Eine Woche zu fünft unterwegs mit dem Wohnwagen

Wir waren zum ersten Mal mit einem Wohnwagen unterwegs.

Für mich war diese Woche ein aufwühlender Wechsel von zufriedenem Glück und Ich- will -alles (einschließlich meiner Wenigkeit) -aus -dem -Wohnwagenfenster -schmeißen -und -dazu -wie -eine-Wahnsinnige -lachen.

Diese Woche lässt sich nicht in einem Beitrag schildern. Es wird ein Mehrteiler.

Erste Etappe

Motivation und Vorbereitung

Wir waren nicht blauäugig. Wir hatten extra ein geräumiges Modell von Caravan angemietet und da unsere Reise gen Norden gehen sollte, waren wir auch auf Regen eingestellt. Wer sich fragt wer diesen Sommer Richtung Norden fährt, dem sei gesagt: der Auslöser unserer Reise war eine Hochzeitseinladung im wunderschönen Holsteinischen Binnenland nördlich von Hamburg. Dort wurde zu einem Scheunenfest auf einem alten Hof geladen und was bietet sich da mehr an, als daneben zu zelten oder eben einen Wohnwagen mitzuführen. Und da haben wir das mal verbunden und sind eine Woche vorweg schon hoch gefahren, um uns ein paar Tage an der Ostsee zu gönnen.
So als Camping-Novizen waren wir dennoch ganz gut eingestellt, auf alles was wir so einpacken müssten. Denn wenn man keinen eigenen ausgestatteten Wagen hat, muss man natürlich auch robustes Geschirr und nützliches Alltagszeug einplanen. Ich war eine ganze Woche mit Vorbereitungen beschäftigt, um für alle Fälle gerüstet zu sein, ohne überflüssiges Zeug dabei zu haben. Ich wusch alle Kinderklamotten, die mit mussten. Denn vor allem das Sirenchen hat ja Lieblingsoutfits und die mussten einfach mit. Continue reading…

Wenn der Schlaf durcheinander gerät-Abendrituale erneuern

Hier ist was aus dem Tritt geraten. Woran es liegt? Keine Ahnung? Was wir machen? Improvisieren.

Die jüngsten Schlaf-Entwicklungen sind mir ein Rätsel.
Es begann schon vor Wochen, dass die Kinder trotz offensichtlicher Müdigkeit abends nicht zur Ruhe fanden. Zur gewohnten Schlafenszeit klappte es nicht. Zu einer späteren Schlafenszeit auch nicht. Sie rumorten in ihrem Zimmer. Sie kamen wieder die Treppe herunter. Sie quatschten und lachten und verbreiteten überdrehte Unruhe.
Zuerst haben wir´s ignoriert. Irgendwann schliefen sie dann doch ein. Zwar etwas spät, manchmal erst um 22 Uhr, aber nach 2 Tagen waren sie dann so müde, dass die gewohnte Zeit zwischen 19 Uhr und 20 Uhr funktionierte. Für genau einen Abend. Dann wieder das selbe. Es eskalierte auch mal und gab ein tierisches Unwetter zwischen den Kindern und mir. Eine Weile klappte es dann wieder gut. Schließlich kam es wieder zu Unruhen. Zwar friedlicher Natur, aber irgendwie klappte es abends nicht mehr.
Vielleicht brauchen sie nicht so viel Schlaf? Aber doch, denn sie wurden immer müder und motziger über Tag.
Ich versuchte den Abend nochmal neu zu gestalten. Continue reading…

Liebe tut weh

oder: Einfach nicht mein Tag

Ich werde von den forschen Worten: Steh auf Mama, wir ziehen uns jetzt an und gehen runter! aus einem komatösen Schlaf geweckt. grrrrrr Ich knurre und brumme und sage, ich wolle noch schlafen. Ich schlafe auch wieder ein, werde aber immer wieder geweckt. Auch von anderen Kinderstimmen. Wieso fühle ich mich, als hätte ich eine übermütige Party gefeiert und wäre erst um 5 ins Bett gegangen? (Ich war gemütlich zu Hause hab zwei Flaschen Fassbrause getrunken und bin zu einer gesitteten Zeit ins Bett gegangen.) Und wieso wecken die Kinder nicht einfach ihren Vater? grrrrr
Morgenmuffel war ich schon immer, wenn ich nicht ausgeschlafen war. Ich habe es mir in den Jahren mit den Kindern weitestgehend abgewöhnt. Aber heute BIN ich muffelig. Lasst mich doch alle. Ein Blick auf die Uhr: 6.30. Es ist Sonntag! Das geht so nicht. Ich versuche weiter zu schlafen, aber die Kinder kuscheln mich wach (das ist sehr schön) und hüpfen auf mich drauf (das ist gar nicht schön). Kinder ich hab euch auch lieb, aber lasst mich doch noch ein bisschen…. Continue reading…

Ein Zirkusbesuch und eine Heulsuse

Wir waren im Zirkus.

