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...und was es sonst noch gibt seufz

Samhain 2026 Ende-Pause-Neustart?

Halloween ganz traditionell betrachtet geht auf den keltischen Brauch Samhain zurück und bedeutet knapp zusammengefasst den Abschied von den fruchtbaren Monaten und der Beginn der Ruhezeit in der Natur, bevor wieder alles neu startet. Ein passendes Bild für mein Gemüt derzeit.

Seit Monaten schon habe ich das Gefühl, ich müsste mich von einer Zeit, wie ich sie kenne, verabschieden. Solche Momente hat natürlich jeder ein paar Mal im Leben. Immer wenn sich etwas verändert. Sei es ein Umzug, ein Jobwechsel, eine Familie gründen, sich von Menschen verabschieden, Kinder einschulen….die Pubertät und die Menopause fallen da gewiss auch hinein. Aktuell habe ich nur das Gefühl, die Veränderung ist größer (was im Zuge der Klimakrise nicht nur ein Gefühl ist) und ich denke darüber nach, warum sich das Leben so unfassbar viel schneller anfühlt, als je zu vor und wann das angefangen hat. 

Zuerst dachte ich, es läge einfach am Älterwerden. Aber die größeren Kinder empfinden die Schnelligkeit der Zeit auch schon seit ein paar Jahren und verkünden fast schon überrumpelt, dass ja bald schon wieder Silvester und wo das letzte Jahr geblieben ist.

Diese Schnelligkeit habe ich bis ins Erwachsenenleben so nicht empfunden. Ich hatte immer das Gefühl, ich hätte sehr viel Zeit. Wieso aber empfinden meine Kinder die Zeit nun auch so schnell und nicht langsam? Liegt es daran, dass unser aller Alltag einfach viel zu voll ist? Und seit wann ist das so? Hatte ich das extreme Schnelligkeitsgefühl schon vor der Pandemie? Ich behaupte nein. Oder es fällt mir seit dem erst auf?

Hat die wohltuende Langsamkeit des ersten Lockdowns das Zeitgefühl verändert und das Bewusstsein für das Hier und jetzt geschärft und deshalb kommt uns der normale Alltag plötzlich so viel schneller vor? 

Oder liegt es an den, seit der Pandemie zunehmenden, multiplen Krisen, die alle gleichzeitig auf uns einprasseln und unseren vollen Terminkalender zusätzlich belasten? 

Ich schwanke oft zwischen dem Drang mich politisch zu engagieren und kratze die kleinen Fetzen Zeit zusammen, um hier und da aktiv zu sein und gleichzeitig möchte ich einfach nur völlig erschöpft in Ruhe gelassen werden. Und zwar von allem.

Aktuell entdeckte ich Wohlfühlflashbacks bei verschiedensten Dingen. zum Beispiel bei der Titelmusik einer alten Serie. Es mag verrückt klingen. Aber in der Zeit, als die Serie im TV ausgestrahlt wurde, wohnte ich noch als Teenagerin zu Hause und es gehörte zum Ritual zusammen diese Serie anzuschauen. Die Titelmusik katapultiert mich gefühlsmäßig zurück in eine Zeit, in der abgesehen von kleinen pubertären Eskapaden alles ok war. Ich hatte ein gemütliches zu Hause, eine liebe Familie, viele Freunde, erkundete das Leben und hatte keine anderen „Sorgen“ als, wann wir uns am Wochenende zum Ausgehen verabreden wollten und wann die nächste Klausur in der Schule geschrieben wurde. Die Zeit verging leichtfüßig und langsam. Und so finde ich mich beim Erklingen der besagten Titelmusik gemütlich in der Sofaecke meiner Eltern in meinem damaligen Ich-Zustand wieder und möchte in diesem Verharren. Die Serie hat zum Glück 15 Staffeln und ich bin erst bei Staffel 8. 

Der Geruch und das Rauschen von Pappeln bringen mich ebenfalls zurück in meine Teenagerjahre, in denen ich zusammengefasst einige Stunden damit verbrachte ohne Smartphone an der Bushaltestelle unseres verschlafenen Rentnerdörfchens zu stehen und auf den Bus zu warten, damit dieser mich in das aufregende Stadtleben Richtung Köln transportierte. Ich saß dort, oft allein im Wartehäuschen und nahm meine Umgebung und meine Gedanken sehr bewusst und sehr entschleunigt wahr. 

Im Hier und Jetzt fühlt sich nichts mehr entschleunigt an. Es fühlt sich voll und gehetzt an.

Ein anderer Funke aus der Vergangenheit begegnet mir in all den Jahren immer wieder. Ich treffe in großen, aber regelmäßigen Abständen zufällig auf immer die selben lieben Menschen, die ich seit meinem 9. Lebensjahr kenne und die für etwas stehen, was ich sehr gerne machen würde. Aber noch passt es nicht.

Was unsere Herbstferien angehen…mir war im Vorfeld schon klar, dass sie warscheinlich anders laufen als angedacht. So anders dann allerdings doch nicht. Es ereignete sich etwas, womit man durchaus in eher absehbarer Zeit rechnen musste, dann doch sehr plötzlich. Wir nehmen Abschied von einem Familienmitglied, was im Gesamtgefüge eine größere Veränderung herbeiführt. Emotional ist alles dabei, was man gefühlsmäßig so fühlen kann, bezeichnend ist aber wohl, dass das Ereignis zu einem gesamtfamiliären emotional holprigen Gesamtgemenge führt. Wir spielen Pingpong mit den Emotionen, was erst gestern Abend zu einer Explosion auf einem Supermarktparkplatz führte. Zwei Geschwister gerieten hart aneinander und ich fand mich in einem wackelnden Auto mit beschlagenen Scheiben, zwei weinenden Kindern und zwei schreienden und randalierenden Kindern wieder. Schön ist, dass wir uns alle wieder einfangen und lieb haben können. Dennoch ist es eine Herausforderung, die allerdings zu einer guten Auflösung von vielen kleinen Baustellen führen wird. Sozusagen ein heilsamer Prozess, Abschluss und Neuanfang. 

Somit passt auch das zu meinem persönlichen Lebensgefühl und dieser Jahreszeit. 

Und um all das entschleunigt und bewusst verarbeiten und sortieren zu können, würde ich uns am liebsten als Familie die Ferien verlängern bis zum Ende der Weihnachtsferien und dann frisch ins neue Jahr starten. 

Wäre das nicht toll, wenn sich jede:r die Auszeiten nehmen könnte, die sie oder er braucht?

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