Als ich mich wieder einmal zur Hausfrau des Jahres qualifizierte

oder sich bewies: Multitasking geht bei mir schlecht.

Vor einiger Zeit…. Ein sonniger Freitag voller Tatendrang schickte sich an.
Wir waren in Schwung.
Der Mann hatte frei und begann am Nachmittag im Garten zu werkeln. Es wurde ein Sichtschutzaun gebaut. Natürlich selbst, versteht sich. Der Mann. Der alte Handwerker-Profi.

Es war ein schöner, aber warmer Tag. Der Mann schwitzte und ich lief zwischen Kindern und ihm hin und her. Mama dies, Beatrice das. Die Waschmaschine lief auch in einer Tour. Obgleich ich in Schwung war, kam ich mir ein bisschen vor wie Aschenbrödel.

Irgendwann am Nachmittag, nachdem ich schon 8 Stunden durch gerödelt und davon gerade mal 15 Minuten Pause gemacht hatte, räumte ich die Waschmaschine aus und wollte noch schnell schnell die Hemden vom Mann waschen. Eigentlich war ich auf der mir aufgetragenen Suche nach seinem Akkuschrauberladegerät und dem Ersatzakku, damit die Fertigstellung des begonnenen Zauns voran schritte.

Ich stopfte also wie schon gesagt, schnell sein kunstvoll drapiertes Hemdenknäuel in die Maschine und stürmte weiter. Auf der Suche nach dem Akkuschrauberaufladegerät nebst Erstazakku.
Als ich kurz darauf zufällig wieder am Bad vorbei kam, hörte ich etwas Lautes in der Waschtrommel.

Ich musste nicht sehen was es war. Dem lauten Geräusch nach zu Urteilen war es weder ein Stein, noch ein Schlüssel oder sowas anderes Kleines. Klong. Pock. Klong. Pock. Es konnte nur eins sein.

Sein Handy.

Sein Handy.

Des Mannes HAAAANDY! 😱😨

Das steckt immer in einer Hemdtasche.

Aber wieso steckte es in einer Hemdtasche in einem Berg zu waschender Hemden?

Wiiiiesooooo?

Und es ist so schwer, das Handy. Wieso hatte ich das nicht gemerkt?

Das Handy.

Klong.

Pock. Pock.

Klong.
Ich musste die Waschmaschine anhalten!

Beherzt drückte ich den An/Aus- Knopf.

Aus. Aber die Tür blieb ja zu.

„Was mache ich denn jetzt? Jetzt liegt das Ding auch noch im Wasser? Es wäre vielleicht besser gewesen, die Trommel weiter drehen zu lassen? Aber dann schlägt es immer gegen die Trommel und bekommt auch Wasser ab. Ich weiß auch nicht…….!

Er bringt mich um!“

-„Wo bleibst du? Hast du mein Akkuladegerät gefunden?“ erklang es.

Schwitz, schwitz. „Neeeheee.“

-„Wo bist du denn?“ Er kam näher.

Ja, wo war ich denn? Nicht da! Weg. Verschwindibus.

-„Äh, da ist was in der Waschmaschine! Ich…Waaarteee…mal……“. Ich musste Zeit gewinnen.
Hektisch befragte ich das Internet, wie man eine Waschmaschine not-öffnet.

-„Sag nicht, du hast mein Handy mit gewaschen!“

Der Mann liest in mir, wie in einem Buch. Und Schweigen ist manchmal auch eine Antwort.

Das WWW spuckte mir schnell und hilfreich eine Lösung vor und ich rannte wieder zur Waschmaschine. Ich wollte nichts hören. Der Mann war zum Glück auch sehr einsilbig und verschwand wieder in den Garten.

Also, Not-öffnen der Waschmaschine geht so: Ganz unten gibt es eine Klappe, wo auch das Flusensieb zu finden ist. Und da gibt es irgendwo einen Hebel oder eine Schlaufe, die man ganz leicht betätigen kann und dann geht die Tür der Waschmaschine ganz einfach auf. Bei uns ist es ein Hebel. Der geht wirklich sooo leicht, wenn doch die Klappe zu diesem Hebel auch so leicht und schnell aufgegangen wäre. Kostbare Zeit verstrich und das eindeutig gegen mich.

