Weltschmerz

oder die Last der Realität.

(schwere Kost)

Der Sohn war schon immer irgendwie ein bisschen anders. Und schon immer hat er gewisse Dinge sehr genau hinterfragt. So genau und mit erstaunlichem Scharfsinn, dass man nur schwer und oft gar nicht mit Ablenkungsmanövern um schwierigere Themen drum herum kommt. (Aus der heiteren Rubrik stammt da das Thema: „Wie kommen die Babys in Mamas Bauch?“)
Nun bin ich zwar der Meinung, dass man Kindern alle Fragen beantworten kann, wenn man sie denn kindgerecht verpackt. Und ich möchte behaupten, dass das eine meiner Stärken ist. Komplizierte Dinge auf ein verständliches Minimum für Kinderohren runterbrechen, kann ich.

Allerdings gibt es Themen, die sind selbst einfach verpackt noch schwere Kost.

So fragte der Sohn schon vor über einem Jahr sehr genau, was es mit den Flüchtlingen auf sich hat. Ich erklärte ihm die Sache so sachlich und einfach wie möglich. Und er war schnell der Meinung, dass ja einfach ganz viele bei uns mit wohnen könnten. Das würde schon irgendwie gehen. Er würde auch sein Spielzeug teilen. Er zerging fast vor Mitgefühl.

Dann fliegen hier seit fast 3 Jahren ständig Kampfjets über den Ort. Die donnern mit ohrenbetäubendem Krawall über die Dächer und natürlich fragt der Sohn da auch, was es mit den „bösen“ Flugzeugen auf sich hat.
Er kombinierte nach unseren knappen Erklärungen hinsichtlich Flugübungen so dann, ob man denn Angst vor Angriffen hätte. Bzw ob das die Flugzeuge seien, die die Häuser der Flüchtlinge kaputt gemacht hätten. Und ob denn der Krieg hier auch her käme, weil die Flüchtlinge ja jetzt hier seien. Vielleicht käme der Krieg hinterher.

Dann fing das Gedöns mit dem Probealarm Samstags mittags wieder an. Dieses furchtbare Sirenengeheul. Die Kinder wollten wissen, was das bedeutet. Ich erklärte es so beiläufig wie möglich und die Mädchen spielten mit naiver Fröhlichkeit einfach weiter. Aber der Sohn hatte Fragen. Was denn alles passieren würde, wenn die mal nicht Samstag um 12 losgehen. Sondern an einem anderen Tag. Und was man dann macht.

Und seit der Bundestagswahl habe ich einige Morgen und Mittage damit zugebracht mit dem Sohn über Wahlplakate zu sprechen. Er blieb nämlich regelmäßig vor ein paar Plakaten mit wirklich erdrückenden Bildern stehen. Es gab eine Partei, deren Keimzelle ich fast in der der Nachbarschaft vermutete, denn ein Auto war sogar auf Motorhaube und Kofferraum mit den Plakaten der Partei beklebt. Da war einer mindestens sehr überzeugt vom Wahlprogramm und wahrscheinlich auch verantwortlich für die vielen Plakate auf dem Schulweg. Jedenfalls ist auf den Plakaten zu sehen: eine Weltkugel die von einer schwarzen Krake bedrohlich umgriffen wird, ein Kampfjet der Schulbänke wirft, eine Kiste mit Waffen, ein Kind auf einem Müllberg mit Teddy in der Hand.
Der Sohn studierte diese Bilder eingehend und hatte auch da viele Fragen.
Ich spielte die Szenen runter und erklärte, dass solche Plakate eben auch eine Emotion provozieren wollen und einen dazu bringen wollen, diese Partei zu wählen.
Auch da sagte der Sohn so kluge Sachen, dass die Leute, die Krieg machen doch alles Idioten seien. Und warum man nicht einfach damit auf hört. Und er fragte, wieso denn die Blöden, die sich da streiten wollen, die ganzen unschuldigen Menschen da mit hineinziehen.
Ich versuchte auch das zu erklären, mit der Macht und dem ganzen. Er verstand es und gleichzeitig auch wieder nicht. Er will später jedenfalls mal dafür sorgen, dass es keinen Krieg mehr gibt.
seufz

