Die 4. Schwangerschaft – ein WIR mehr und aufgefrischte Erinnerungen

Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass eine 4. Schwangerschaft und dann mit dem 5 jährigen Abstand zum jüngsten der drei Kinder mich so glücklich machen könnte.

Mit glücklich machen meine ich jetzt nicht allein die Freude darüber bald noch eine kleine Persönlichkeit in unserer Mitte begrüßen zu dürfen. Auch nicht, bald nochmal ein Baby im Arm zu halten. Das ist zwar schon auch was Schönes, aber ich habe schon mal darüber geschrieben, dass ich keine Baby-Mama bin. Es war für mich nie ein erstrebenswertes Ziel einen Säugling zu umsorgen. Die größeren Kinder waren immer das, was mich wirklich interessierte. Wen meine Gedanken dazu interessieren, kann das gerne HIER: Ich bin keine Babymama nachlesen.

Diese vierte Schwangerschaft ist in vielen Punkten für mich besonders. 

Dieses vierte Mal Schwangersein an sich schließt irgendwie einen Kreis und „versöhnt“ mich u.a. mit den Anstrengungen der zweiten und dritten Schwangerschaft und auch mit der gefühlt wahnsinnig anstrengenden Kleinkind und Säuglingszeit der drei Geschwister, in der ich eine sehr intensive Zeit lang nur funktioniert habe. HIER ein Auszug, um eine Idee zu haben.

Die erste Schwangerschaft habe ich genossen. Kann man so sagen. Wenngleich ich es überaus merkwürdig fand zu spüren, wie ein Lebewesen in mir heran wächst. Das finde ich immer noch komisch. Dass das funktioniert….Ein Wunder. Immer wieder. 

Die zweite Schwangerschaft hingegen nahm ich schon weniger bewusst war, weil da ein kleiner Junge meine volle Aufmerksamkeit beanspruchte. Ich wurde wieder schwanger, als er gerade 8 Monate alt war. Und die dritte Schwangerschaft lief einfach so nebenbei und „behinderte“ mich in meiner Beweglichkeit und Einsatzkraft für die beiden Kleinkinder. Zwischendurch bedauerte ich die mangelnde Zeit für das Ungeborene und für mich und meinen Zustand.

Lange blickte ich auf diese intensiven Jahre zurück und war mehr als froh, es irgendwie überstanden zu haben. Schade, fand ich es aber auch. Es wurde uns manchmal allen nicht gerecht. Obwohl ich heute den Eindruck habe, dass ich es trotzdem ganz gut hinbekommen habe. Die drei Geschwister sind eine so tolle Einheit. Klar gibt es auch mal Streit und Gerangel. Aber sie fühlen sich nicht als Konkurrenten. Und das war mir immer wichtig. Denn ich fühlte auch nie, das eines der Kinder wichtiger war, als ein anderes. 

Nun kommt dieses vierte Kind zu uns und schenkt mir Zeit und vor allem Rückblicke. Ich kann diese Schwangerschaft bewusst erleben. Denn die drei Großen sind mittlerweile so groß, dass sie verstehen und sogar gerne helfen, wenn ich gerade nicht so kann, wie ich möchte. Und sie fiebern mit, streicheln den Bauch und fragen ganz viel.

In dieser vierten Schwangerschaft kann ich nochmal nachfühlen, wie es sich eigentlich auch mit den anderen Kindern angefühlt hat/hätte. Ja, irgendwie fühle ich die anderen Schwangerschaften so auch noch einmal. Das vierte Kind schenkt mir eine Art Vereinigung von allem. Keine Ahnung wie ich das Beschreiben soll ohne mega esoterisch zu klingen. 

Vielleicht auch, weil ich viel mit den Kindern darüber spreche, wird mir nochmal viel bewusst. Und das ist ein unglaublich schönes Gefühl.

Darüber hinaus sehe ich einerseits wie groß die drei Geschwister nun schon sind, andererseits entdecke ich ganz viele Spuren ihrer Kleinkindzeit wieder. Ach, waren die süß! Es rührt mich so sehr. Noch einmal mehr erkenne ich deutlich wie sehr das Wesen der Kinder von Anfang an da ist und auch nicht verloren geht. Einzig das Tapsige geht mit jedem Jahr mehr. Ich betrauere das nicht. Im Gegenteil. Ich finde das toll sie heranwachsen zu sehen. Jede Entwicklung ist ein Meilenstein, der mich ganz stolz macht. Und in der Erinnerung tapsen sie durchs Haus.

Ohne jeden Zweifel sehe ich die drei auch schon als tolle große Geschwister. Das neue Küken wird einfach mit in die Gemeinschaft aufgenommen. 

