Das Sirenchen schreit und sorgt für sich.

„Liebes Sirenchen, warum musst du denn immer SOOO laut schreien?“

„Ich kann nicht leise weinen!“

„Ja.“

Blöde Frage. Ich weiß. Seit der Geburt.
Sie kann es wirklich nicht. Sie schreit mit jeder Faser ihres Körpers ihren Kummer, ihre Wut, ihre Verzweiflung, ihre Irritation, ihre Angst, ihren Schmerz und ihren Frohsinn und Übermut hinaus in die Welt. Von Anfang an.

Jede Nuance, die eine Lautäußerung hervorbringen kann, wird auch als Lautäußerung getätigt. Es ist so wahnsinnig, tinnitusbringend und auch schön zu gleich. Es bleibt keine Emotion im Kind stecken. Ich würde das als sehr gesund bezeichnen und möchte das auch grundsätzlich nicht unterdrücken.
Ich würde dennoch gerne mal die Dezibelzahl messen. Jedenfalls zu Hause. Unterwegs geht es noch gemäßigt zu.
Ich kann hören, welche Art von Weinen und Schreien ich präsentiert bekomme. Müde, maulig, trotzig, sauer, verzweifelt, ängstlich, froh und übermütig. Ich kenne die Unterschiede und liege in 99% der Fälle richtig. Ich weiß nicht immer warum, aber ich weiß, ob es ernst ist.
Es klingt anders und die Tränen dazu sind dick wie Straußeneier. Es rührt mich jedes Mal sehr, wenn das Sirenchen ernsthaft bestürzt ist.
Viele Nuancen ihres Schreiens haben oft mit Wut und Unmut zu tun, das beruhigt sich am schnellsten, wenn man zwar da ist, sie aber in Ruhe lässt. Continue reading…

Friede, Freude, Eierkuchen- Von Mutterstolz und Kuriositäten

Das mit dem Frieden hier zu Hause stimmt. Bis auf die kleine partielle Ausnahme vom Knöpfchen.

Dieses schläft brav ihr nötiges Mittagsschläfen, erwacht seit kurzem danach aber mit einer Laune, die ich bisher nur von vor 2 Jahren vom Sirenchen kannte. Uaaaah. Das ist zum Davonlaufen. Ein wohlwollender Blick zum erwachenden Kind und es schreit: „Mama geh weg!“ Sie hat dann gut und gerne erstmal 20 Minuten so eine schlechte Laune… Uiuiuiuiui. Ich habe aufgehört zu Fragen ob ich sie kuscheln, essen oder trinken reichen oder was auch immer soll. Ich entferne mich dann und lasse sie, bis sie wieder „normal“ ist.

Neben dem ganzen alltäglichen Haushaltskram…gähn…gab es viele kleine schöne Dinge, die wir gemacht und erlebte haben.

Eine Sache hat mich sehr froh gemacht. Das Sirenchen geht wieder gerne in den Kindergarten. Die letzte Woche stand sie gut gelaunt auf und alles war schön. Ich hoffe die eine Woche Osterferien, die die Kinder nächste Woche habe, wirft uns nicht wieder zurück. Aber es hat ja auch viel mit mir zu tun (wie hier zu lesen), deshalb denke ich, sind wir generell auf einem guten Weg.

 

Eierkuchen

Und dann hat das Sirenchen noch etwas ganz Tolles gemacht! Meine Mama-Brust schwillt vor Stolz! Sie hat alleine Pfannkuchen gebacken! Allein. Ganz allein! Sie ist erst 4,5 Jahre alt! Aber sie kann das! Ich konnte das in dem Alter noch nicht!
Sie wusste was in den Teig muss. Sie hat sogar die Eier alleine geteilt. Äpfel gerieben etc.
Und der, wie ich finde, besonders heikle Teil mit der Pfanne und dem heißen Fett, das hat sie auch alleine gemacht. Sie drängte so darauf, dass ich beschloss es mal zu zu lassen. Und was soll ich sagen? Es hat geklappt! 1A Pfannekuchen! Da weiß ich, wer das in Zukunft immer macht. Und die Küche war auch nicht verwüstet. Die habe ich nebenher nämlich aufgeräumt. Denn ganz unbeaufsichtigt wollte ich das Sirenchen natürlich nicht lassen. Continue reading…

Wieder auf Kurs

Unser Wirbelwind (das Sirenchen) bereitete mir in den letzten Wochen etwas Kopfzerbrechen.

Schon eine Weile meinte sie, sie wolle nicht in den Kindergarten. Allerdings ohne Nachdruck. Und da ich stets ein fröhliches Kind abholte, schenkte ich dem Gesagten keine größere Bedeutung. Dann wurde sie krank. Sie war ziemlich erkältet und hatte eine dicke Ohrenentzündung. Sie blieb zwei Wochen zu Hause, um wirklich wieder fit zu sein. Es war eine schöne Zeit. Wir hatten viel und vor allem eine friedliche Zeit miteinander. Etwas, was ihr sehr gut tat und sich mit meinem Gefühl deckte, dass sie Zeit und Nähe mit mir braucht. Jedoch brauchte sie auch VIIIIIEL Zeit. Man wird sozusagen inhalliert und muss sich seine Zeit „erkämpfen“.

