Da sitze ich- am Samstag

Da sitze ich und fühle mich wie die einzelne Seerosenblüte ohne Seerosenblätter zwischen den Wasserlinsen. Im natürlichen Element, aber doch nicht so ganz richtig platziert.

Ich sitze an einen Bettpfosten des schon länger ungenutzten Hochbettes gelehnt, weil jeder andere Platz nicht geht. Das Baby schläft weiterhin ohne meine Anwesenheit nicht. Das Ladekabel vom leeren Laptop reicht nicht in jede Ecke. Und der Schrank, gegen den ich mich sonst lehnen könnte, ist mit Legoduplo verbarrikadiert. Die Geschwister waren eben noch am Werk, bevor sie sich in ihre eigene Zimmer trollten. Ich werde mich hüten die Steine zur Seite zu schieben. Das Kind könnte wieder aufwachen.

Lieber würde ich jetzt noch etwas nähen. Aber im aktuellen Arbeitsschritt bräuchte ich die Nähmaschine. Geht also nicht.

Und so schnappe ich mir den Rechner und schreibe mal diesen Samstag auf. Denn schlafen kann und will ich noch nicht. Es ist erst 21 Uhr.

Über Samstage habe ich schon öfter geschrieben. Die haben grundsätzlich Potential bei uns.Über Samstage habe ich schon öfter geschrieben. Die haben grundsätzlich Potential bei uns. Denn Samstags bin ich immer Strohwitwe. Seit wir zwei Autos haben, verloren Samstage ein wenig ihren Schrecken, weil ich dann mit den Kindern einfach mal zu meinen Eltern gefahren bin. Aber das geht dank Corona ja derzeit auch nicht so richtig. (Ich komme später darauf zurück.) Continue reading…

Fast normal

Eine Woche Schule liegt hinter uns. 

Ich muss sagen: Es war/ist gut, dass nochmal zwei Wochen Schule stattfinden kann. Den Kindern und mir hat ein gewisser Rhythmus von außen zunehmend gefehlt. Der Sohn sprang die ersten zwei Tage morgens schon vor dem Wecker klingeln um mich herum, in Sorge, ich könne ihn aus Versehen nicht zur Schule schicken. Wenn der wüsste…:-D

Das wilde Mädchen freute sich auf das Wiedersehen mit ihren Freundinnen und vor allem die Regelmäßigkeit und Verlässlichkeit der Zeiten ist für sie sehr wichtig.

Sie äußerte in den letzten Wochen an denen sie immer mal 3 Stündchen die Woche Schule hatte, das wäre ihr alles zu durcheinander mit dem Sch… Corona. Ich kann es nach fühlen. 

Sie ist auch das Kind, welches am meisten Aktion im Sinne sportlicher Betätigung braucht und fordert. Schwimmen, Reiten, Spielplätze unsicher machen, klettern….Das meiste davon war ja gar nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Sie lebt auf, seit vieles wieder möglich ist. 

Das Fuschulkind ist auch überglücklich über ihre letzten KiTa-Wochen. Continue reading…

Shopping zu Coronazeiten

Vor zwei Tagen ließ es sich nicht länger vermeiden. Ich musste unser Einkaufszentrum aufsuchen. Ich war in den letzten Monaten tatsächlich nur zweimal in einer Drogerie und in einem Hofladen einkaufen. Das hat mir gereicht. Alles andere besorgt der Mann oder bestellte ich online.

Allerdings brauchten wir Geschenke für anstehende Kindergeburtstage und das wilde Mädchen brauchte tatsächlich akut neue Sommerkleidung. Einen spärlichen Rest vom letzten Jahr kann sie noch tragen, aber da zwickt und zwackt es auch schon und die Regenjacke nervt sie auch, weil die Arme ihr über der Strickjacke zu eng sind etc pp. Sie ist krass gewachsen in den letzten Wochen.

Fürs Fuschulkind hab ich auf diesem Weg noch ein paar Leggings besorgt. Die sind nämlich auch alle kaputt und die die nicht kaputt sind, sind dicke Herbst-/Wintermodelle.

Und somit fuhr ich mit Baby und wildem Mädchen ins EKZ.

Das Baby schlief freundlicherweise die ganze Zeit und das wilde Mädchen und ich liefen bemaskt…bemundschützt….oder soll ich sagen… verschleiert durch die Shoppinghölle.  Continue reading…

Irgendwie so dazwischen

Ich weiß gerade nicht so richtig.

Einerseits sortiert sich in diesen seltsamen Corona- Wochen einiges neu bei uns. Andererseits fühle ich so eine Stagnation. So ein vages Ich-weiß-nicht-was-und-wie-es-wird wabert stets über uns. (Über der Welt)

Die Launen schwanken. Von friedlich-gemütlich-glücklich bis mega-gereizt-müde-überfordert ist alles dabei. Langeweile auch. Aber keine Langeweile, die von den Kindern in Kreativität umgewandelt werden kann. Das wilde Mädchen drückte es kürzlich noch so aus: Irgendwie kann ich abends nicht mehr so schnell einschlafen, weil ich nicht mehr weiß, von was ich träumen soll. Irgendwie sehen wir immer nur unser zu Hause und den Garten.

Ganz so krass ist es zwar nicht. Wir machen schon auch Ausflüge und bemühen um um Abwechslung, aber ich fühle auch, was sie meint. Alles, was die ersten Wochen noch neu erkundet werden konnte, ist „aufgebraucht“. 

Ich selbst schwanke auch zwischen: Wir haben es doch eigentlich richtig schön. Ein gemütliches zu Hause, ein wilder Garten und durchaus Naherholungsmöglichkeiten rund herum. Das Wetter macht es auch leicht sich an der frischen Luft mal mit Menschen zu treffen. Was wir alle sehr genießen. Und doch….

Gleichzeitig ist es eben auch stressig. Continue reading…