Der 7. Geburtstag vom Sirenchen

Man wird ja schlauer mit jedem Jahr. Und ich lerne jedes Jahr mehr, dass das Sirenchen spezielle Bedürfnisse rund um ihren Jubeltag hat.

Rechtzeitig im Voraus bereitete ich sie also darauf vor, dass sie sich eine Gästeliste überlegen müsse. Meine Kinder dürfen immer so viele Kinder einladen, wie sie alt werden. Während ich den Sohn stets bremsen muss, weil er über das Ziel hinaus schießt, läuft es beim Sirenchen anders. 

So tat sie sich auch dieses Jahr schwer so viele Kinder, wie sie alt wird zusammen zu stellen. Ich sagte, sie müsse keine 7 Kinder einladen, sie könne auch weniger einladen. Das sei völlig ok.

Da fiel ihr die Wahl dann leichter und sie suchte eine 5 Köpfige Truppe aus, die sich aus Mädchen aus ihrer Klasse, als auch zwei Mädchen einer Parallelklasse zusammen setzte. Ich muss gestehen, dass ich lediglich 2 der 5 Mädchen kannte. Denn das Sirenchen hat bisher noch nicht so üppig Anschluss geknüpft und trifft sich überwiegend gern mit Freundinnen noch aus dem Kindergarten. Die hat sie diesmal aber nicht auf die Gästeliste gesetzt. 

Ich fand das in sofern passend, als dass ich dann eine altershomogene Gruppe hier zu besaßen hätte und somit das Sirenchen vielleicht auch die zaghaften neuen Kontakte etwas ausbauen könnte.

Und so kam der Tag. Ich, hochschwanger mit immer wieder auftretenden Wehen, hatte mich gut vorbereitet. Der Kuchen hatte das Sirenchen mit mir zusammen gebacken. Den obligatorischen Nudelsalat fürs Mittagessen hatte ich auch schon fertig und Hotdogs bereit. Als Getränk gab es stilles Wasser, Spudelwasser und Apfelsaft zum Mischen.

Spiele wollte ich unaufwendig lassen und dafür genug im Petto haben. Denn ich wollte mit den Wehen in der Sommerwärme keine Rallye durch das Dorf machen. 

Die Mädchen trafen ein und waren zunächst sehr aufgekratzt. Sehr aufgekratzt. 

Nachdem alle angekommen waren, Geschenke ausgepackt und das Haus inspiziert, hatten allen Hunger. Jedoch tranken alle auch sehr viel und schafften gar nicht so viel zu essen. Die Mädels schlürften im Nullkommanix meinen Getränkevorrat leer. Das habe ich auf noch keinem Geburtstag bisher so erlebt. Ich kam aus dem Nachschenken nicht mehr heraus. Aber es war  auch ein warmer Tag.

Schließlich bot ich die erste Runde Spiele an. Das war gut, so waren alle etwas ausgelastet und kamen langsam runter. 

Nach gut 2 Stunden verteilten sich die Mädels mal im Haus, was ich nutze um mich kurz auszuruhen, etwas zu essen und zu trinken.

Blöderweise gab es Zank und das Sirenchen hatte mit Hilfe zweier Gehilfinnen das Zimmer des Sohnes verwüstet. Dieser kam völlig aufgelöst bei mir an. Ich musste also eindrücklich drauf bestehen, dass die beteiligten Damen das Chaos wieder in Ordnung bringen. 

Als bald wurden Rufe nach Kuchen laut. Ich wollte auf der Terasse servieren, aber wie letztes Jahr, bescherte uns das Wetter zwar Sonne aber einen starken Wind, der Servietten und anderen Tand vom Tisch fegte. Ich konnte nicht mal die Kerzen auf dem Kuchen anzünden, ohne dass sie sofort ausgeweht wurden.

Statt aber den Kuchen wirklich zu essen (dabei war er vom Sirenchen selbst gebacken, sehr gut gelungen, saftig und lecker) wurden wirklich wieder Literweise Flüssigkeit vertilgt.

Bei der Kuchenntafel machte ich noch ein paar Spielvorschläge, die auf geteiltes Interesse stießen. 4 Damen wollten dringend Bogenschießen. Das Sirenchen hingegen zog sich etwas angestrengt mit einer Freundin zurück. 

Ich gebe zu, ich belauschte ihr leises Gespräch im selbstgewählten Abseits und hörte das Sirenchen sagen: 

„Nächstes Jahr lade ich nur dich ein und meine Freundin XY aus dem Kindergarten.“

Oha. Ich registriere also auch dieses Jahr: Für das Sirenchen ist weniger eindeutig mehr. Nicht dass sie die geladenen Gäste nicht mag. Nein, später turnten sie auch alle gemeinsam nochmal durch den Garten. Die Mädels waren auch alle samt super und durchaus passend vom Sirenchen ausgewählt. Aber das Sirenchen schaffte es nicht in ihrem eigenen Zu Hause zu viele Freundinnen (und seien es noch so tolle Spielpartnerinnen)  gleichzeitig „auszuhalten“. Es stresst sie wirklich. 

Für mich ist das zwar ok, gleichzeitig versuche ich sie aber dahin gehend zu begleiten, dass sie sich schon einen kleinen Freundeskreis aufbaut und sich nicht alleine auf ein bis zwei Mädchen konzentriert und von den anderen isoliert. Denn das Gefühl mag sie selbst auch nicht.

Ich versuchte an diesem Nachmittag alle zufrieden zu stellen und gleichzeitig mich selbst nicht zu übernehmen. Es gelang soweit, aber es war nicht ganz unanstregend. Ich wünsche mir für das Sirenchen, dass sie die Mädels alle einzeln nochmal einlädt und die Mädels da auch Spaß dran haben. Das würde mich freuen. 

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