Und dann geschah vorungefähr 2 Wochen noch was ganz Blödes. Ich ärgere mich über mich. Das hätte nicht sein müssen.
Wir sind mit der Nutzung der neuen Medien besonnen. Wir schauen gemeinsam Dinge im Internet nach, die Kinder dürfen ausgewählte Spiele spielen und alles immer nur unter unserer Aufsicht und zeitlich begrenzt. Das wissen sie. Und der Sohn darf sich themenbezogene Videos auf YouTube ansehen. Zum Beispiel Dampflokvideos. Er weiß auch sehr genau, was ihm angenehm ist und was nicht. Sprich, selbst bei Kindersendungen im Fernsehen, sagt er: „Das ist mir zu unheimlich und schaltet aus.“
So saß er neulich neben mir am Tisch und sah sich Dampflokvideos auf YouTube an. Das ist nicht so mein Interessengebiet und ich saß an meinem Computer daneben und hörte es dampfen und pfeifen und sah es auch aus dem Augenwinkel. Alles gut soweit. Der Sohn beklagte ein paar mal, dass er mittlerweile alle Videos kenne, aber ich sagte, dass auch das Internet seine Grenzen hätte. Wenn einfach keine neuen Dampflokvidoes hochgeladen seien, dann wäre das so. Er klickte sich wohl ein wenige durch die Vorschlagsliste und es startete ein neues Video. Als ich das letzte Mal rüber sah, sah ich Schienen in karger Landschaft und tippte selbst ein paar Zeilen auf meinem Rechner. Plötzlich wimmerte der Sohn. Ich blickte in seine weit aufgerissenen Augen. Er weinte leise: „Mama, da ist gerade ein Kind vom Zug überfahren worden!“

Scheiße! Scheiße! Scheiße! Continue reading…

Am Morgen

Es ist nochmal Zeit einen kurzen Schwank aus dem heiteren Alltag der Familie zu berichten.

 

Der Wecker klingelt um 6.30.

Ich stelle wiedermal fest, dass vor allem in der dunklen Jahreszeit diese halbe Stunde für mich ein Desaster ist. War schon immer so. 7.00 aufstehen. OK.
6.30 aufstehen….Horror. Mein Lebensgefühl sagt um diese Zeit: Alles ist Scheiße, lasst mich in Ruhe.
Kein Scherz.

Um 7 Uhr, oder noch besser 7.15 ist meine Laune neutral und bessert sich dann mit jeder weiteren Minute. Nennt man wohl Biorythmus.
Und der Versuch viel früher, beispielsweise um 6 aufzustehen, erweist sich auch als Reinfall. Denn egal WIE leise ich aufstehe. Einer steht sofort neben mir. Das Sirenchen! Also kann ich früher aufstehen und habe dennoch keine Gelegenheit, um ihn Ruhe zu mir zu kommen.

Also stehen wir auf. Ich knurrig, der Sohn guter Dinge. Das Knöpfchen kreischt und wirft ihre Decke um sich. Das Sirenchen fragt, was sie anziehen soll.

Das frage ich mich auch.

Der Sohn blockiert die Toilette.
Ich muss auch mal und zwar dringend und renne nach unten. Der Kater miaut mir aufdringlich um die Füße. Ich lasse ihn vorne an der Haustüre raus, gehe zur Toilette und mache zwecks Lüftung die Terassentür auf. Der Kater steht promt wieder miauend neben mir.

Ich laufe hoch und treibe den Sohn an, sich anzukleiden. Der Kater läuft mir miauend hinter. Die Mädchen vertröste ich. Irgendwie war da ein Zeitloch und wir müssen ein bisschen flottikarotti machen. Der Sohn und ich jedenfalls. Die Mädchen sollen einfach ein Hörspiel hören und noch was spielen, bis ich wieder da bin. Der Mann schnarcht im Schlafzimmer. Er „führt“ sozusagen Aufsicht.

