteinkäufe, über die ich mich aber wirklich unbändig freue. Ich habe jetzt zwei zuckersüße Umhängetäschlein, wie ich sie schon immer mal haben wollte. Weiß der Kuckuck, wann ich damit mal unter Menschen komme. Aber egal. Man braucht ja Ziele. Gerade in dieser Pandemie. Und in meiner Fantasie kann ich ja jetzt auch mit diesen Täschlein losziehen. In der Realität hänge ich sie mir um, wenn ich mit der Hummel um den Block spaziere.

Heute ist übrigens St. Martin. Die Kinder freuten sich. Nachdem wir hier ein bisschen Schnupfenquarantäne hatten, konnten heute wieder alle in die Schule zum St. Martinsfest. Dem improvisierten. Dem Corona konformen. 

Der Tag ist komisch. Heute mischt sich gar nicht das besinnliche Laternenlaufen mit dem bunten Jeckentreiben der Karnevalshochburgen. Keine Verkleideten. Kein besinnliches Laternenlaufen. Kein Singen. So oder so.

Das wilde Mädchen brüllte gar heute morgen auf die Straße, sie wollte nie wieder zu St. Martin in die Schule.

Auslöser war ein morgendliches Gehampel. Die Erstklässlerin musste ihre hier zu Hause beendete Laterne wieder mit in die Schule nehmen.

Vom Hummelchen umhampelt und umpurzelt, zogen sich alle drei Schulkinder ihre warmen Sachen an und als wir die Haustüre öffneten, regnete es. Tür wieder zu. Laterne mit einer Tüte gegen Regen schützen, Regenschirme raus kramen, die Schulranzen mit einem Regenüberzug (geht ruck zuck) überziehen. Wurschteln, Kramen, das Kleinkind, die Enge im Flur…….

Als wir die Haustüre erneut öffneten, hatte der Regen aufgehört. Alle so: Oaaaaar!

Ok. Aber dann los. Das wilde Mädchen fluchte jedoch über ihre dicke Jacke in Kombination mit ihrem Ranzen. Das ist immer so eine Sache bei ihr. Alles ist dann Scheiße. 

Ich sagte, sie könne ja dann einfach doch die dünnere Jacke anziehen. Es sei ja nicht soooo kalt. Fluchend kam sie wieder herein, wechselte zeternd ihre Jacken, fluchte aber so dann weiter. ALLES an der Jacke und dem Ranzen würde sie stören und überhaupt. Motz, Motz, Motz.

Ich wünschte einen schönen Schultag und schloss die Tür. 😎

Wer sich fragt, von wem sie gewisse Ausdrücke kennt…Sorry. Ich bin Schuld. 

Noch gestern brüllte ich einem Raser in unserer Straße etwas sehr unflätiges hinterher und untermalte mein Wort mit eindeutiger Gestik. Diese kack 🤬 Raser in der 30 Zone! Das geht gaaaar nicht!

Allerdings wartete das wilde Mädchen auch manchmal mit Ausdrücken auf, die ich tatsächlich nie benutze. Die kommen aus der Schule. Alles bin ich nicht schuld! Wirklich!

So, und weil ich mich manchmal gerade frage, wie ich das mit drei Kleinkinder überlebt habe, den Alltag meine ich, da ist mir eingefallen, dass ich das ja teilweise verbloggt habe. Für alle neu dazu Gekommenen, hier ein paar Links.

 

https://beatrice-confuss.de/2015/11/29/mit-kindern-im-bad/

https://beatrice-confuss.de/2015/11/30/kinder-karren-nervengluehen/

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