Und das war schön!

Ganz in der Nähe gastiert ein kleiner Familienzirkus. Zirkus kennen die Kinder bisher nur aus Geschichten und von Bildern. Also war das eine passende Gelegenheit für einen Familienausflug.

Das Schöne an den kleinen Zirkussen ist, wie ich finde, dass sie gerade für die kleinen Kinder vollkommen ausreichen.

Das Zelt war klein, nur mit Stuhlreihen, keine ansteigenden Ränge, aber wirklich hübsch. Ein nachtblauer Zirkushimmel mit gelben Sternen und eine bunte Manege. Der Duft nach Sägespänen, die typische Zirkusmusik…. Continue reading…

Ich geh kaputt!

Das Los mit dem Mitgefühl.

Es gibt bei mir so ganz banale Momente, da könnte ich heulend zusammen brechen, weil ich unendlich Mitleide. Mal ganz davon abgesehen, dass ich wahre Dramen nur aushalten kann, wenn ich sie nicht richtig an mich heran lasse. Sonst geht nämlich nix mehr. Ich habe mir eine halbwegs harte Schale zugelegt. Ich kann mein Gefühlsleben einigermaßen kontrollieren.

Früher als Kind hatte ich super oft so banale Situationen, in denen mir auch so komisch schlecht wurde und ich es kaum aushalten konnte, wenn ich an der Situation nichts wirklich ändern konnte.
Ein Beispiel von vielen:
Ein Kind sitzt mit seiner gefüllten Butterbrotdose auf dem Schulhof. (Früher aß man noch auf dem Pausenhof 🙂 ) Die Butterbrotdose ist von der Mama liebevoll zurecht gemacht worden. Das Kind beginnt zu essen. Ein anderes Kind kommt und reißt dem frühstückenden Kind einfach die Brotdose aus der Hand und entleert den Inhalt lachend in eine Mülltonne.

Das ist für mich fast schon emotionale Folter. Ich zergehe vor Mitleid. Das Kind weint natürlich. Und ich fühle den Zorn und die Hilflosigkeit. Ich fühle, dass sich das Kind über das andere freche Kind ärgert. Dass es sich ärgert, dass das Frühstück hinüber ist. Dass es nun hungrig bleibt. Dass es sich wundert, wieso das andere Kind sowas Bescheuertes macht. UND ich fühle, dass das Kind traurig ist, weil die Mama hatte eine sooo schöne Frühstücksdose zurecht gemacht. Extra für das Kind. Und das freche andere Kind hat diesen alltäglichen kleinen Liebesbeweis einfach kaputt gemacht.
Das arme Kind. Die arme Mama.

Vielleicht fühle ich da auch etwas zu viel? Keine Ahnung.
Aber so empfinde ich.

Neulich hatte ich dann mit dem Sohn ein Erlebnis, welches mir wieder einmal ein solches Gefühl bescherte.

Ich kam im Kindergarten an und der Sohn kam aus der hintersten Ecke des Außengeländes angetrabt. Er trug seine Schuhe in den Händen und kam auf mich zu.  Er lächelte, aber verzog schon sein Gesicht, als würde er gleich weinen.
Er hatte für mich ein paar Blümchen gepflückt und in seinem Schuh gesammelt, damit sie nicht kaputt und verloren gehen. Die wollte er mir schenken. Leider hatte ein anderes Kind ihm einige Blümchen abgeluchst und kaputt gemacht. Der Sohn erzählte mir davon, unterdrückte ein Schluchzen und vergrub sein Gesicht an meinem Bauch. Er hatte die Blumen extra für mich gepflückt, um mir eine Freude zu machen und das andere Kind hatte diesen Plan quasi mit Füßen getreten.
Ich wusste ganz genau wie er sich fühlte.
Ich sagte aufmunternd, dass ich seinen Ärger sehr gut verstehen könne. Und ich wüsste genau wie lieb er es gemeint hätte und würde mich schon allein über die Idee riesig freuen. Die restlichen Blumen seien ja nun auch heil geblieben und auch sehr schön!
Das andere Kind hatte die Situation beobachtet und es tat ihm auch leid. Es kam und brachte noch ein paar Blümchen, die heil geblieben waren und entschuldigte sich. Was ich wiederum auch sehr süß fand. Es milderte sowohl meine „Übelkeit“ als auch die vom Sohn.