Diese Weiber….und ich gleich mit

Uuuuugh,

ich bin gerade dezent GE-REIZT!!!!

Wegen der Weiber, vornehmlich. Mann, Mann, Mann!

Das wilde Mädchen und das Fuschulkind tragen aktuell ein paar Kämpfe miteinander aus.  Geschwisterstreit. Alles ganz normal. Alles gut. Bzw NICHT alles gut! Denn mir raubt es gerade richtig den Nerv.

Ich fahre auf 150%. Die Nächte sind „lang“, weil ich schon früh mit zu Bett gehen muss/will/soll, weil das Baby….meine Müdigkeit….Mütter von kleinen Kindern verstehen schon was ich meine.

Also ich liege weiterhin früh im Bett und schlafe zunächst auch sehr früh mit ein, nachdem ich das Hummelchen in den Schlaf begleitet habe. Das ist derzeit keine locker, flockige, kuschlige Angelegenheit. Es fühlt sich eher an wie ein Ringkampf! Ja, das beschreibt es recht gut. Die kleine Hummel gebärdet sich wie ein Raubkätzchen und knurrt und fuchtelt und rudert mit Armen und Beinen und windet sich hin und her. Ich muss sie gerade ganz fest halten. Wirklich fest. Das Kind hat Kraft. Nicht, dass ihr denkt, ich zwinge sie da zu etwas. Sie wird sofort ruhig, wenn ich sie fest fest halte und knurrt genüsslich. Sobald ich den Griff lockere, rudert sie wieder. Pucken funktioniert nicht mehr. Sie ist zu groß und zu stark. Echt jetzt. Ne Zwangsjacke wäre vielleicht ne Lösung. 😀

Also ringe ich das Kind quasi in den Schlaf, schlafe dann selbst, bis sie erst knurrend und dann laut motzend wieder wach wird, trinkt und pupst und knurrt und wieder meinen Arm fest haltend und knetend einschläft. Meinen anderen Arm muss ich schwer auf sie legen.

Aktuell wird sie nachts auch sehr oft wach und knurrt und wälzt und motzt und pupst….es ist ein bisschen zermürbend, denn immer wieder geht der Ringkampf von vorne los. Ich hab das Gefühl, ich bin nur noch angespannt. Also körperlich. Also ne, auch mental.

Und auf diesen erschöpfenden Zustand der nächtlichen Anspannung und ständigen Schlafunterbrechung kommen jetzt die beiden zänkischen Weiber.

Mal spielen sie rührend und friedlich miteinander und dann geht es los. Es wird um Safttüten gestritten und laut kreischend daran hin und her gezerrt, bis…..man ahnt es schon…Die beiden haben gerade ein Kompetenzgerangel. Meine Rufe nach sofortigem Stopp, werden ignoriert bis ich sie laut heraus donnere. Das Ding ist, ich habe oft genug ein Baby auf dem Arm und kann so schnell gar nicht dazwischen greifen. Die beiden Wahnsinnigen sitzen oder stehen dann auch grundsätzlich in einer Ecke, wo man so schnell gar nicht hin kommt.

Oder das Baby schläft gerade. Oft genug regnet es, dann kann sie nicht draußen schlafen und ich weise die Kinder darauf hin, dass sie bitte laute Sachen in einer anderen Etage tun sollen. Aber diese Information verpufft. Egal, wie ich sie formuliere. Ständig wird das Baby geweckt, weil die wilden Weiber kreischen.

Gestern musste ich dann auch mit allen Kindern viel diskutieren und verhandeln. Das ist ja einerseits schön und gut, aber ich wünsche mir manchmal einfach, dass eine Handlungsempfehlung von mir einfach ohne jeden Widerspruch umgesetzt wird. Ich verlange nicht viel.

Die Kinder wollten gestern auch unbedingt baden, was ich begrüßte, denn es war nötig.

Die kleine Hummel musste auch mal in die Wanne.

