Der verschobene Kindergeburtstag und die trottelige Mutter.

…und ein Indoorlabyrinth

 

Da der Sohn an seinem Geburtstag Fieber und dicke Mandeln hatte, sagte ich auch den 2 Tage später geplanten Kindergeburtstag ab.

Somit überlegte ich Montags, da alle wieder fit waren, kurz entschlossen den Kindergeburtstag Mittwochs nachzufeiern, sofern alle geladenen Gäste Zeit hätten. Denn Karneval naht und die Termindichte nimmt zu. Da muss man handeln. Ich sprach also die entsprechenden Mamas an oder schickte Kurznachrichten und telefonierte rum.
Nachmittags waren wir noch unterwegs bei Freunden. Und abends machte ich mir eine Liste, was ich am Dienstag nochmal neu einkaufen müsste.

 

Soweit so gut.

Den Dienstag begann ich arglos, kaufte ein, backte Kuchen. Das Knöpfchen war etwas unleidlich und unterbrach mich oft. In Gedanken ging ich das Geburtstagsspieleprogramm nochmal durch.
Als ich nachmittags auf den Kalender blickte, entfuhr mir ein sehr lautes: „SCHEISSSSSSEEEEE! Ich hatte am Morgen die schulärztliche Untersuchung für die Einschulung vergessen. Komplett vergessen! Es stand dick im Kalender. Der Erstgeborene. Mein erstes Schulkind. Dieser „historische Moment“ in der Familienchronik……
Ich Trottel! Wer verleiht mir die Medaille zur Nulpe des Jahres?

Ich ärgerte mich sehr über mich und war den Rest des Tages durch den Wind. Zumal ich auch niemanden mehr erreichte, um mein Versäumnis aufzuklären und einen neuen Termin zu finden.
Sowas ist mir noch NIE passiert. Und es wurmte mich, dass ich nicht a toc etwas tun konnte.
Es machte mich richtig fertig.

Ich konnte es am Mittwochmorgen aber zum Glück regeln und bekam komplett unkompliziert und freundlich einen anderen Termin. Hätte ich so nicht erwartet. Man kennt ja die Ämter und Behörden. Nächste Woche Montag. Da ich es jetzt gar nicht mehr schlimm finde…kann mich am Montag jemand daran erinnern, dass ich es nicht nochmal vergessen? 😀

 

Ein Labyrinth im Kinderzimmer und ein improvisiertes Suchspiel

Nachdem ich also die Kinder in den Kindergarten gebracht hatte, machte ich mich ans Aufräumen und Kinderzimmer präparieren.
Allerdings war der Umbau im Kinderzimmer etwas anstrengend. Ich baute aus Matratzen und Decken und dem Kinderbett vom Knöpfchen ein Labyrinth im kompletten Zimmer. Dann saugt man natürlich auch mal in allen Ecken. Wenn man schon so großräumig kramt, kommt man ja auch in alle Ecken. Und nichts wäre unangenehmer als Gastkinder, die über und über mit Flusen bedeckt sind. 😀

Der Mann, das Knöpfchen und ich holten die Kinder schließlich zu Fuß vom Kindergarten ab. Das ist nicht weit, aber ich plante dennoch knappe 45 Minuten ein, da ich ein kleines Suchspiel aus dem Nachhauseweg machte. Sehr improvisiert. (Denn das war ursprünglich nicht geplant, da wir Samstag gefeiert hätten und die Kinder zu uns gebracht worden wären.)
Mit Geschenkband legte ich eine Fährte für einen verschlungenen Weg durch verkehrsberuhigte Gässchen und Straßen. Ich knotete immer kleine Schleifen an Pfosten oder Sträucher. Der Mann fragte noch, ob wir nichts Süßes mitnehmen wollten zum Ansporn.
Ich hatte Sorge, dass die Kinder die kleinen Bändchen nicht fänden. Aber die Kinder waren super und fanden alle. Kleine Adleraugen. Und die Bändchen reichten als Trophäe! Ernsthaft. Die Kinder wetteiferten darum, wer mehr Geschenkband erbeutet hätte. 😀 Wir waren in 40 Minuten mit der ausgelassenen und aufgekratzten Horde zu Hause.