Ich habe HIER neulich darüber geschrieben, was sich in der letzten Zeit außerdem noch dazu gesellte. Es hängt alles irgendwie miteinander zusammen. Der Sohn hatte geäußert, dass niemand mit dem Sirenchen spielt und sie hatte das auch schon ein paar mal angedeutet.

Nun hat mich der Gedanke, dass niemand mit dem Sirenchen spielen möchte, beschäftigt. Es tat mir so leid. Gleichzeitig wollte ich darauf vermehrt achten. Ich bekam Zweifel an der 100% Korrektheit dieser Aussagen, denn wenn die anderen Kinder das Sirenchen beim Abholen sahen, riefen sie alle nach ihr und winkten.

Ich nahm mir das Sirenchen mal zu Seite und befragte sie dazu. Continue reading…

Das Sirenchen braucht Nähe

Länger war es recht still um unser Sirenchen. Und obwohl wir ein paar wenige sehr harmonische Tage hatten, keimte schon eine neue „Phase“ auf. Das Sirenchen hat für ihre Verhältnisse wenig Appetit. Auffällig ist, dass sie Obst vertilgt, aber Süßkram nur anknabbert und liegen lässt. „Kind, hast du Fieber?“, möchte ich fragen. Sie ist etwas blässlich, sonst aber fit und agil, wie eh und je. Mehr Schabernack als sonst macht sie auch.
Irgendeine verrückte Ideen hat sie ständig. Heimlich Wurst aus dem Kühlschrank stibitzen, sich ein Glas übervoll mit Saft kippen und sich dann kaputt lachen, Türen knallen und laut und übermütig quietschen, alle Puppen ausziehen, die Sachen verstecken und behaupten, das Knöpfchen hätte das gemacht etc.

Ich würde sagen in ihrem Kopf  passiert was und sie wächst. Sie kommt mir länger vor. Vor allem längere Beine hat sie bekommen.
Emotional ist sie deshalb auch etwas wankelmütig.
Von kleinem Donnervögelchen bis hin zur zarten Pusteblume hat sie alles parat.
Mit den Geschwistern spielen klappt solala. Alles was mit Aktion und körperlichem Einsatz zu tun hat, klappt gut.
Sitzt sie dann mal versunken mit ihrer Puppe da und jemand anderes kommt in den Raum, um sich ein Spielzeug zu nehmen, lässt sie ihre Puppe fallen, und entwendet dem Geschwisterkind das Spielzeug. Darüber möchte sie dann bestimmen und wird ziemlich zänkisch, wenn es nicht gelingt. Gekreische vorprogrammiert.
Bin ich in der Nähe und sehe das, blicke ich gestreng mit einem Räuspern zu ihr rüber. Hört sie nicht auf, muss ich sie zwangsherzen oder sowas. Kennt das einer? Zwangsherzen? Der „Wiedersacher“ wird sozusagen nieder gekuschelt. Das führt in unserem Haus stehts zu Lach- und Quitschanfällen und nimmt den Dampf raus. Continue reading…

Habe ich ein High Need Kind?

Frida vom Blog 2Kind Chaos hat sich jüngst die Mühe gemacht und von Dr. William Sears die 12 Kriterien für High Need Kinder zu übersetzen und aufzulisten. Bei 10 von 12 Punkten musste ich heftig nicken, wenn ich an mein Sirenchen denke. Nicht umsonst habe ich auf diesem Blog ja die Kategorie: Neues vom Sirenchen. Ob sie tatsächlich ein High Need Kind ist oder nicht, ist mir eigentlich egal. Meine Einordnung war immer: Kein Anfängerkind.

Zufälligerweise sprachen meine Mutter, meine Oma und ich neulich noch über die Anfänge mit 2 Kindern. Von Oma und Uroma wurde heftig beteuert, dass das Sirenchen vor allem am Anfang ja extrem anstrengend gewesen wäre. Und auch noch immer ist. Und sie sei viel „schlimmer“ als ich es als Kind gewesen sei. (Irgendwoher muss das Kind das ja haben. :-D) Und der Mann beteuerte auch nochmal, dass der Anfang mit dem Sirenchen alles andere als lustig gewesen wäre. Allein diese ständige Lärmbelästigung….

Obwohl mir immer klar war, dass ich mit ihr schon immer stramm zu tun hatte, habe ich vieles vom Anfang verdrängt.

Das Sirenchen kam 18 Monate nach dem Sohn zur Welt. Der Sohn ist auch kein alltäglicher Vogel, aber ein ruhiger Vertreter. Er machte es mir unter den Bedingungen leicht mit dem kleinen Donnervögelchen (Sirenchen) und ihm durch den Alltag zu kommen.

Zwei Kinder in knappem Abstand sind immer eine Aufgabe unter verschärften Bedingungen und das Sirenchen forderte von Minute 1 an. Continue reading…