In der Küche mache ich die Brote, kann die Brotdose vom Sirenchen aber nirgens finden und alle anderen Ersatz-Brotdosen sind auch nicht da. Der Kater miaut. Den Sohn bitte ich eine zügige Entscheidung hinsichtlich seines Frühstückes zu fassen. Und schmiere die Brote.
Oben kreischt es nach mir. Ich verstehe nur Bahnhof, weil der Sohn auch auf mich einplappert. Ich brülle nach oben, ohne das Broteschmieren zu unterbrechen: „Ihr habt auch einen VAAAAATER!“ Continue reading…

Der Erstklässler hat Launen. Ein paar Worte an den Sohn.

Dieses Beitragsbild hat der Sohn gezeichnet vor wenigen Wochen. Es zeigt ihn (zu erkenne an den Locken) und mich. Wir spucken nicht etwa Feuer, sondern strecken uns die Zunge gegenseitig heraus.

Es beschreibt unser derzeitiges oft aufkommendes Lebensgefühl. Es ist allerdings nicht ohne Lachen zu verstehen. Denn als er es mir schmunzelnd überreichte, nach einem Streit, mussten wir beide herzlich lachen.

 

Es folgen ein paar Zeilen an den Sohn.

 

Lieber Sohn,
derzeit verstehen wir uns entweder super gut oder es kracht überaus heftig im Gebälk.

Seit die Schule angefangen hat, hat nicht nur eine positive Veränderung angefangen. Es zeichnen sich auch anstrengende Phasen ab. Das begann bereits zaghaft mit dem Ausfallen des ersten Zahnes und hat nun Fahrt aufgenommen. Es nennt sich auch in Mütterkreisen die Wackelzahn Pubertät.

Ich konnte schon in deiner sogenannten ersten Trotzphase Bekanntschaft mit deiner unfassbar stoischen Ausdauer machen und fühlte mich dezent hilflos bei deinen gefürchteten Sitz- und Liegestreiks. Mittlerweile streikst du anders. Nämlich mit bockigen Forderungen und Verweigerungen.

Nun fühle ich mich auch manchmal hilflos und überfordert. Beides vor allem dann, wenn deine Schwestern mich auch gerade brauchen.
Manchmal bist du gerade richtig ätzend drauf! Ich muss dich ständig gezielt ansprechen und mein Anliegen wiederholen. Und glaub mir, es sind bewusst nur kleine und wenige Anliegen. So Dinge, die einfach zu einem für alle angenehmen und möglichst unkomplizierten Ablauf führen.
Ich lasse dich mit komplizierten Dingen schon in Ruhe.
Und egal wie sehr ich auf Augenhöhe gehe…Was ich sage, geht durch dich durch. Probehalber frage ich manchmal nach, was ich gesagt habe. Erstaunlicherweise kannst du es sehr gut wiederholen. Aber leider wird es ignoriert.

Und ich muss ständig NEIN sagen. Continue reading…

Was der rosarote Panther mit meinem neuen Alltag zu tun hat.

Tja, nun…..was soll ich sagen?

Ich stehe täglich um 6.30 auf, ziehe mich an, lege den Kindern, sofern nötig, die Sachen raus, mache dem Sohn Frühstück und schmiere in der Zeit, in der er frühstückt die Schul- und Kindergartenbrote. Ich bringe dann den Sohn zur Schule.

Er sagt mir morgens beim Bringen nun meist eine Stelle, an der ich ihn verabschieden kann. Es ist nicht wirklich weit weg von der Schule…:-D aber ein Anfang. Weiterhin möchte er gerne abgeholt werden. Mal sehen…die nächsten Tage möchte ich da auch einen Treffpunkt auf halber Strecke mit ihm ausmachen.