Es gab Kuchen, dann Geschenkeauspacken und danach musste der Löwe gesucht werden.

Im Kinderzimmer- Labyrinth saß der Löwe und lauerte, wenn man um die Ecke gekrabbelt kam. Muss ich erwähnen, dass es für mich etwas umständlich war alle Gänge einmal abzukrabbeln? 😀

Am Ende des Tunnels unter dem Löwen konnte mal links oder rechts abbiegen.

Dem Löwen konnte man aus dem Maul einen Goldtaler entwenden. Noch letztes Jahr hatten alle Respekt vor dem Pappkamerad. Dieses Jahr war er schnell besiegt. Sie bekamen dennoch alle einen Orden.

Darüber freuten sie sich richtig.

Ich musste dann weiter gar nichts mehr machen. Die eine Hälfte der Kinder spielte bis zum Abholen im Labyrinth. Die andere Hälfte baute sich die Holzeinsenbahn im Flur auf.
Ich konnte zwischendurch meine erste richtige Pause des Tages mit Kaffee machen und starrte auf die verwaiste Kuchentafel.

Es gab Schokokuchen und in die kleinen Flaschen füllte ich Apfelschorle und Wasser zum selbst nachschenken. Das mache ich ab jetzt immer so. Kein Schlabbern. Keine Unmengen an Getränkeresten.

Schließlich kamen ein paar Kinder mit dem Wunsch die Geschenke zusammen zu bauen und aßen nochmal am Kuchen weiter. Es gab tolle Ergänzungen für die neue Playmobil-Leidenschaft des Sohnes.
Einer der Jungs sagte noch, der Mann müsse kommen und das alles zusammenbauen. Er staunte nicht schlecht, als ich sagte, dass in diesem Hause ICH die Aufbaubeauftrage Fachkraft für Spielzeuge sei.

Das Sirenchen schnitt behänd ALLE Tütchen mit den Kleinteilen auseinander und ein versierter Junge baute schon, während der Sohn alles durcheinander kramte und ich versuchte Struktur in das Kleinteilelager zu bringen und die komplizierteren Dinge zusammenbauen.
Wir saßen bestimmt über 30 Minuten still und konzentriert und bauten zusammen. War richtig schön. Ich hätte so weiter machen können. Dieses einträchtige Kramen mit Kindern (was in diesem Fall so war. Ist ja nicht immer so.), die so schwer vor sich hin schnaufen und ganz dicht an einen ran rücken, ist total kuschlig.
Da hatte ich doch tatsächlich die Uhr ganz aus den Augen verloren und ich ahnte, die Hotdogs für´s Abendbrot würden eine hektische Angelegenheit.
Als die Würstchen im Topf waren, klingelte das erste Elternteil.

Und somit verteilten wir die Hotdogs schließlich auf die Hand. Auch an die Eltern. Alles zwischen Tür und Angel und so gar nicht strukturiert. Es war ein heiden Chaos. Überall Playmobil, Schuhe, Jacken, Mützen, Menschen in Aufbruchstimmung. 😀 Ich war gut drauf und bedauerte kein Bier für die Eltern parat zu haben. Hätte ich irgendwie gemütlich gefunden.

Schnell packte ich noch ein bisschen Süßkram und Mitgebsel in diese Tüten

Recyceltes Packpapier und übrig gebliebene Weihnachtspapiersterne.

und schwups, waren alle weg.
Zurück blieben meine aufgekratzten Kinder und die Aufgabe das Kinderzimmer wieder in einen schlaftauglichen Raum zu verwandeln. Die Betten bezog ich auch noch neu und fiel dann schließlich ermattet auf die Couch.
Was wir an diesem Tag nicht schafften:

Topfschlagen

Luftballon tanzen

Eine Reise nach Jerusalem

Schokokuss-Wettessen

 

Wer wissen mag, wie letztes Jahr der Kindergeburtstag war, kann das HIER nachlesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.