Der Erstklässler hat Launen. Ein paar Worte an den Sohn.

Dieses Beitragsbild hat der Sohn gezeichnet vor wenigen Wochen. Es zeigt ihn (zu erkenne an den Locken) und mich. Wir spucken nicht etwa Feuer, sondern strecken uns die Zunge gegenseitig heraus.

Es beschreibt unser derzeitiges oft aufkommendes Lebensgefühl. Es ist allerdings nicht ohne Lachen zu verstehen. Denn als er es mir schmunzelnd überreichte, nach einem Streit, mussten wir beide herzlich lachen.

 

Es folgen ein paar Zeilen an den Sohn.

 

Lieber Sohn,
derzeit verstehen wir uns entweder super gut oder es kracht überaus heftig im Gebälk.

Seit die Schule angefangen hat, hat nicht nur eine positive Veränderung angefangen. Es zeichnen sich auch anstrengende Phasen ab. Das begann bereits zaghaft mit dem Ausfallen des ersten Zahnes und hat nun Fahrt aufgenommen. Es nennt sich auch in Mütterkreisen die Wackelzahn Pubertät.

Ich konnte schon in deiner sogenannten ersten Trotzphase Bekanntschaft mit deiner unfassbar stoischen Ausdauer machen und fühlte mich dezent hilflos bei deinen gefürchteten Sitz- und Liegestreiks. Mittlerweile streikst du anders. Nämlich mit bockigen Forderungen und Verweigerungen.

Nun fühle ich mich auch manchmal hilflos und überfordert. Beides vor allem dann, wenn deine Schwestern mich auch gerade brauchen.
Manchmal bist du gerade richtig ätzend drauf! Ich muss dich ständig gezielt ansprechen und mein Anliegen wiederholen. Und glaub mir, es sind bewusst nur kleine und wenige Anliegen. So Dinge, die einfach zu einem für alle angenehmen und möglichst unkomplizierten Ablauf führen.
Ich lasse dich mit komplizierten Dingen schon in Ruhe.
Und egal wie sehr ich auf Augenhöhe gehe…Was ich sage, geht durch dich durch. Probehalber frage ich manchmal nach, was ich gesagt habe. Erstaunlicherweise kannst du es sehr gut wiederholen. Aber leider wird es ignoriert.

Und ich muss ständig NEIN sagen. Continue reading…

Sinnvolle Hilfe von Fremden und Freunden- ein Dankeschön!

Mein kürzlich veröffentlichter Beitrag: Empathie heißt auch die Gesamtsituation zu überblicken hat einige vor den Kopf gestoßen oder verunsichert.

Das war nicht meine Absicht. Ich habe bloß ein bisschen meinen Unmut runter getippt und meine weiter beharrlich, dass man seine Hilfe auch überlegt anbieten kann.

Nun ist es so, dass Mamas mit mehreren Kindern unter Umständen Schwierigkeiten im Alltag haben, die sich andere mit weniger Kindern (auch mit größeren Altersabständen) oder keinen Kindern oder nur einem Kind nicht vorstellen können. Beispiel Cafebesuch mit einem Kind ist easy. Ein Cafebesuch mit 2 Kindern, vor allem, wenn sie mobil werden, ist mehr als unentspannt. Eigentlich Zeit-, Geld- und Nerven Verschwendung.

Hinzu kommt, dass auch alle Menschen unterschiedlich sind. Die eine Mama ist schon mit einem Kind und ihrem Alltag mehr als bedient, die andere schafft locker 6 Kinder und ihren Alltag zu regeln. Das hängt von vielen Dingen ab.

UND: Jeder geht aus Gründen mit Situationen anders um. Ich verlinke nochmal zu einem schönen Beitrag dazu auf dem Blog Berggeschwister.

Und alle Mehrfachmamas mit 2 und mehr Kleinkindern und die dann auch noch den größten Teil des Alltags oder sogar komplett alleine wuppen, haben besondere Bedingungen.

Ich habe mal eine Liste mit Dingen zusammen getragen, die mir persönlich als Dreifach-Kleinkind-Mama schon mal sehr geholfen haben oder aktuell helfen und sage auf diesem Wege ein dickes offizielles Dankeschön!❤️ Continue reading…

Lehrermangel in NRW

Passend zur Einschulung in NRW werden mir die Zahlen der fehlenden Lehrer zugespült. Vor allem in NRW fehlen weit über 2000 Lehrer. Und überwiegend in der Grundschule.
Ich könnte mir auf diesem Hintergrund lachend die Hände reiben und rufen: „HIER, was bietet ihr mir? Ich bin ausgebildete Grundschullehrerin! Wo darf ich anfangen?“

Aber das tue ich nicht.

Ich frage mich: Wie konnte es zu dem Lehrermangel kommen? Wie kommt es, dass sehr viele Grundschulen ohne Schulleiter sind? Oder nur kommissarisch geleitet werden? Oder notdürftig von den dienstältesten Kollegen, die dann wegen doppelt und dreifacher Belastung wegen Burnout ausfallen. Und auch im Unterricht ausfallen. Da fehlen dann auch wieder Stunden.