Wenn ich ihn morgens gebracht habe, sammele ich zu Hause die Mädchen ein (die sind manchmal schon fertig angezogen und manchmal muss ich noch diskutieren) und bringe sie in den Kindergarten. Das Sirenchen ist weiter begeistert im Kindergarten. Das Knöpfchen hatte erste Einbrüche in ihrem anfänglichen Enthusiasmus.
Sie macht das weiterhin sehr gut, aber äußert immer mal wieder so Sachen wie: „Muss ich schon wieder in den Kindergarten?“ „Oaaaaar, die machen da immer so einen langweiligen Kreis!“ oder: „Mama, is will bei dia bleiben!“
Sie lässt sich dennoch ohne Weinen und Komplikationen abgeben und hält dann bis zum Mittagessen aus. Ab dann wird sie knötterig vor Müdigkeit. Zum Glück machen sie einen Mittagsschlaf im Kindergarten. Ich hole sie danach sofort ab und finde dann entweder ein schlafendes Kind oder ein weinendes Kind bzw heute eines, das sagte, ich solle wieder fahren, sie wolle noch raus spielen. Nach dem Mittagsschlaf ist sie allerdings insgesamt nicht ganz zurechnungsfähig.
Das Sirenchen nehme ich auf einem Weg dann auch immer mit nach Hause, denn es ist zu nervig dann nochmal nach knapp 1, 5 Stunden erneut los zu fahren. Eigentlich findet sie das super. Aber manchmal ist sie dann maulig, weil sie noch bleiben wollte. Ohnehin befinden wir uns dann in der klassischen Situation….wenn die Kinder nach dem Kindergarten ausflippen….

Da ich morgens nach dem Kindergarten oft noch einkaufen fahre, bin ich erst gegen 9 Uhr wieder zu Hause. Ohne gefrühstückt zu haben. Ich kann so früh noch nichts essen oder Kaffee trinken.

Um 9 Uhr mache ich mir also mein Frühstück und setzte mich an den Computer. Das mache ich für circa 30 Minuten. Nicht ohne ein schlechtes Gewissen dabei zu haben. Das muss ich mir noch abtrainieren. Der Mann steht auch auf und Frühstückt schnell und fährt dann zur Arbeit. Wenn er Spätschicht hat, sitzen wir auch schon mal länger da und unterhalten uns mal ausgeschlafen über alles, was so ansteht, zu bedenken und zu regeln ist. Wichtige Zeit.

Da unsere Spülmaschine schon länger kaputt ist und wir nun auf die Lieferung der Neuen warten, verplempere ich aktuell viel Zeit damit den Abwasch zu machen. (Ich spüle an sich ganz gerne, aber da geht so unendlich viel Zeit verloren.)
Dann gibt es immer was zu tun. Die Wäsche, Staubsaugen, Bad putzen. Betten beziehen. Fenster putzen, Durchwischen, Katzenklo sauber machen, im Garten die Arbeiten erledigen,….Küchenschränke könnte ich auch nochmal auswischen etc pp.….langweilig wird es nicht. Und es ist hier weit entfernt von einem perfekt geführten Haushalt. Es gibt also immer irgendwas was zu tun und schwups….Zeit rum. Das Schulkind muss abgeholt werden.

Und ich habe nicht wirklich viel Zeit für mich, wenn man von der halben Stunde Frühstückspause absieht. Das Wahnsinnige ist auch, wenn ich vormittags nichts im Haushalt tue, weil zum Beispiel andere Einkäufe zu erledigen sind, wie Drogeriemarkt, Kindergeburtstagsgeschenke besorgen oder was auch immer, dann staut es sich wieder im Haushalt und es wird hektisch. Ich frage mich, wie manche Mamas es schaffen immer einen perfekten Haushalt zu haben.

Dann mache ich das Mittagessen und beaufsichtige die Hausaufgaben vom Sohn.
Wenn wir gegessen haben, fahren wir die Schwestern holen und beginnen den Nachmittag. Der dann unter dem Stern der kindlichen und meiner persönlichen Laune steht. Manchmal ist es gut, wenn ich uns alle verabrede. Manchmal ist es besser, das nicht zu tun. Nicht immer lässt sich die perfekte Entscheidung für alle treffen. Bewährt hat es sich aber nicht jeden Tag verplant zu sein. Das alles bedeutet aber dennoch, dass Nachmittags oft auch nicht viel im Haushalt läuft.

Und wenn die Kinder dann spätestens um 20 Uhr im Bett liegen….ja, das klappt in 90% der Fälle…dann bin ich müde. Müde. Müde. Müde.

Selbst wenn ich denke, wieso bin ich so müde. Wovon? ….es ändert nichts.