Der Mann sagte neulich: „Die Kinder werden das Baby wahrscheinlich so in Beschlag nehmen, dass wir am Ende froh sind, wenn wir es auch mal haben dürfen.“ 

Das ist sehr gut möglich. 🙂

Ein paar Mal hörte ich von unterschiedlichen Stellen: „Die Kinder freuen sich jetzt. Aber die Eifersucht wird kommen.“

Ich bin sehr sicher, dass dem nicht so ist. (Klar, werden mich meine Kinder, wie bisheriger manchmal auch, eine „doofe Mama“ finden, weil ich irgendetwas nicht zu ihrer alleinigen Zufriedenheit entscheide.) Aber nicht, weil ein Baby da ist.

Wir alle fühlen, dass wir nicht verlieren durch den Zuwachs, sondern etwas gewinnen.

WIR sind dann noch ein WIR mehr. 

Die Liebe wird nicht geteilt, sondern sie wird mehr. 

  6Comments

  1. Avatar Anna   •  

    Das Thema mit der Eifersucht….völlig überbewertet und zumeist durch die Eltern injiziert. Ich persönlich kenne das nicht (als Älteste von Vieren) und ich denke, meine Kinder haben auch kein Thema damit. Wieso auch, jeder hat seinen Platz in der Familie, ist eine eigene Persönlichkeit und macht uns stolz, so wie er ist.

    Sehr, sehr schön dein Bericht, sehr emotional und positiv…ich bin ganz gerührt!

    • Beatrice Beatrice   •     Author

      Liebe Anna,
      danke für deinen Worte 🙂
      Das mit der Eifersucht ist mir tatsächlich auch eher ein Rätsel. Ich bin auch die älteste von Dreien und kann mich nicht an ein negatives Gefühl hinsichtlich meiner Geschwister erinnern. Im Gegenteil. Meine Mama sagte, sie hätte sich da auch nie Gedanken drum gemacht. Sie hat uns alle einfach ganz selbstverständlich altersentsprechend und passend zum Temperament umsorgt und in den Alltag immer mit einbezogen und dann war Eifersucht auch kein Thema. So halte ich das auch. Wie du schon sagst: Jeder hat seinen Platz in der Familie.

  2. Avatar Annett   •  

    Dein Beitrag rührt mich sehr, Beatrice. Zwischen meinem Großen und dem Mittleren liegen knapp vier Jahre, aber zwischen dem Mittleren und dem Kleinen liegen nur 21 Monate. Gefühlt ist mir viel von der Kleinkindzeit des Mittleren verloren gegangen, weil da ein Baby war, für das gesorgt werden musste. In echt gibt es viele (sehr authentische) Tagebucheinträge und Fotos, so dass ich in diese Zeit wieder eintauchen kann, wenn ich Bedarf habe.

    Ich wünsche dir weiter eine schöne Schwangerschaft. Genieße die Zeit!

    Liebe Grüße

    Annett

    • Beatrice Beatrice   •     Author

      Liebe Annett,

      wie gut, dass du Tagebuch geführt hast. Um so dichter die Kinder altersmäßig beieinander liegen, je eher hat man das Gefühl nicht alles mit zu bekommen und um so wertvoller ist ein Tagebuch. Und natürlich auch Fotos oder sogar kleine Videos.

      Ich danke dir! 🙂

      Liebe Grüße

  3. Avatar Anja   •  

    Das kommt mir sehr bekannt vor. Wir haben auch vier Kinder – 15, 14, 11 und 1 Jahr. Was du über das Erleben der jeweiligen Schwangerschaften schreibst – von ganz bewusst bis nebenher – empfand ich auch so. Und auch das Erleben der letzten Schwangerschaft. Die war nicht zu letzt auch deshalb so schön, weil meine Großen sie komplett mit erlebt haben.
    Eifersucht sehe ich keine. Weder unter den Großen, noch in Bezug zum jüngsten Familienmitglied. Im Gegenteil. Da ist ganz viel Liebe und Achtsamkeit. Ich wünsche dir eine schöne Zeit bis zur Geburt und ein schönes Ankommen für euch und den Krümel „inside“ in eurer (dann) 6 – köpfigen Familie.
    Ach und noch was: Ich wollte nie Kinder und als das erste dann da war, auf keinen Fall mehr. Und jetzt bin ich 4-fach Mama und auch für mich war bzw. ist das 4. Kind etwas Besonderes. Es fühlt sich komplett an – wir, die Familie, ich.

    Liebe Grüße
    Anja

    • Beatrice Beatrice   •     Author

      Liebe Anja,

      danke für deine Worte!

      Das klingt bei dir auch nach sehr gelungendem ungeplanten Wachsen. 😀 Toll! Solche Geschichten mag ich sehr. Dann wünsche ich dir auch weiterhin viel Glück und Zufriedenheit mit deinen 4 Kindern. ❤️

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