Sind in den fehlenden Lehrerstellen eigentlich auch die unbesetzten Vertretungsstellen eingerechnet? Wenn z.B. eine Lehrerin schwanger wird oder krank, dann bleibt die Stelle zwar für die Schule bestehen, ist aber unbesetzt und muss mit Vertretungsstellen belegt werden. Die werden aber auch nicht so gerne genommen. Weil sie befristet sind.
Ich war so eine Kandidatin, die sich erstmal auf eine Vertretungsstelle bewarb und diese dann befristet für ein paar Monate mit 15 Stunden antrat. Die Schule gefiel mir, das Kollegium war auch toll. Und es ergab sich, dass ich recht fix eine volle Stelle bekleidete und Klassenlehrerin wurde. In Vertretung. Befristet. Mir war es egal. Zum Glück war ich schon in einen Zeitraum hineingerutscht, in dem trotz Befristung auch die Ferien bezahlt wurden. Es gab einst befristete Verstretungsverträge, die endeten vor den Ferien und wurden nach den Ferien wieder aufgenommen. Das muss man sich mal vorstellen!
Die Vertreungsstellen werden natürlich auch nicht entlohnt, wie eine feste Beamtenstelle. Man macht aber die gleiche Arbeit! Über das Gemauschel im Hintergrund will ich mich jetzt gar nicht auslassen. Ich sage nur soviel: Ich hatte Glück und ich konnte konstant an einer Schule eine volle Stelle bekleiden, bis ich selbst in den Mutterschutz ging.
Die Verbeamtung hätte ich haben können. Aber ich wollte sie nicht. Aus vielen Gründen. Einer davon ist, dass ich mir ungern Aufgaben aufbürden lasse, in denen ich weder Sinn noch Verstand erkennen kann. Als verbeamtete Lehrerin MUSS man die aber dann machen, weil es eine Dienstanweisung ist. Es war mir ein Fest eine solche widersinnige Aufgabe unter der Androhung die Schule zu verlassen, abschmettern zu können! Diese Aufgabe war vom Tisch und ich blieb.

Wenn die unbesetzten Vertretungsstellen also nicht mit in die fehlenden Lehrerstellen eingerechnet sind, dann dürfte eine sehr große Dunkelziffer an fehlenden Lehrern zusätzlich bestehen! Continue reading…

Warum ich fast nach England schwamm und ich auch eine Energiemuschel haben möchte

Am Strand von Zeeland, da war es schön. Ich will mich überhaupt nicht beklagen.

ABER, es gab dennoch Unwegsamkeiten:

Das Knöpfchen hat neuerdings immer mal die Anwandlung mit despotischem Verhalten an mich heranzutreten. Ich soll dann sofort und generell hopphopp ohne Bitteschön und nett zu fragen irgendetwas machen. Durch diese „Du sollst aber Phase“ schreiten wohl alle Kinder mal.  Kenn ich vom Sohn und dem Sirenchen schon.
Im Urlaub nun hatte das energiegeladene Knöpfchen Kraft und Ausdauer um 40 minütigen Szenen mit ohrenbetäubendem Geheule, Getrete, Geknuffe und AufDemBodenGewälze auszuführen. Unterwegs. Auf der Straße. Sie kommt damit fast an das SIrenchen von vor 2 Jahren heran. Das Knöpfchen wollte z. B. nie laufen. Nie. (Ich kann sie verstehen. Ich habe sie auch extra viel getragen und fand das auch kuschelig und dann schlief sie auch am Tag nochmal auf meinem Rücken und pullerte uns beide voll. :-D, aber auf Dauer war das auch schwer. Das Kind). Und schon setzte es beim Knöpfchen aus. Das Kind war nicht mehr ansprechbar, weil man ihr einmal erklärte, warum sie ein Stück der Strecke bitte selbst laufen könne. Zumal andere Familienmitglieder sie nicht tragen durften. Immer sollte ausschließlich die Mama tragen. Somit bekam sie ihre ausdauernden Anfälle. Einmal angefangen, kann man NICHTS machen. Also saßen wir alle es aus. Nicht ohne dabei gehörig in Schweiß auszubrechen, alle Blicke auf uns zu ziehen und danach ähnlich erschöpft zu sein, wie das Kind. Continue reading…

Selbsterkenntnisse, Kindergartenabschied und Geburtstag

Ich fange diesen Text nun zum 5. mal an. Und ich fürchte auch dieser wird mich nicht zufrieden stellen. Aber egal. Es wird nicht besser, wenn ich es nicht aufschreibe.

 

Also, in den letzten Wochen habe ich ja die Flügel ganz schön hängen lassen. Und das passt mir überhaupt nicht. Also habe ich nachgedacht und beschlossen eine Mutter-Kind-Kur zu beantragen. Antrag ist unterwegs.

Mir ist jedoch bewusst, dass diese Kur nicht das Allheilmittel sein kann. Ich muss in meinem Alltag etwas umstrukturieren und für MICH Raum finden.
Mir sind ein paar Dinge klar geworden. Ich habe mit dem Umzug in dieses Haus sozusagen eines meiner Beine abgeschnitten. Etwas was ich IMMER bei mir hatte, mein ganzes Leben lang, war eine Arbeitsecke oder sogar ein Arbeitszimmerchen. Ich brauche nicht viel. Nur einen schönen großen Tisch und ein Regal in dem ich meinen Kreativkram lagern kann. Und in dieser Arbeitsecke kann ich alles liegen lassen und jederzeit kreativ weiter arbeiten.
Seit wir nämlich in unserem jetzigen zu Hause wohnen, habe ich nur ein Eckchen am Esstisch, was ich zwar mag, aber hier kann ich natürlich nicht immer alles liegen lassen. Und mein ganzes Zeug steht in Kartons überall im Haus versteut. Das ständige Aufgeräume nervt und es blockiert mich. Ich muss mir also wieder eine Ecke schaffen. Raum für mich. Nicht nur zeitlich.

(Apropos Aufräumen. Einen ganzen großen Müllsack voller kaputtem und unvollständigem Spielzeug habe ich aussortiert. Mit den Kindern. Ich krieg die Krise bei dem ganzen Kleinzeug was überall rumfliegt.)

 

Aber das ist nur die Oberfläche.
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