Die Kinder hörten im Radio gerade ein spannendes Hörspiel und so nahmen wir das Radio mit ins vorgewärmte Bad. Alles sehr gemütlich tatsächlich. Das Fuschulkind wollte Badeschaum. Wegen dem Baby wollte ich das aber erst später dazu gießen. Kaum saßen alle Kinder im Wasser, begann sich das Fuschulkind zu beklagen, sie hätte zu wenig Platz, saß aber tatsächlich bis zum Hals im Wasser. Ich vertröstete, dass mehr Platz entstünde, wenn das Baby wieder aus dem Wasser raus wäre. So lange badet sie nämlich noch nicht mit. Üblicherweise nehme ich sie dann raus, trocken sie in Ruhe ab und creme sie auch ein. Mit ein bisschen Spielen und Kuscheln kombiniert.  Die Großen baden dann weiter.

So nicht gestern. Ich nahm das Hummelchen heraus, sie protestierte etwas und ich stille sie erstmal in ein warmes Handtuch gewickelt. Im Bad. Da ist es warm und es ist Platz genug. Da begann schon der Streit zwischen den wilden Weibern in der Wanne. Das Fuschulkind wollte Badeschaum, das wilde Mädchen aber nicht. Der Sohn auch nicht so gerne. Ich sagte, dann könne das Fuschulkind ja einen Moment länger in der Wanne bleiben und ich würde dann noch Schaum einfüllen. 

Genöle, Geheule, das Baby stieg direkt mit ein. Ich erklärte nochmal, dass es doch eigentlich ganz gemütlich wäre, fand der Sohn auch, und sich niemand streiten müsste. Und dass es vor allem nicht so n lautes schrilles Geheule geben müsste.

Ich versuchte das Hummelchen nun gemütlich und mit Spaß weiter zu versorgen. 

Es scheiterte. Das Fuschulkind goss ein paar Tropfen Wasser über den Kopf des wilden Mädchens. Sie kreischte schrill auf. Und goss dann einen großen Becher Wasser über das Fuschulkind, welches dann noch lauter schrie. Das wilde Mädchen machte weiter, das Fuschulkind kreischte, sie solle aufhören, das wilde Mädchen schrie, Du hast das auch gemacht! und machte weiter, das Fuschulkind schrie und jaulte hysterisch, das Baby begann auch zu weinen, der Sohn beklagte, er könne das Hörspiel gar nicht mehr verstehen und ich versuchte bestimmt, aber noch einigermaßen ruhig die Lage auseinander zu sortieren und zu vermitteln, aber wurde überkreischt. Ich drohte schon ziemlich laut an, sie müssten gleich auch der Wanne raus, dann wäre das Baden vorbei. Und es könnte ja sehr schön sein hier im Bad mit dem Hörspiel und überhaupt.

Keine Chance. Ich versuchte es mit Atmen. Ich überlegte den Raum mit dem Baby zu verlassen. Aber die kleine Hummel war noch nackig und außerhalb des Bades war es kühl. Also war das keine Option. Vor der Badezimmertür miaute übrigens auch unser Kater und wollte sein Fressen schon einfordern. 

Ich teilte nochmals über das Kreischen hinweg mit, es sei nun genug, ich würde gleich explodieren. Sie hätten jetzt über den Tag hinweg mehrere rote Ampeln überfahren. Meine absolute Grenze sei erreicht. Die wilden Weiber schütteln sich aber weiter Wasser über die Köpfe (und über den Wannenrand) und kreischten und boxten sich und das Wasser schwappte und das Baby weinte, da brüllte ich: „UND JETZT HABE ICH DIE SCHNAUZE GESTRICHEN VOLL! RAUS AUS DER WANNE! DAS WAR´S! ALLE BEIDE RAUS HIER! ICH GLAUBE MEIN SCHWEIN PFEIFT! KEINE DISKUSSION!!!!! RAUUUS!“

Die Mädchen taten wie geheißen. Kurz darauf stand der Mann in der Badezimmertür. Er war gerade von der Arbeit gekommen und hatte meinen fulminanten Verzweiflungsausbruch bis auf die Straße gehört. „Wir können auch gleich: Hier wohnen Asis. über die Haustüre schreiben. Sagte er. Ja. Schande auf mein Haupt. Brüllende Mütter sind nicht vorbildlich.

Es ist allerdings auch nicht zur Nachahmung empfohlen ohne Pause alleine für 4 Kinder zuständig zu sein, wenn man dazwischen nicht mal sowas wie ein Wochenende ODER ZUMINDEST EINE GEORDNETE NACHTRUHE HAT! AAAAAAH!

Nach dem Gewitter war es dann allerdings gut. Dann lief der restliche Abend friedlich und es hält auch heute morgen noch an. 