An die netto 2,5 Stunden kinderfreie Zeit morgens habe ich mich schnell gewöhnt, aber sie mir noch nicht für MICH zu nutze gemacht. Ich müsste mir konkret einen Vormittag in der Woche für meine persönlichen Dinge festsetzen.
Jedoch gehört dazu als erstes ein Zahnarztbesuch. Ich habe mir erfolgreich einen weiteren Zahn kaputt geknirscht des nächtens. Das sollte ich mal kontrollieren und versiegeln lassen. Oder was auch immer da nötig ist. Nächste Woche ist damit ein Vormittag wieder mit was wenig Erquicklichem belegt.

Was auch noch ansteht ist in Bälde ein Fahrradtraining der Grundschüler, bei dem die Mithilfe von Eltern erbeten wurde. Da ist auch ein Vormittag rum. Ein Elternsprechtag steht auch an. Beides Dinge, die ich gerne wahrnehme, aber die mir auch Zeit nehmen.

Ich warte nun auch schon gefühlt Eeeeewigkeiten auf Post mit einer Nachricht von der Krankenkasse wegen meiner angestrebten Mutter-Kind-Kur. Heute war ein Umschlag im Briefkasten, der mir schon mal meine Originalunterlagen zurück schickte und darauf hinwies, dass die Krankenkasse sich dann bald melden würde. Wann genau ist denn dieses Bald endlich?????

 

Das ist der Stand der Dinge.

 

Und nun frage ich mich täglich mehr denn je: „Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?“

Der Sohn, ein kleiner Held- er hat mich überrascht.

Hier kommt der Beitrag, den ich im letzten Beitrag schon angekündigt habe.

 

Mein Sohn!

Ich staune und platze vor Stolz! (Furchtbar, immer diese Mütter. :-D)

Was ist passiert?
Noch vor ein paar Wochen waren wir beide etwas verunsichert, was da wohl kommen möge mit dem Schulbeginn. Du fragtest, ob man dort eingewöhnt würde, wie im Kindergarten, wolltest die Schnupperstunde nicht ohne mich mitmachen und ich dachte nur: „Uiuiuiuiui, das kann ja was werden.“

Und dann lief schon die Einschulung so unkompliziert, als hätte man einen Schalter bei dir umgelegt.
Du sagst auch nach 2 Wochen noch, du liebst die Schule, du magst deine Lehrerin richtig gern und noch mehr neue Freunde hast du auch gefunden.

 

Und weil du so ein liebes Kerlchen bist, dass eher konstaniert vor raufenden Kindern steht, als Gefallen am Mitmachen zu haben, hoffte ich, du mögest es gut antreffen auf dem großen, großen Schulhof mit lauter großen Kindern. Es kann manchmal ganz schön rau zugehen.

Und weil du dich immer ein wenig über die „bösen Jungs“ aus der anderen Kindergartengruppe beklagt hast, dachte ich: „Oh, das sind Gleichaltrige. Was ist wohl, wenn ein paar Viertklässler sich unangenehm aufspielen?“
Diese Sorge hast du sogar selbst geäußert. „Mama, was ist, wenn mich große Kinder ärgern?“
Ich habe dir Mut zugesprochen, selbstbewusst aufzutreten und dir nichts gefallen zu lassen und außerdem könntest du jeder Zeit zu uns Eltern mit deinen Sorgen kommen und die Lehrer wären auch da, um dir zu helfen. Das Einzige was du nicht tun solltest, wäre schweigen, wenn dich etwas bedrückt.

Soweit die Theorie. Und mein Mama-Herz blubberte vor Zuversicht und Sorge zugleich.

Und dann kam das letzte Wochenende und plötzlich sah ich dich im Stroh mit drei etwas älteren Jungs ringen. Ich erschrak zunächst. Mir gingen mehrere Dinge durch den Kopf: „Oh nein! Er ist in Not! Mein Sohn! Muss ich ihm helfen? Kommt er gleich selbst gelaufen? Wann greife ich ein?“ Und gleichzeitig dachte ich: „Oder hat der Sohn jetzt etwa angefangen? Und wenn, warum? Das ist doch gar nicht seine Art!“ Continue reading…