Ich konnte das Handy schließlich „retten“.
Das gewässerte Gerät sollte man dann für 72 Stunden in ungekochten Reis  legen. Mit einer kleinen Chance geht es nach diesem Trockungsprozess danach wieder.

Ich dachte aber auf jeden Fall eher: nein.

Der Mann war ab sofort mobil von der Außenwelt abgeschnitten.

Was lerne ich daraus?
Eile mit Weile. Zu viele Aufgaben gleichzeitig und dann schnell schnell sind nicht gut. Ich habe mich hetzen lassen und selbst gehetzt.

Und das Handy?
Das Gerät machte uns/ mir die Freude, dass es just an des Mannes Geburtstag wieder zu Leben erwachte und immerhin Telefonieren und Nachrichten empfangen möglich war. Jedoch ging das Display immer an und aus. Disco.

Glücklicherweise konnte der Mann zeitnah einen adäquaten Ersatz ohne Disco-Funktion organisieren.

 

Und eins weiß ich: Dies wird keiner meiner Alltagsfehler! Es wird nicht das Letzte gewesen sein, was ich versehentlich mit wasche. ABER sicherlich das letzte Mobilfunkgerät. 😀

  5Comments

  1. Laura   •  

    Liebe Beatrice, ich musste sehr lachen bei der Lektüre. Vielleicht sollte dein Mann einfach mal darüber nachdenken, sein Telefon nicht in den Schmutzhemden stecken zu lassen?! Zum Thema Wäsche gab es bei uns auch schon den ein oder anderen Zwischenfall. Mein Mann schrumpft mir gerne meine teuersten Pullover in Kindergröße, ich revangiere mich dafür mit Hemden in zartrosa (Upps, war Töchterleins pinke Buxe zwischen dem feinen Zwirn) Liebe Grüße, Laura

    • Beatrice Beatrice   •     Author

      Ja, war im Nachgang lustig. 😀 Ich bin ja ohnehin für einen festen Platz für sämtliche wichtigen Dinge, wie Schlüssel, Telefone etc. Dann weiß man immer wo es ist und hat alles bei Bedarf griffbereit und es verirrt sich nichts in Wäschetruhen oder Waschmaschinen. 🙂

      Rosa Hemden …:-D ein Klassiker. Verfärbte Wäsche habe ich noch nicht gehabt. Aber das ist sicherlich nur eine Frage der Zeit. 😉

  2. Nicole G   •  

    Einfach genial :-DDD. You made my day.

  3. Julia   •  

    Ich bin gerade erst auf Deinen Blog gestoßen und Du sprichst mir sehr aus dem Herzen! Nur zur Beruhigung: Ich hab auch schonmal das (leider erst 4 Wochen alte) Handy meines Mannes mitgewaschen. Das war in der Hosentasche und ich ausnahmsweise mal schnell hinter der Dreckwäsche her. Seins ging leider nicht wieder an…
    Ist auch nicht so mein Ding mit dem ganzen Haushalt…und den Orden der Rabenmutter des Jahrhunderts verleihe ich mir innerlich auch öfter gerne, auch wenn die Kinder bisher doch einigermaßen zufrieden zu sein scheinen. Was will man machen. Ich wünsche Dir und mir selbst auch zukünftig ein bisschen mehr innerliche Flexibilität und Toleranz uns selbst gegenüber – denn eigentlich machen wir das alles dich ziemlich gut, oder?
    Herzliche Grüße!

    • Beatrice Beatrice   •     Author

      ❤️ Wie schön! Ich freue mich über jede neue Leserin! 🙂 Und ich freue mich auch über andere Mamas mit einer kleinen „Schwäche“ in Haushaltsdingen. 😀
      Du hast Recht, wir müssen vor allem mit uns selbst weniger streng sein. Wir machen das schon gut! 🙂

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