Ein Wochenende, drei Unternehmungen und zwei Käätsboaads

Das Wochenende hatte mal wieder einen bunten Strauß Unterhaltung bereit.

Nachdem wir gefühlt die letzten Wochenenden mehr gegammelt als unternommen hatten, packte uns nun die Lust das Heim mal zu verlassen.

Am Samstag Morgen bestiegen wir recht zeitig (so gegen 10.30 :-D) die Familienkutsche. Die brachte uns in das Naturkundemuseum in Bonn.
Dort waren wir angenehm überrascht, dass Kinder unter 6 Jahren noch nichts zahlten und sich die Ausstellung  in den letzten…äh oh Gott, 30 Jahren!!!(so lange war ich nicht mehr da) total modernisiert und auf kleine Besucher spezialisiert hatte.
Der Sohn war sofort angefixt und sehr interessiert an so allerlei Getier. Vor allem an sechsbeinigem.
Die Mädchen bestaunten die größeren Tiere und flitzen nachher mit einigen der anderen unzähligen Kleinkindbesuchern durch die luftig gestaltete Ausstellung.
Nach gut 2 Stunden war der Kinderkanal mehr als voll und wir gönnten uns noch eine frische Waffel im Bistro des Museums.
Wir traten die Heimfahrt an und beschlossen auf einem Weg noch schnell in der Metro Artischocken für den anberaumten Abend mit Freunden zu kaufen. Das mit der Metro war aus diversen Gründen eine Schnapsidee. Aber so richtig. Vor allem weil der schöne Museumsbesuch mit Trash überlagert wurde. 

Wir kauften keine Artischocken. Wir kauften stattdessen: 3 Paar neue Kinderhausschuhe. Eigentlich brauchten nur die Großen welche für den Kindergarten. Aber das Knöpfchen wollte AUUUCH!
Des weiteren waren wir ziemliche Abknicker, als wir die Spielwarenabteilung streiften. Der Herr Papa merkte an, dass er sich das Sirenchen mal gut auf einem Longboard vorstellen könne und legte eines in den Gang. Ich meinte, dass das wohl ein ziemlich großes Gefährt für eine knapp 4 Jährige sei. Es gäbe doch neuerdings diese 80er Jahre Retro-Skateboards. Ha! Und da lagen sie ein paar Schritte weiter in neonbunten Farben. Das Sirenchen stürmte darauf zu und griff zielstrebig NEON PINK! „Wie hübsch.“
Uääääähääähäää! Mir tun die Augen weh.
Wir sind jetzt stolze Besitzer dieser riskanten Fortbewegungsmittel in neon pink! Und zwar gleich ZWEIMAL!!!!
Wie konnten wir auch nur so gedankenlos laut aussprechen, was uns Erwachsenen durch den Kopf geht??? 🤐

Es war dann nämlich so, dass beide Mädchen ganz ganz dringend so ein „Käätsboaad“ in Pink haben wollten. Sie rollerten auch prompt darauf kniend oder liegend durch die halbe Metro.

 

Skateboard 2 Eltern-Blog beatrice-confuss.de

 

Die waren nicht mehr zu trennen von den Fahrzeugen. Das Sirenchen bemerkte mal wieder, dass lange Kleider ungünstig zum sporteln sind und stopfte sich auf mein Geheiß hin das Gewand vorne in die Leggins. Das sah zwar beknackt aus, war aber immer noch besser, als nur in Leggins und Shirt rumzurennen.

skateboard Familien-Blog beatrice-confuss
Der Sohn durfte sich dann natürlich auch etwas aussuchen und er wählte einen ferngesteuerten Schneeschieber als Kettenfahrzeug. Kettenfahrzeuge sind nämlich der Knaller!

So verließen wir also mit dem Krempel die Metro wieder und weil die Mädchen im Auto einschliefen, steuerten wir noch einen normalen Supermarkt und einen Feinkostladen wegen der Artischocken an. Der Herr Papa machte den Wochenendeinkauf während ich mir den beseelt strahlenden Sohn mit seinem Kettenfahrzeug auf dem Schoß und die schlafenden Mädchen mit ihren neon pinken Käätsboaads im Arm besah. Zu goldig.

Zu Hause rollerten und fuhren sie dann kniender Weise um die Kücheninsel herum und fielen des Abends auch flott ins Bett. Wir hatten ungestört Zeit für Besuch und Wein.

Am Sonntag verbummelten wir den Vormittag. Das Knöpfchen machte einen etwas verfrühten Mittagsschlaf und nach dem Mittagessen steuerten wir wieder den Spielplatz mit dem 3 Meter Klettergerüst an. Wir mögen es dort.

Ich machte dort wieder eine speziellen Eindruck. Ich war die lauteste Mutter und die unpassend gekleidetste Mutter außerdem. Ich begleitete das ambitioniert kletternde Knöpfchen über das (hier) geschilderte Gerüst. Allerdings hatte ich im Vorfeld nicht überlegt, dass eine Hose beim Klettern definitiv besser wäre. (Komisch, woher kann das Sirenchen diese Leidenschaft für unpassende Kleidung nur haben?? )
Auf 2 bis 3 Meter Höhe kann man nämlich von unten ganz gut unter Röcke blicken.
Ich trug ein Kleidchen! Zum Glück mit Termoleggings in blickdicht. Ich tat dann mal ganz ungeniert und krabbelte durch Netztunnel und bewegte mich in der Hocke über Balken, die ich im Stehen niemals geschafft hätte. (Der Sohn macht sowas hingegen leichtfüßig ohne festhalten. Da hab ich wieder gestaunt)

Spielplatz 2 Familien-Blog beatrice-confuss.de
Die Rutsche entlockte mir dann mal wieder ein lautes Kreischen. Der Herr Papa war nicht allein amüsiert. Da das Knöpfchen dann noch einige Male die 3 Meter hohe Boulderwand als Direktzugange zur Rutsche hoch wollte, musste ich also auch dort noch ein paar Mal mitklettern und auf dem letzten halben Meter das Knöpfchen auf die Plattform schieben, denn da kam sie mit den Griffen nicht mehr klar.

Spielplatz 1 Eltern-Blog beatrice-confuss
Geschaukelt wurde auch. Und da ich grundsätzlich etwas falsch mache beim Anschaukeln, schnappte ich mir das Knöpfchen auf den Schoß und schaukelte mit ihr zusammen. Mal so richtig hoch. Ich kreischte schon wieder. Denn das geht ja auch so furchtbar in den Bauch! Was ist nur aus mir draufgängerischem wilden Weib geworden????
Irgendwann war´s dann gut und das Knöpfchen und der Sohn fanden mit einem anderen Jungen und einer Batterie Baufahrzeuge in ein spannendes Sandspiel. Das Sirenchen erklomm unzählige Male immer wieder die Rutsche und sauste blitzschnell wieder hinunter. Danach wälzte sie sich stets vergnügt im Sand. Irgendwie hab ich sie beneidet, denn ich konnte das Lebensgefühl nachvollziehen und erinnerte mich an meine Kindheit und mein früheres eigenes Sandgewälze. Ich habe es mir aber an diesem Sonntag verkniffen.

P.S. den ganzen Tag verlor ich immer mal einzelne Glitzer-Paletten und fragte mich, wo die denn immer her kämen und warf sie unwirsch in den Müll oder meine Jackentasche. Abends als ich mich von dem Tuch, welches ich mir um den Hals gewunden hatte, befreite, fielen noch ganz viele Pailletten. Die waren nämlich an den Tuch. Also jetzt nicht mehr. 😀

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