Ein bisschen wie Tetris- Woche 7

In dieser 7. Woche war ich zeitlich wieder ganz gut sortiert. Also, was die Zuordnung der Wochentage angeht. Unsere Tagesstruktur litt weiter. Alles verschobt sich immer weiter nach hinten und die Kinder wollten die Schlafanzüge auch nicht mehr gegen Straßenkleidung tauschen. Für größere und kleinere Spaziergänge, die ich nach wie vor täglich verordne, ist dann stets ein großes Gemotze über das Umkleiden der Startschuss.

Der Mann kann glücklicherweise seine Arbeitszeit erstmal auf 50% reduzieren, was mich hier zu Hause entlastet. Als es zunächst hieß, er müsse wieder voll arbeiten, sah ich mich hier komplett alleine mit den vier Kindern sitzen (Was unter normalen Umständen völlig ok ist) und bekam Schnappatmung. So aber geht es. Nachteilig für einen allzeit geregelten Ablauf sind seine wechselnden Schichten. Somit sortieren wir uns mehr oder weniger nach seiner An- und Abwesenheit. 

 Wirklich positiv fühlte ich in der Woche, dass der Mann und ich uns ganz gut als Team im neuen „Familienalltag“ gefunden haben. Allerdings haben wir eindeutig zu wenig Zweisamkeit. Also gar keine, um genau zu sein. Zunehmend schwierig finde ich, dass wir keinen Satz sprechen können ohne unterbrochen zu werden, ja selbst diesen Text kann ich nicht ohne Gequatsche von der Seite tippen. Ich werde dahingehend gerade immer weniger tolerant und schneller ungeduldig. Continue reading…

Die Luft ist langsam raus- Corona du nervst

Ich glaube es ist Woche 6. Ich könnte nachsehen. Aber ist jetzt auch egal. Es zeigt ein wenig, wie die Zeit verschwimmt.

Ich selbst verschwimme auch irgendwie. In meinem Kopf drehen sich: Ich-müsste-doch-eigentlich, ich-würde-mal-gerne, ich-bräuchte-eigentlich und ich-muss-dringend-nachsehen-ob…und ist doch auch egal jetzt…

Wie geht es mir eigentlich? Ich glaube, ich bin angestrengt. Denn ich war die letzten Tage gereizt und habe öfter mal unkontrolliert einfach ein lautes AAAAAAAAAARGHRAAAAAAAAAAAAAAH heraus gebrüllt. Einfach so.

Nun sitze ich hier auf der Terasse, neben meinem Sohn, der seit heute morgen in eine endlosenichtendenwollende Mathematiksitzung  nicht vertieft ist. Eine Pupsaufgabe. Echt. Minimalanforderung. Eine zu erledigen ganze Seite (von vielen) habe ich auf EINE, E-I-N-E Aufgabe mit 5 Päckchen zusammen gestrichen. Aber auch das ist ihm zu viel. Er hätte in 10 Minuten fertig sein können. Aber ich bleibe beharrlich. Muss sein. Gibt’s nix dran zu rütteln. Aber das strengt an.

Also sitze ich neben ihm und tippe. Versuche diesen Text zu tippen, denn alle paar Minuten kommen das Fuschulkind und das wilde Mädchen zum Gartentor herein. Streitend und laut. Dann vertragen sie sich wieder, poltern über die Terrasse, schnappen ihre Fahrräder und fahren wieder los. Das geht immer so weiter. Jedes Mal hoffe ich, dass das Baby, welches in einen zarten Schlaf neben mir im Kinderwagen gefunden hat, nicht direkt wieder aufwacht. Continue reading…

Corona- Woche 5- Über den „Alltag“ und zwei Buchempfehlungen

In meinem Kopf sind 4 verschiedene Texte. Aber ich werde nur einen allgemeinen schreiben, der alles anreißt. Denn meine Zeit reicht nicht.

Ich komme zu nix.

Das Baby klebt an mir.

Ach, was sage ich, die Kinder kleben alle am Mann und mir.

Gestern morgen beklagten wir noch vor dem Aufstehen, dass wir immer belagert werden und der Sohn war so schlagfertig und benannte sich und die Schwestern selbst als Helikopter-Kinder. 😀

Der Mann und ich haben darauf hin entschieden, dass wir offenbar zu nett sind. Wir müssen mal „härter durchgreifen“. 

Das eher ruhige Fahrwasser in dieser Shutdownsituation hält bei uns weiter an. 

Wobei, manchmal kommt auch ein Strudel. Continue reading…

Woche 4 -Corona und Ferien

Woche 4 läuft. Es sind offiziell Osterferien. Die Kinder haben mit einem erleichterten Seufzen, trotz wahrlich gemütlicher Lernzeiten in den letzten Wochen, alle Stifte fallen lassen und wollen jetzt auch einfach nur Osterferien. Ich finde das ok.

Wir haben uns als Familie auch eingelebt, so miteinander alle zusammen, immer zu Hause. Jedenfalls für den Moment. Keine Ahnung, wie das in dieser Isolation weiter funktioniert. Aktuell genieße ich, dass wir überwiegend gut zurecht kommen.

Meine Laune hat sich deutlich gebessert. Ich glaube die Sonne, die Wärme und der Garten tragen da viel zu bei. Wir leben ein bisschen, wie in einem Kokon.

Dieser Kokon ist allerdings sehr durcheinander. Wirklich durcheinander. In allen Räumen sind irgendwelche Spielszenarien auf- und Laufwege sind zugebaut. Die gewaschene Wäsche warf ich gestern in einer Verzweiflungstat einfach in die passenden Schränke, damit sie nicht mehr im Weg steht. An die Schränke kam ich aber auch nicht richtig dran. Überall steht und liegt was. In der Wohnetage fliegen Socken und andere Kleidungsstücke herum, die die Kinder im Garten wie Winterfell abwerfen, weil es so sommerlich warm ist.

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Ein Gefühlstief- Angekommen in der Krise

In dieser dritten Corona-Ausnahmezustand-Woche krachte unser Stundenplan in sich zusammen. Also vielleicht krachte auch einfach nur ich zusammen und das zeigte ein bisschen, wer der Motor für das funktionierende Alltagsgeschehen hier ist.

Meine sonst so positive Grundkonkonfiguration war jedenfalls kurzzeitig komplett ausgeschaltet. 

Ich denke, das kam vor allem, weil ich in dieser so überaus seltsamen Situation, dieser weltweiten Krise, ankam. In dieser Woche realisierte ich, was Sache ist. Insgesamt kann und will ich mich nicht beklagen, denn wir stemmen das aktuell gut. Die Kinder kommen auch die meiste Zeit wirklich gut mit der Situation zurecht. Wir haben den Garten, das schöne Wetter und Langeweile haben wir auch nicht. Dennoch: WAS wird das jetzt? Wie geht das weiter? Wann hat das alles ein Ende? Wird wirklich alles gut? Wie überstehen wir das alles? etc.pp Ich vermisse auch schon ein wenig andere Menschen zu treffen.

Ein weiterer Faktor, der mich zusätzlich ins Straucheln brachte, waren ein paar Ereignisse im Vorfeld, vor dieser ganzen Corona-Scheiße.

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