Kategorien
...und was es sonst noch gibt

Tagebucheintrag September 2026

Liebes Tagebuch…

Wie läuft es so?

Turbulent. Auf allen Kanälen, die mit Schule zu tun haben. Das wären dann 5 an der Zahl in diesem Haushalt.

Es gab Elternabende, 6 Stück, 4 für die Kinder in der Schule, einer beim Sportverein und mein eigener. Haben wir alle wahrnehmen können? Nein, denn viele dieser Termine spielen sich bevorzugt nicht nur in der selben Woche sondern ausgerechnet auch am selben Abend ab. Immerhin hatten wir eine Trefferquote von 3 zu 5 in einer Woche. Den Abend des Sportvereins verpasste ich, weil am selben Tag noch ein Erstehilfekurs in der Schule stattfand, der unerfreulicherweise bis 19:30 ging und damit hatte niemand gerechnet. Und selbst wenn ich noch Zeit gehabt hätte…..ich wollte und konnte mich nur noch völlig ermattet nach Hause schleppen.  In der gleichen Woche gab es noch eine Konferenz und bald darauf folgte noch ein pädagogischer Ganztag. Alle die behaupten Lehrer:innen hätten viel Zeit und frei und überhaupt, Lehrer:in werden, wenn man eigene Kinder haben will, ist doch ideal, da hat man viel Zeit…..Haltet einfach die Schn..ze! 

Ich möchte grundsätzlich nicht jammern, denn ich mag sehr was ich tue! Es ist Sinn stiften und die Zeit vergeht schnell. Ich wollte niemals einen Beruf ausüben, in dem ich die ganze Zeit gelangweilt bin. Das heißt aber nicht, dass es keine Belastungspitzen gibt. Ich würde es sogar eher Belastungsplateaus nennen! Da befinde ich mich grade. Neben den persönlichen Terminen und familiären Aufgaben gibt es in der Schule auch Termine, organisatorische Aufgaben, die gefühlt dieses Schuljahr alle geballt in den ersten Wochen erledigt werden müssen. Menschen, die koordiniert werden müssen/wollen/sollen. Absprachen. 

Dann stelle ich mich natürlich auf neue Persönlichkeiten und deren Eltern ein, die nun frisch in meine Klasse gekommen sind. Da braucht es hier und da Elterngespräche, Mails, Fingerspitzengefühl und gute Begleitung. Gleichzeitig Zweitklässler:innen, die nun auch eine neue Rolle innerhalb der Klasse haben und Begleitung brauchen. 

Lange lange Schultage.

Das allein wäre schon genug.

Meine Lebensphase mit perimenopausalen Befindlichkeiten kommt ja auch noch dazu. Das ist nicht grade günstig, denn ich habe einschlägig bekannte Aussetzer mit Brainfog, Unkonzentriertheit und generell reduzierter Stressresistenz. Und wer die Worte Perimenopause oder Menopause nicht mehr hören kann…..Ciao ciao. Ich wäre froh, öfter von anderen über die Schwierigkeiten, Fails und Wehwehchen zu lesen.

Und dann sind da ja noch die eigenen Kinder.

Die großen Kinder müssen sich in ihren neuen Schuljahren auch zurecht ruckeln und brauchen hier und das Beratung, Begleitung und Anschubser. Da sind Praktika und Klassenfahrten, der mittlere Schulabschluss ist auch Thema und die sportlichen Aktivitäten. Viel zu oft weiß ich nicht, welches Kind grade im Haus ist oder nicht. Oder gar, wer zusätzlich noch im Haus ist. Ich orientiere mich dann an den Schuhen im Flur und bin froh, dass die Großen überwiegend selbstständig ihre jeweiligen Termine im Blick haben. Es gibt viel zu wenig Zeit, um täglich in Ruhe mit ihnen zu reden. Um so wichtiger sind die kurzen Momente.

K4 hat natürlich auch ihre Belange.

