Das Leben mit Kindern ist manchmal zitronig

Gerade ist hier ganz schön Leben in der Bude. Die Kinder machen alle drei so ihre Phase durch und fechten mit sich und mit uns Eltern Standpunkte und Wünsche aus. Das ist alles gut so, aber eben auch anstrengend. Das Elternleben ist aktuell daher süß bis sehr sauer.

 

Was ist los hier?

Das Sirenchen wächst an ihrer Rolle als Schulkind und macht das alles ganz großartig. Dennoch merke ich sofort, wenn der Schulvormittag anstrengend und fordernd für sie war. Dann lässt sie das alles zu Hause raus. Bei den Geschwistern, bei mir. Hochexplosives Ding. Manchmal würde ich sie gern nochmal pucken und schuckeln. Sie muss die Begrenzung fühlen. Wenn ich sie ganz fest halte, hat das einen positiven Effekt. Oft reicht es auch, wenn sie die Grenze hört, dann nämlich, wenn mir bei aller Geduld die Hutschnur platzt und das absichtliche Gezanke kein Ende nimmt. Blafft man das Sirenchen dann an, hört sie schlagartig auf, muss lachen und ist wieder normal ansprechbar.

 

Das Knöpfchen durchläuft auch eine Phase der großen Selbstständigkeit, die manchmal ein bisschen übers Ziel hinaus schießt und gar größenwahnsinnig anmutet, kombiniert mit dem Phänomen „Wenn die Kinder nach dem Kindergarten ausflippen.“ In der KiTa hat sie nämlich gerade auch ein paar kleine emotional-soziale Kabbeleien mit ihren Freundinnen, die zum Großteil diesen Sommer schon in die Schule gehen und ihren Fuschul-Bonus („Vorschul-„, aber das Knöpfchen sagt immer so entzückend Fuschul) ausspielen. Das stresst das Knöpfchen etwas. Da fühlt sie sich nicht ernst genommen und als kleines Kind degradiert, was mit ihrem Lebensgefühl sehr kollidiert.

Also bekomme ich eine Packung (oder „Panne“, wie sie immer sagt), weil ich sie z.B. frage, wieso denn ihre Freundinnen Karnevalsschminke im Gesicht hätten und sie nicht. Sie will immer unbedingt morgens in der KiTa auch  geschminkt werden. (Karneval wirft große Schatten voraus im Rheinland). Ich bin wirklich interessiert. Gewisse Fragen sind jedoch Öl ins Feuer und dann „hasst“ sie mich kurz.

Ich lasse sie dann einfach in Ruhe und warte, bis sie wieder auf mich zukommt.

Hin und wieder schlägt sie jedoch auch mit ihrem Verhalten gründlich übers Ziel hinaus. Ich bin ihr eine Weile mit Ruhe und Verständnis begegnet, merke aber, dass das nicht das richtig Rezept ist. Sie wurde immer übermütiger in ihren Auftritten. Auch sie möchte offenbar eine klare Grenze fühlen. Ich habe meine Taktik deshalb geändert und zeige deutlich: DAS, mein liebes Kind geht zu weit und wird jetzt beendet. ICH mache das nicht mit und habe auch kein Verständnis mehr für diese Aussetzer und ziehe mich klar und ruhig aus der Szenerie zurück. Klappt wunderbar.

 

Der Sohn hingegen hat auch so seinen Frust. Das Leben ist hier und da nunmal gespickt von lästigen Aufgaben.

Ich habe ja schon an verschiedenen Stellen durchklingen lassen, dass wir nach vielen widrigen Umständen nun endlich im Endspurt stecken und die Kinder alle drei ein eignes kleines Zimmer bekommen. Die Räumlichkeiten waren zwar vorhanden, aber noch nicht bewohnbar. In Kürze ist es aber soweit. Es fehlt nur noch der Fußboden.

Das aktuelle gemeinsame Kinderzimmer besteht aus einem großen Hochbett, auf welchem der Sohn seit geraumer Zeit nicht schlafen möchte. Dafür hat er dort aber ein Refugium mit Regalen und Spielfläche für seine Lego- und Playmobilsachen.

Die Etage unter dem Hochbett (also eigentlich der ganze Raum) ist derzeit ein riesen Matratzenlager auf dem die Kinder und ich schlafen. (Das ist ein eigenes Thema. Ich sag nur so viel. Eine ungestörte Nachtruhe ist das A und O und das funktioniert derzeit auf diese Weise wunderbar.)

Der Sohn findet es allerdings super sein Legozeug auch auf dem Matratzenlager zu bespielen. Man kann in diesem gemeinsamen einen Kinderzimmer eigentlich nicht mehr treten, was mich immer wieder dazu veranlasst auf das Aufräumen zu bestehen.

Der Sohn will meistens aber nicht. Ich wies ihn gestern darauf hin, dass möglicherweise so seine Legosachen irgendwann Schaden nähmen und spätestens bis Karneval alles sortiert sein müsste, denn dann erwarten wir Fullhouse und da kann das nicht so bleiben.

Ich wiederholte heute diese Ansage nochmals. Vor allem auch weil er sich verabreden wollte und ich SO keine anderen Kinder hier empfange. Es geht einfach nicht in diesem Chaos. 

Nun kam es es soweit, dass sich die Schwestern plötzlich stritten und es ein Gerangel gab. Der Sohn wurde angestoßen und fiel auf einen Legodrachen am Boden. 

Das Geheule war groß. 

Ich zeigte mich unbeeindruckt und wies darauf hin, ich habe mehrfach erklärt, warum er aufräumen und seine empfindlichen Spielsachen auf seinem Hochbett bespielen und vor allem lagern solle. 

Jetzt „hasst“ er mich deswegen.  

Und weil ich untersage unter der Woche am Nachmittag „was zu gucken“ (aus Gründen) finden mich alle drei Kinder auch ziemlich doof.

Tja. So ist das Mamaleben. Man erntete nicht nur zuckersüße und schöne Momente, sondern muss auch mit Zitronen handeln. (Wobei ich Zitronen, um ehrlich zu sein, ziemlich gerne mag. Wie heißt es so schön: Sauer macht lustig. :-))

 😬

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