Es ist eine ungünstige Phase. Sie wird vergehen und ich lerne in diesem Leben vielleicht auch noch, mich besonnener zu verhalten.

  6Comments

  1. Avatar Hannah   •  

    Brüllende Mütter sind vielleicht nicht vorbildlich, aber doch völlig normal, oder? Ich habe noch keine Kinder, aber drei Geschwister (soweit ich das überblicken kann, auch mit ähnlichen Altersabständen wie bei dir) und ich fühle mich bei deinen Erzählungen hier und auf Instagram so oft an meine Kindheit erinnert (zum Beispiel auch bei der Geschichte mit den 12 Kindern km Haus und den explodierenden Chipstüten – wir waren/sind mit vielen Familien mit ebenfalls vielen Kindern befreundet und diese Tage, an denen man mit einer Horde Gleichaltriger das eigene oder fremde Spielzimmer gestürmt hat, waren großartig (vermutlich nicht für diejenigen, die hinterher aufräumen mussten…) ). Und natürlich ist meine Mutter auch laut geworden, wenn das Chaos und das Gebrüll überhand genommen haben – so Geschwisterdynamiken sind schon spannend und können zu „interessanten“ Situationen führen. Um es kurz zu machen: Ich kann mir vorstellen, dass es einen selbst nervt, wenn Situationen/der eigene Tonfall entgleisen, aber ich weiß aus der anderen Perspektive, dass es manchmal das einzige ist, das noch durchdringt und es schneller wieder vergessen ist als alles andere.

  2. Avatar Andrea   •  

    Ich finde es eigentlich okay, wenn einem mal die Hutschnur reißt oder wie man sagt.
    Auch Mütter sind schließlich nur Menschen!
    Ein kurzes Donnerwetter (auch mit unflätigen Ausdrücken und rumbrüllen)ist erstens authentisch und zweitens gesund (für die Mutter!); sonst kriegt man ja irgendwann ein Magengeschwür, wenn man meint, immer die Bilderbuch-Mary-Poppins-Mama sein zu müssen!!
    So lange solche Situationen ein reinigendes Gewitter sind und nicht zur täglichen Normalität gehören, ist alles gut.
    Finde ich.

  3. Avatar Mel   •  

    Danke für deine ehrlichen Schilderungen eures Alltags. Klar ist schimpfen immer doof… aber die Kinder müssen auch lernen dass Mama Grenzen hat.
    Ich bewundere wie du den Alltag mit den 4 Kids wuppst… mich schaffen meine 2 kleinen Monster schon 😀
    Ich schick dir ganz viel Liebe und starke Nerven

  4. Avatar Lydia   •  

    Ach, immer wieder fühle ich mit bzw. fühle mich ertappt. In vielen Situationen reagiere ich ganz ähnlich. Wenn man den ganzen Tag alleine für alles (Kids, Haushalt, Essen) zuständig ist, hat man abends (manchmal auch schon morgens 😅) keine guten Nerven mehr.

  5. Avatar Nadine   •  

    Ich schließe mich da meinen Vor-Kommentatorinnen an. meine Gelduld hat auch eine relativ kurze Zündschnurr und dann kann ich auch ganz schön laut werden… Und du hast ja auch „richtig“ gebrüllt ;o) Du hast deutlich gemacht, dass es DIR jetzt reicht (Ich-Botschaft) und nicht die Mädchen angegriffen. Ich glaube, da liegt dann auch der Unterschied zur „Schreimutter“. Und unseren Kindern bringen wir doch auch bei, dass jedes Gefühl richtig ist und raus muss/darf, solange man niemanden dabei verletzt (auch nicht mit Worten).

    Und ganz ehrlich, nach so einem Spruch von meinem Mann, wäre ich wortlos gegangen und hätte ihm die Meute überlassen ;o)

  6. Avatar Cornelia   •  

    Ich bin mit drei jüngeren Brüdern (und einem älteren) aufgewachsen, meine Mutter mutierte öfters mal zum Feldwebel wegen den „Kleinen“.
    Selbst habe ich auch vier Kinder aufgezogen, da habe ich einmal auch eine ganz ähnliche Badeszene erlebt.
    Du leistest sehr viel, das ist einfach so. Das sieht nur keiner.
    Wir haben damals manchmal gesagt: Ist der Ruf erst ruiniert,….

    Liebe Grüße

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