Meine Sorge war, dass ihr der neue Schulalltag zuwider sein könnte, weil sie immer recht lange in die OGS gehen muss. Jedoch ist die lange OGS Zeit nicht ihr Thema. Die Zeit findet sie bisher echt gut. Was sie jedoch nicht so gerne mag, ist der Schulvormittag in der Klasse. Obgleich sie eine super Lehrerin hat, empfindet K4 den Vormittag als anstrengend. Aus ein paar Gesprächen las ich heraus, dass ihr die „Fremdsteuerung“ nicht gefällt. Lieber arbeitet sie selbstgesteuert. Natürlich ist so ein neuer Alltag ohnehin sehr anstrengend, auch wenn die OGS Zeit schön ist, und so wartete K4 mit wechselhafter Laune auf. Fehlende Eigenregie und Anpassung am Vormittag lässt sie hier zu Hause selbiges um so mehr ausagieren. Kontrolle über Essen, Schlaf und Mama sind ein starkes Thema und ich bin sehr gefordert die angespannten Situationen zu co-regulieren.

Regelmäßig morgens jault und mault K4, sie wolle nicht zur Schule und wenn dann solle ich sie bringen. Wenn das Anliegen wenig Erfolg zeigt, fährt sie scharfe Geschütze auf. Für die Geschwister hätte ich immer Zeit gehabt. Da wäre ich nicht in die blöde Schule gegangen und überhaupt. Nie hätte ich Zeit. Ich konterte, dass sie aber dennoch zur Schule müsse, egal, ob ich zu Hause oder selbst in der Schule wäre. Die Geschwister sind zudem alle nach ein bisschen Eingewöhnung alleine zur Schule und zurück gegangen. Die haben keinen Bring-und Abholservice von Mama und Papa gehabt. K4 maulte dann neulich weiter und schien noch unkooperativer zu werden. Also sagte ich, ich würde sie immerhin demnächst an meinem freien Tag mit auf einen kleinen Ausflug begleiten. Awww, sagte K4, aber dann nimmst du mich danach direkt wieder mit nach Hause! Nein, antwortete ich bestimmt. Wenn du das ersthaft forderst, sage ich deiner Lehrerin, dass sie sich eine andere Begleitung suchen muss! 

Zack, Thema vom Tisch. K4 winkte mir wie ausgewechselt fröhlich, als ich selbst zur Schule aufbrach. Es bedarf offenbar an dieser Stelle eine bestimmte Klarheit.

Tja, und neben diesem alltäglichen Wahnsinn gibt es noch Einladungen zu Dies und Das.

Die einen in diesem Haus nehmen die Einladungen gerne wahr. Ein paar andere nur bedingt. Ein Kind lernt in den letzten Monaten gezielt auf die eigenen Bedürfnisse zu lauschen und sich einzugestehen, wenn alles zu viel wird. Also wird dort abgewogen und geschaut, ob Energie übrig ist oder nicht. Und falls nicht, dann bleibt das Kind im Safespace und tankt auf.

Was man den Kindern beibringt, sollte man selbst auch vorleben. Und so kam es, wie schon einige Mal im Leben, dass ich selbst zwei Einladungen nicht wahr nahm. Ich hatte schlichtweg keine Energie für Partysmalltalk. Mein Redebedarf und mein Anpassen an Situationen und Menschen war absolut erschöpft und so fiel eine unsägliche Anspannung von mir ab, als ich entschied, ich bliebe zu Hause. So hatte ich einen Funken Restenergie, um sportlichen Events der Kinder beizuwohnen und offene Ohren für Familienbelange zu haben. 

Ein Wochenende im Wald in kleiner Runde vor zwei Wochen hat mir dann nochmal Energie gegeben. So bin ich einigermaßen fit für den Endspurt auf die Herbstferien. In den Herbstferien selbst habe ich ein paar Sachen vor. Ob ich diese alle umsetzten werde, wird sich zeigen. Aber die Pause ist wichtig, denn die Wochen vor Weihnachten sind auch schon wieder super voll.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert