Das Knöpfchen hat ein Problem.

Ich schrieb ja neulich über die explosiven Ausbrüche vom sonst so charmanten Knöpfchen, wenn ich sie im Kindergarten abhole.

Selbst wenn man mal ihren Hang zum großen inszenierten Drama wegnimmt, dann bleibt doch immer noch etwas übrig, was mir sagt: „Hallo, ich brauche mal Hilfe.“ Etwas hilflos stehe ich dann daneben und weiß in der akuten Situation auch keinen Rat. Außer eben Warten und Dasein. Die Ursache muss gefunden werden.

Ich habe irgendwo auf diesem Blog schon mal darüber geschrieben, dass mit Kindern immer alles im Wandel ist. Und wenn eine Sache gut klappt, dann ist das kein Garant, dass es so bleibt. Läuft eine Sache  plötzlich nicht mehr rund, ist das kein Grund sofort alles neu zu gestalten. Manchmal ist das einfach mal kurz so eine Phase. Dann warte ich ab und beobachte. Dauert der unrunde Zustand allerdings an, suche ich nach den Gründen. So diesmal auch.

Im Falle vom Knöpfchen habe ich es, glaube ich, entschlüsselt.

Wenn sie müde ist, hat sie schlechte Laune. Wie alle Kinder. Wenn sie frisch erwacht, ist sie auch knurrig. Kenn ich. Geht klar. Nicht ansprechen und abwarten.

Jedoch hielten ihre Wutausbrüche beim Abholen im Kindergarten an und bekamen fast etwas Verzweifeltes. Das Hauen stellte sie auch nicht ein.
Ich fragte das Knöpfchen in einem entspannten Moment, was genau sie denn so furchtbar wütend mache, wenn ich sie abhole. Sie sagte daraufhin, sie wisse nicht genau. Sie hätte irgendwie ein Problem.
Hinzu kam, dass sie seit einer Woche nicht mehr alleine auf Toilette gehen möchte. Sie sagt zwar Bescheid, wenn sie muss, aber eine Erzieherin oder hier zu Hause ich soll dabei neben ihr bleiben.
Meine Ursachenforschung dahingehend, ergab nichts Greifbares. Es war nichts vorgefallen.

Dann sagte das Knöpfchen letzten Freitag, sie wolle gerne mal bei mir bleiben und nicht in den Kindergarten gehen.

OK. Nun wusste ich, dass im Kindergarten für die Weihnachtsfeier geprobt wurde und das Knöpfchen freute sich auch sehr auf das Fest. Was sie immer wieder aufgeregt erzählte. Somit schickte ich sie dennoch, wohlbemerkt sehr gut gelaunt, in den Kindergarten und erntete aber dann wieder ein furchtbar wütendes Kind beim Abholen. Sie war einfach durch. Kann man nicht anders sagen.

Nach der sehr schönen Weihnachtsfeier war sie aufgedreht erschöpft und am nächsten Morgen sehr brummig und etwas weinerlich. Ich entschied sie zu Hause zu behalten.
Sie blieb zufrieden im Bett liegen, kuschelte sich ein und schlief (ohne Scherz) bis 10 Uhr 45! Da hörte ich sie plappern und startete den Tag nochmal neu mit ihr. Sie war ganz ausgeglichen und zufrieden.

Die Erschöpfung kommt von der Umstellung.
Das liegt nicht allein am Kindergarten. Den liebt sie. Was sie aber seit dem Start im September gar nicht mehr hat, ist Zeit für sich. Dieses kleine Mädchen spielte, bevor sie in den Kindergarten ging, vormittags die meiste Zeit alleine in ihrem Zimmer. Ein bis zwei Stunden täglich. Nachmittags freute sie sich dann auf die Geschwister.
Jetzt geht sie in den Kindergarten und nachmittags ist immer mindestens ein Geschwisterkind da.  Und ich denke, es fehlen ihr die Zeiten alleine. Auch die exklusive Mamazeit. Ich vermute, dass sie deshalb auch nicht mehr alleine auf die Toilette geht. Sie holt sich so ungeteilte Aufmerksamkeit. Das beobachte ich aber mal weiter.

Sprich, dieses kleine Mädchen macht alles ganz toll und sorgt nun auch dafür, dass sie ihre Pause bekommt.
Fast bin ich geneigt sie die restlichen Tage vor Weihnachten auch zu Hause zu behalten. Heute morgen war sie auch sehr müde. Jedoch sprang sie dann doch gut gelaunt in den Kindergarten und brachte ihrer Lieblingserzieherin noch ein Bild mit. Das kam mir gelegen. Denn einen Vormittag, am besten morgen auch nochmal, brauchen der Mann und ich, um noch ein paar Weihnachtsgeschenk zu besorgen und für die Feiertage einzukaufen. So ohne Kinder im Schlepptau.
Aber am Freitag darf das Knöpfchen nochmal zu Hause bleiben. Wenn sie will.

Am Samstag sind die Geschwister dann auf einem Kindergeburtstag eingeladen, da hat das Knöpfchen auch nochmal ihre Ruhe und dann übersteht sie auch besser die trubeligen Weihnachtstage und die aufregende Reise zur Kur.

Mal sehen wie sich das mit ihrem Ruhebedürfnis in den nächsten Wochen gestaltet, in denen ja auch alles anders sein wird als sonst.

 

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