Familienzeit – bewusst unterwegs in der Kernfamilie

Ich bin gesellig. Ich mag Menschen.
Ich mag es unterwegs zu sein. Auch mit meinen Kindern und auch mit anderen Familien zusammen.

Doch erst am Freitag habe ich mal wieder gedacht, wie schön es für mich und die Kinder ist, auch mal „alleine“ unterwegs zu sein. Das geht mir (und ich habe das Gefühl auch den Kindern immer so), wenn wir in unbekannter Umgebung unterwegs sind. Da bin ich so beschäftigt mit der Orientierung, dem Überblicken der Situation und Beobachten.
Am Freitag besuchten wir die Oma in Aachen. Da es ein paar Dinge zu erledigen gab, blieben die Kinder und ich irgendwann an einem Spielplatz zurück, während der Mann und die Oma noch weiter zogen.
Es gab eine tolle richtig lange Rutsche in einem Park mitten in der Stadt. Ich setzte mich auf eine Bank und die Kinder erklommen unermüdlich den Berg und rutschten laut quietschend. Eine Stunde waren wir dort. Ich saß EINE Stunde auf der Bank und beobachtete die Drei. Das Sirenchen rief mir immer zu: „Mama, bist du bereit?“, drückte ein paar imaginäre Knöpfe an der Rutsche, die sie dann los katapultierten. Der Sohn nahm sich dem Köpfchen an und rutschte mit ihr gemeinsam. Alleine traute sie sich nicht. Es wurde mir nicht langweilig die Drei zu beobachten. Und sie genossen meine 100%tige Aufmerksamkeit. Wir fanden das alle 4 sehr schön.

Es gibt generell Unternehmungen, die mache ich ganz bewusst so geplant mit meinen Kindern allein. Egal ob nun mit Papa-Begleitung oder nicht. Mit Papa-Begleitung ist es natürlich am schönsten!

Man könnte meinen, es sei immer netter zu mehreren Familien unterwegs zu sein, weil man dann nicht ganz alleine auf die Kinder aufpassen muss. Oder die Kinder mit den anderen Kindern automatisch beschäftigt sind. Das stimmt auch. So generell.

Aber ein paar Beispiele gibt es, da wird es „unter-uns“ bewusster erlebt. Das sind immer besondere Dinge und vor allem, wie schon gesagt, in unbekannter Umgebung.

Zum Beispiel: Bei einem Kinderkonzert oder Theater, da gehe ich gerne alleine mit meinen Kindern hin. Denn dann kann ich bewusst ihre Reaktionen beobachten, ihre Fragen zu Instrumenten beantworten und habe NUR Zeit für sie. Wir hören und sehen das Gleiche. Ungeteilt! Wir erleben das Gleiche.

Im Zirkus kann ich mit ihnen auch NUR für sie da sein. Mit ihnen da sein. Mit ihnen gemeinsam über die gleichen Dinge lachen und staunen. Ich weiß zu 100% was sie gesehen haben, was ihnen gefallen hat und wir können darüber sprechen. Denn: Ich war da!

Ein Besuch in einem noch unbekannten Zoo z.B nur als Familie ist auch toll. Wir sehen uns gemeinsam alles an und beobachten gespannt. Und dann erzählen wir darüber.
Wir sind dann ganz konzentriert auf die Sache und uns. Und ich bin auch nicht abgelenkt, weil ich mit anderen Erwachsenen plaudere. Das mache ich nämlich sonst. 🙂

Die ersten Besuche im Schwimmbad waren auch gezielt nur als Familie geplant.

 


Und so ist es schon vor gekommen, dass wir irgendwo unerwartet jemanden trafen, den wir kannten und ich ganz verschlossen oder komisch reagierte. Ich merke das selbst, bekomme aber die Kurve nicht. Ein Mama Error :-D) Ich bin dann ganz konfus. Weil ich das nicht „eingeplant“ hatte. Ich werde dann gefragt, ob es mir gut geht. Ob alles in Ordnung sei. Das ist total lieb. Aber ich kann dann gar nicht auf „normal“ schalten. Ich bin dann, ohne Witz, total überfordert mit der Situation. Vor allem wenn es keine alltäglichen Unternehmungen sind.
Ich versuche es immer so gut es geht zu erklären, aber ich hatte hin und wieder das Gefühl, dass es nicht wirklich verstanden und mir doch falsch ausgelegt wurde.(Wenn ich damit rechne, dass wir jemandem begegnen den wir kennen, ist es besser. Dann bin ich „vorbereitet“. :-D)

Aber kommen wir zurück zur „Familienzeit“. Bisher ist es für uns wichtig regelmäßig unter uns etwas zu machen.

Wir erleben das denn andere Familien? Seid ihr lieber alleine unterwegs oder lieber immer in einer größeren Runde?

 

  4Comments

  1. Schnuppismama   •  

    Es hat beides seine positiven Seiten, ob man nun mit anderen Familien zusammen oder nur mit der „Kern-Familie“ unterwegs ist. Zoo empfinde ich zB mit weniger Leuten IMMER als besser – auch den ganz bekannten. Das kann aber an meinen Kindern oder auch ihrem noch jungen Alter (6 1/2 und fast 4) liegen. Bei solchen Unternehmungen brauchen sie meine/unsere volle und ungeteilte Aufmerksamkeit. Zudem wollen sie bei solch nicht alltäglichen Aktionen möglichst wenig Kompromisse schließen müssen, sprich sie wollen im Zoo ganz bestimmte Tiere sehen. Meist schaffen wir nicht alle Wünsche der zwei und mit Wünschen Dritter wäre das für meine Mädels eine Katastrophe.
    Im Schwimmbad, auf dem Spielplatz und bei all derlei Unternehmungen ist es hingegen spitze, wenn noch weitere dabei sind.
    Generell ist mir/uns wichtig, dass das „Verhältnis“ stimmt. Im schnelllebigen Alltag ist uns exklusive Familienzeit wichtig, ein hohes Gut, welches wir schützen ❤

    • Beatrice   •  

      Ja, da hast du Recht. Das Verhältnis muss stimmen. Besuche auf bekannten Spielplätzen sind auf jeden Fall auch meistens netter in einer Truppe. Das mochte ich auch sehr, als wir noch in der Stadt wohnten. Mit alle Mann auf den Spielplatz.

  2. Tashi   •  

    Huhu 🙂

    Diese Situationen kenne ich nur all zu gut. Vorallem das mit dem ungeplant jemanden treffen. Ich bin dann immer total verwirrt und weiß gar nicht wie ich reagieren bzw was ich sagen soll. Da gab es schon diverse lustigr Situationen 😀

    Liebe Grüße
    Tashi

    • Beatrice   •  

      Hach, wie beruhigend, dass es mir nicht alleine so ergeht. Ich komme mir immer ganz komisch vor in solchen Situationen. 😀

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