Ein paar typische Tage im Hause Confuss

Am letzten Freitag fieberte das Knöpfchen ziemlich hoch. Ich saß neben ihr auf der Couch und bewachte ihr Fieber. Der Hals war ganz rot.

Nach dem Kindergarten waren die großen Kinder wie Duracell-Häschen unterwegs. Da konnte ich mit Ruhe gegen steuern wie ich wollte. Die waren waaaahnsinnig. Das Sirenchen quakte und quietschte schon um 17 Uhr nach Abendbrot. Und das Knöpfchen stand schließlich aufgeschreckt von dem Tumult, wackelig und fiebernd neben mir.
Ich schnibbelte einen Obstsalat zurecht, kochte Eier, machte frischen Tee etc. für´s Abendbrot.
Die ganze Zeit hampelte das Sirenchen aufgeregt um mich herum und stibitzte für sich und netterweise auch für das wackelige Knöpfchen Obststücke. Der Sohn rannte wie angestochen um die Kochinsel, bis ich ihn in den Garten schickte. Nicht auszuhalten war das.

Bevor ich alle zu Tisch trommelte, wollte ich noch im Kinderzimmer das Fenster zum Lüften öffnen. Ich rannte hoch und bemerkte, dass das Katzenklo, wie immer, wenn man bald ins Bad will, von mindestens einer Katze frisch benutzt worden war. Bah, echt ein Nachteil bei den Stubentiegern. Somit säuberte ich das noch schnell. Gerade als ich quasi mit dem Kopf im Katzenklo hing und versuchte nicht in Ohnmacht zu fallen, und die Verunreinigungen heraus schaufelte, brach unten fürchterliches Geheule los. Der Sohn schrie schrill und panisch: „Maaamaaaa, ich habe Naaasenbluuuuten!“ Die Mädchen gleich mit.

Ich dachte: „Wieso ausgerechnet JETZT?“ und „Ja gut, Nasenbluten kennen wir doch. Das ist ja nichts Neues“ (der Sohn ist erblich bedingt häufiger damit geschlagen) und rief: „Dann nimm dir doch ein Taaaaschentuuuuuch! Ich koooomme gleiiiiich!“
Ich warf jedoch mein Schäufelchen direkt zur Seite, weil das hysterische Geschrei nicht aufhörte, wusch schnell die Hände und da kam mir ein aufgeregtes Sirenchen schon entgegen. „Komm schnell, Mama!“Als ich unten ankam erklärte sich die große Panik.

Es war ein Massaker.

Die Spur des Grauens zog sich durch die komplette untere Etage. Überall waren Tropfen und das arme Kind stand millerweile in einer kleinen Lache. So heftig hatte er lange kein Nasenbluten mehr gehabt. Da kann man auch mal vergessen, dass IMMER eine Taschentücherbox auf dem Esstisch steht.

Ich befahl dem Sohn sich einmal ruhig hinzusetzen, kühlte seinen Nacken und beruhigte ihn. Dann wischte ich die Spuren des Verderbens auf. Das bebende und aufgeregte Knöpfchen musste ich auch noch trösten. Das Sirenchen putzte derweil ganz gründlich ein Buch sauber, das auch eine Blutspur abbekommen hatte. Wahnsinn.

Wieso passiert sowas Gemeines IMMER in den 3 Minuten, die man als Mama gerade mal NICHT kann und auch nicht direkt am Platz ist?

Murphy, du bist ein Arschloch.

Samstags hatten wir dann Besuch, Sonntags gammelten wir so durch den Tag und ich stellte fest, dass ein Päckchen, auf das ich seit über 2 Wochen wartete, fälschlich an unsere alte Adresse gegangen war. Ich hab beim Bestellvorgang zwar die Adresse geändert, aber offensichtlich nicht auf speichern gedrückt. Nein, ich hab´s nicht nochmal kontrolliert. Ich habe der Technik vertraut. Dumm.
Zu diesem Zeitpunkt glaubte ich, das Päckchen sei auf dem Weg zurück zum Absender.

Am Montag war es sehr nass und trüb UND kalt am Morgen. Ich hatte tatsächlich keine Lust mein Lastenfahrrad zu nehmen. Ganz außergewöhnlich packte ich die Kinder ins Auto.
Leider wollte das Auto dann nicht starten. Die Batterie war leer. Is klar. Da nehme ich EINMAL in 2 Jahren aus wetterbedingter Bequemlichkeit das Auto um die Kinder in den Kindergarten zu bringen und die Batterie ist leer. Typisch. Also alle wieder raus und ins Lastenrad gestiegen.

Dann war es bis nachmittags ziemlich ruhig. Während der Mann und ich etwas am Blog bearbeiteten, stürzte die Internetverbindung zusammen. Plutsch, Pling….Blog dahin. Kaputt. Alles weg. Wir gehören nun nicht zu den mega Panik-Schiebern. Aber das war doch ein bisschen aufregend. Die letzte Sicherungskopie von allem lag schon etwas zurück. Es würde deshalb doch ein bisschen Arbeit bedeuten, dass Ding nochmal neu aufzusetzen. Der Mann verkrümelte sich in sein Büro und versuchte das Unheil nochmal zu retten. Zum Glück mit Erfolg und sogar recht flott. Ein Held, dieser Mann! (Ich stelle gerade fest, dass ich die Reihenfolge verwechselt habe. Der Absturz war ja am Dienstag. Egal.)

Nach dem Kindergarten tobten die Mädels so im Wohnzimmer rum, bis das Sirenchen plötzlich Kopfüber hinter der Couch lag. Keine Ahnung wie genau sie das angestellt hatte. Aber sie war wieder genau auf die alte Beule auf der Stirn gedotzt. Jetzt ist es da schon wieder dick. Unglaublich dieses Kind.

Am Dienstag rief dann eine ehemalige Nachbarin an und sagte, sie hätte da ein Päckchen für mich im Treppenhaus gefunden. Hahaaaa! Was eine Freude! Das falsch adressierte Paket findet doch noch seinen Weg zu uns!
So manches Missgeschick hat doch auch was Gutes. Wenn man so im Alltagsbrei zu träge ist Kontakte zu pflegen oder Anrufe auch immer wieder verschiebt, dann braucht es eben manchmal eine Initialzündung. Die Nachbarin habe ich schon lange lange nicht mehr gesehen und gesprochen und wir haben gleich eine Verabredung abgemacht. Da freu ich mich jetzt richtig drauf.
Allerdings frag ich mich, was die Post sich da gedacht hat. Wieso schicken die das Paket nicht zurück zum Absender, wenn der Empfänger verzogen ist?

Ach und ganz wichtig: Dienstags hab ich auch den Sohn in der Schule angemeldet. Jetzt ist es fix. Fanden wir beide ganz aufregend. Aber auch schön. 🙂

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